Politisches Erdbeben bei Wahl in Südseeparadies

18. November 2010, 14:16
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Nach elf Jahren verliert Democratic Party die Mehrheit - Cook Islands Party-Chef Puna wird neuer Premier

Die Parlamentswahl auf den Cook Inseln im Südpazifik bringt ersten Ergebnissen zufolge eine dramatische Verschiebung der Machtverhältnisse. Die elf Jahre und drei Premierminister überdauernde Dominanz der Democratic Party (DC) ist gebrochen, sie erreichte nur acht der 24 zu vergebenen Sitze.

Die mit 15 Sitzen große Siegerin der Wahl ist die für mehr Autonomie vom neuseeländischen Mutterland eintretende Cook Islands Party (CIP) von Oppositionsführer Henry Puna, dem wohl nächsten Premier der lose zu Neuseeland gehörenden Inselgruppe im Südpazifik. Puna machte sich im Wahlkampf für schärfere Kriminalitätsbekämpfung stark.

10.000 Wahlberechtigte waren am Mittwoch (Ortszeit) aufgerufen, über die Besetzung des 24-köpfigen Parlaments zu entscheiden.

Premier abgewählt

Die Wahl brachte auch für Ex-Premier Terepai Maoate (76), er regierte von 1999 bis 2002, eine herbe Niederlage. Der frühere DC-Chef trat als unabhängiger Kandidat an, so wie alle übrigen Parteilosen erreichte auch er keinen Sitz im Parlament.

Der bisherige Premier Jim Marurai (DC) hingegen verteidigte zumindest seinen Parlamentssitz. 92 Prozent der Wähler seines Wahlkreises auf dem kleinen, nahe der südlichen Hauptinsel Raratonga gelegenen Eiland Mangaia stimmten für den 63-Jährigen, der in der Vergangenheit häufig mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert war und dessen Amtszeit als Regierungschef nun Geschichte ist.

Ein so klarer Sieg der CIP kommt allen Vorwahlbefragungen zufolge überraschend, die Ablöse des seit Ende 2004 amtierenden Marurai war hingegen allgemein erwartet worden.

Die Auszählung der Briefwahlstimmen könnte nach Ansicht von Experten noch zu leichten Verschiebungen führen, der Sieg der Cook Islands Party scheint demnach aber gewiss.

Referendum noch nicht ausgezählt

Neben der Parlamentswahl stimmten die Cook Islanders auch über eine Wahlrechtsreform ab, die eine Verkleinerung des Parlaments bringen könnte. 66 Prozent "Yes" waren vonnöten, Umfragen vor dem Referendum deuteten auf eine klare Mehrheit hin. (flon/derStandard.at, 18.11.2010)

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