derStandard.at-Interview

"Geld als schnelle Befriedigung"

Daniela Rom, 19. November 2010, 11:52
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    foto: vachira woschalik

    Taschengeld ist auch eine "philosophische" Frage. Sandra Velásquez rät, wenn man als Eltern Taschengeld zahlen will, bald damit anzufangen: "Im Vorschulalter beginnen Kinder zählen zu lernen, das bietet sich gut an."

Was Kinder rund um Taschengeld lernen können und wo die Gefahren liegen, erklärt die Psychologin Sandra Velásquez

Viele kriegen eines, manche nicht; einige zuviel, andere zu wenig - beim Taschengeld scheiden sich die Geister. Wie man Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld beibringen kann, was dabei alles schief laufen kann und warum Strafen sowieso nichts bringen, erklärt die Psychologin Sandra Velásquez im Gespräch mit derStandard.at.

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derStandard.at: Müssen Kinder Taschengeld kriegen, um den Umgang mit Geld zu lernen?

Sandra Velásquez: Ein Kind muss Erfahrungen sammeln. Taschengeld ist ein super Mittel, um Erfahrungen mit dem Geld zu sammeln. Geld ist nämlich nicht nur ausgeben und kaufen, sondern auch warten und wertschätzen können. Es geht auch um die Fragen: Was bin ich bereit, für etwas zu tun und was bedeutet mir eine Sache? Die Eltern haben auch hier eine wesentliche Vorbildfunktion. Schon mit einem vierjährigen Kind kann man über visuelle Hilfen wie Plakate aufzeigen, wie der Weg zu einem bestimmten finanziellen Ziel aussieht, zum Beispiel wie viele Ein-Euro-Münzen nötig sind und wie viele schon da sind.

derStandard.at: Taschengeld ist ja eigentlich nicht an eine Leistung gebunden. Was halten Sie davon, Kinder für bestimmte Tätigkeiten im Haushalt oder im Garten zu bezahlen?

Velásquez: Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht den Kindern transportieren, dass alles, was sie machen, mit Geld bezahlt wird. Aber wenn Kinder zum Beispiel beim Autowaschen helfen - oder generell etwas tun, das nicht zu ihren Aufgaben gehört -, dann kann man durchaus eine kleine Bezahlung vereinbaren. Für den Frühjahrsputz zum Beispiel kann man zahlen. Dafür, dass das Kind sein Zimmer aufräumt, würde ich aber sicher nichts zahlen.

derStandard.at: Welchen Zweck erfüllt Taschengeld in der Geld-Erziehung?

Velásquez: Das Taschengeld ist dazu da, den Aspekt des Sparens und der Verfügbarkeit von Geld zu lernen: Wenn ich heute konsumiere, muss ich morgen warten; wenn ich heute warte, kann ich auch morgen noch konsumieren und je länger ich warte, desto mehr kann ich erreichen. Das müssen Kinder lernen. Eltern sollten mit ihren Kindern klar definieren, was ein Extra ist und was vom Taschengeld bezahlt werden muss. Da steckt auch immer eine philosophische Frage dahinter.

derStandard.at: Ist auch gar kein Taschengeld zu zahlen eine Option?

Velásquez: Nein, das würde ich nicht machen. Wenn Kinder nicht wissen, woher die Sachen kommen und was Dinge wert sind, nehmen wir ihnen eine wesentliche Erfahrung weg, und das ist die Dankbarkeit. Je mehr Überfluss ein Kind hat, desto weniger kommt das Kind dazu, zu genießen. Taschengeld alleine macht die Sache also nicht aus.

derStandard.at: Was braucht es sonst noch?

Velásquez: Kinderkonten finde ich toll, weil es Kindern ermöglicht zu lernen, wie das mit dem Geld und den Konten funktioniert. Kinder glauben ja oft, das Geld kommt einfach aus dem Bankomaten heraus. Man muss ihnen also erklären, wie das System funktioniert. Auch die Verbindung von Geld und Leistung oder Arbeit müssen Eltern erklären. Dass zum Beispiel unterschiedliche Berufe unterschiedlich bezahlt werden, dass schulische Leistungen zu einem besseren Job führen können, und so weiter.

derStandard.at: Ist Transparenz, was die finanziellen Möglichkeiten einer Familie betrifft, entscheidend? Soll man Kindern sagen, "wir können uns das nicht leisten" oder "wir müssen sparen"?

Velásquez: Das soll man auf jeden Fall erklären, aber natürlich in einer kindergerechten Art. Kinder sind nicht dazu da, um mit den Sorgen der Erwachsenen überschüttet zu werden. Aber am Beispiel der aktuellen Krise: Wenn man als Familie finanzielle Probleme hat, ist es für Kinder wichtig, dass sie lernen, was geht und was nicht. Da kann man Kindern auch beibringen, wie schön es sein kann, auf etwas zu sparen. Wenn man es sich zum Beispiel gerade nicht leisten kann, mit seinen drei Kindern in den Prater zu gehen, könnte man ein Sparschwein aufstellen und zusammen auf den Ausflug dorthin sparen. Kinder lernen damit auch das Warten können. Viele haben das mittlerweile verlernt.

derStandard.at: Woher kommt das?

Velásquez: Es ist eine Frage, wie viel Zeit für Kinder da ist. Wenn Eltern das Gefühl haben, sie verbringen zu wenig Zeit mit ihren Kindern, oder dass es erzieherische Probleme gibt, ist es die einfachste Variante, das mit Geld zu kompensieren. Das schießt am Ziel vorbei. Geld ist ein Mittel, um etwas zu bekommen. Kinder müssen verstehen, dass Geld einen Ursprung hat, und der ist Arbeit. Dass Arbeit auch im besten Fall etwas mit den Vorlieben eines Menschen zu tun hat. Dass jeder Verdienst eine Grenze hat. Man kann Kindern anhand von Spielzeuggeld zeigen, wie viel da ist, wie viel Miete, Nahrung, usw. kosten, und was am Ende übrig bleibt für die Extras. Ein Kind soll verstehen, dass Geld etwas ist, das man verteilen kann, und ab und zu auch auf etwas warten muss. Das ist ein sehr komplexer kognitiver und auch emotionaler Vorgang. Wenn wir Kindern beibringen, gut mit Geld umzugehen, geben wir ihnen wichtige Erfahrungen in Dankbarkeit, in Selbstkontrolle, in vorausschauendem Denken mit.

derStandard.at: Ist eine gescheite Geld-Erziehung dann auch ein Garant dafür, dass Kinder als Erwachsene gut mit Geld umgehen können?

Velásquez:  Im menschlichen Verhalten gibt es keine 1:1-Rechnungen. Bei emotionaler Bedürftigkeit kann Geld auch als schnelle Befriedigung für andere Probleme hergenommen werden. Das macht es so verführerisch. Menschen suchen nach schneller Erleichterung, deswegen hat Geld auch dieses Suchtpotenzial. Es kann sein, dass Eltern sehr vernünftig mit Geld umgehen. Das Kind hat aber das Gefühl, zu wenig geliebt zu werden, und kompensiert das durch inflationäres Kaufverhalten.

derStandard.at: Ab wann soll man mit Taschengeld anfangen?

Velásquez: So früh wie möglich. Ich würde sagen, mit fünf, sechs Jahren bzw. mit dem Eintritt in die Schule kann man mit regelmäßigem Taschengeld anfangen. Im Vorschulalter beginnen Kinder zählen zu lernen, das bietet sich gut an. Dabei kann man bei einem fünfjährigen Kind wöchentlich mit ein, zwei Euro beginnen. Kleinere Kinder haben noch wenig Gefühl für einen längeren Zeithorizont, erst ab zehn Jahren ungefähr kann man auch auf eine monatliche Zahlung umsteigen.

derStandard.at: Sollte auch Bestrafung über das Taschengeld funktionieren, nach dem Motto "Du warst böse, deswegen kriegst du dieses Monat kein Taschengeld"?

Velásquez: Nein, niemals. Taschengeld ist etwas, das Kindern zusteht, wenn Eltern es einmal mit ihnen vereinbart haben. Strafen wirken ohnehin nicht. Wenn ein Kind ein Prinzip bricht, soll es Folgen geben. Beschädigt ein Kind mutwillig etwas, dann kann das über Geld funktionieren. Zum Beispiel über Ratenvereinbarungen, bis der Schaden bezahlt ist. Wenn man nämlich das gesamte Taschengeld streicht, dann resigniert das Kind vollends. Das Taschengeld sollte fix sein und unantastbar.

derStandard.at: Wie kann man mit Kindern eine Art "Budgetplanung" machen, wenn sie zum Beispiel auf etwas hin sparen?

Velásquez: Das kann man mit Magnettafeln oder mit Klebepunkten oder Ähnlichem machen. Am Schluss soll das Ergebnis sichtbar sein, und auch der Weg zum Ziel. Ist dieser visuell sichtbar, bekommen Kinder auch den Eifer, darauf hin zu sparen. Bei größeren Beträgen sollten auch die Eltern helfen, weil Kinder nicht so einen langen Atem haben. Das kommt erst mit der Zeit. Netbanking ist für ältere Kinder eine gute Möglichkeit, weil es eine Übersicht über das Geld-Verhalten bietet. Was man als Eltern auf jeden Fall vermeiden sollte, sind Kredite, vor allem größere Beträge. Wenn das Geld verbraucht wurde, dann ist es weg, und das Kind muss bis zur nächsten Zahlung warten.

derStandard.at: Was halten Sie von "Familienzinsen", also wenn Eltern ihre Kinder mit einem Bonus dafür belohnen, dass sie einen gewissen Betrag zusammensparen?

Velásquez: Das finde ich durchaus okay, aber man muss aufpassen. Ich glaube, dass es die bessere Variante ist, Beträge für ein bestimmtes Ziel zu ergänzen, wenn sich das Kind sehr bemüht hat. Der Bonus läuft ein bisschen an der Realität vorbei, schließlich kriegt man auch sonst nichts geschenkt, wenn man etwas spart.

derStandard.at: Wie lange sollte die Mama-und-Papa-Bank überhaupt offen haben, also wie lange sollten Eltern ihre Kinder finanziell tragen?

Velásquez: Als Faustregel würde ich sagen: Solange das Kind zu Hause wohnt. Ist es 18 und beginnt zu studieren, steht dem Kind sowieso die Familienbeihilfe zu, aber sonst sollten sie durchaus auf eigenen Beinen stehen. Wenn ein junger Mensch arbeiten geht, ist er auch auf sich selbst gestellt. Ich kenne viele Familien, wo die Kinder nichts machen, die Schule abgebrochen haben und nicht arbeiten. Da sage ich den Eltern immer: Sie sollen dem Kind zeigen, wie sein Lebensniveau aussehen wird, wenn es so weiter macht. Das heißt, es bekommt Essen und Wohnung, aber sonst nicht mehr viel. (Daniela Rom, derStandard.at, 22.11.2010)

SANDRA VELÁSQUEZ ist klinische und Gesundheitspsychologin, die vor allem auf die Familien- und Kindertherapie spezialisiert ist. Als "Super-Nanny" in der gleichnamigen TV-Sendung machte Velásquez erste Erfahrungen mit dem Konzept des "Aufsuchenden Familientrainings". Mit dem Verein Kind-Familie-Umwelt arbeitet sie zudem an der Förderung psychisch und physisch in Not geratener Kinder und Jugendlicher in problematischen Lebenssituationen.

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Herr Ert
00
Gschmeidig!

Die Expertin sagt, Eltern sollen ihre studierenden Kinder nicht finanzieren. Das Beihilfensystem geht aber genau davon aus.

Kindern in Ausbildung steht außerdem gesetzlich Unterhalt zu. Das ist sogar einklagbar. Aber offenbar pädagogisch nicht sinnvoll...

Witzig auch: " Ist es 18 und beginnt zu studieren, steht dem Kind sowieso die Familienbeihilfe zu, aber sonst sollten sie durchaus auf eigenen Beinen stehen."
Die Familienbeihilfe beträgt ganze 200 Euro!
Bei monatlichen Kosten zwischen 600 und 900 Euro.... ... ... aber naja, was reg ich mich denn noch auf? Dass die Situation von Studenten niemand realitätsnah einschätzt, bin ich ja längst gewohnt.

QUANTUM
00
18.11.2011, 16:43

geld ist immer nur MITTEL zur befdriediegung

Laín Coubert
05
2.12.2010, 14:00
alle Kinder sollten WIRKLICH was über Geld lernen:

"money as debt"/ "Geld als Schuld"

auf video.google.com

ca 45min. "Lehrfilm" über das Wesen des Geldes.

totila39
00
24.11.2010, 18:13

Also seit ich regelmäßig Taschengeld gebe hat sich das Problem von "ich will spielsachen oder ähnliches" erledigt. Er weiß genau, wie viel geld ihm pro woche zusteht und das hatte wirklich zur Folge, dass er angefangen hat zu sparen. Meist mit einem Ritual, ich gebe ihm sein wöchentliches Taschengeld, er wills sehen und anfassen und dann gibt er es mir zurück um es auf seinem virtuellen Konto anzusparen. Alle 2 Monate will er dann sein angespartes physisch sehen. Inzwischen hat er dadurch 130 Euro angespart. Wenn er dann etwas in einem Spielwarengeschäft sieht, dann weiß er, was er sich leisten kann und was nicht. Und dadurch, dass es sein Geld ist, wird er beim Einkauf viel kritischer und bescheidener.

totila39
00
24.11.2010, 18:45

Aber Taschengeld als Gegenleistung für etwas zu sehen ist einfach nur dumm.

QUANTUM
10
18.11.2011, 16:46

wenn ich arbeite leiste ich und möchte vom chef dafür keine bananen sondern geld

hlg
00
19.11.2011, 12:03
das könnte sich leider schneller ändern...

als es uns lieb ist!

QUANTUM
00
20.11.2011, 10:03

ja wir werden die ketten der FI abstreifen und endlich aus dem sklavendasein rauskommen.

hlg
00
22.11.2011, 07:20
das vielleicht auch...

aber zuerst werden wir hunger haben...

und da wären uns dann bananen lieber als papier...

QUANTUM
00
22.11.2011, 18:54

rev's gehen auch friedlich. siehe ghandi

QUANTUM
00
22.11.2011, 18:53

hab ich lieber hunger, bevor ich diese ungustln noch weiter anfüttere.

Wildcat
00
24.11.2010, 12:20
was hat geld mit der fähigkeit dankbar zu sein zu tun?

ein verblendeter standpunkt

QUANTUM
10
18.11.2011, 16:49

dankbar den banker die zehen küssen, daß es ihn gibt

Posten Sie mich bloß nicht an!
20
24.11.2010, 09:43

Und was lernen 5-Jährige daraus, dass sie Taschengeld bekommen, für das sie nicht arbeiten müssen? Dass man für sein Geld arbeiten gehen muss?

Jimmy Neutron
01
24.11.2010, 10:43

Dass wir in einer Solidargesellschaft leben. Ein Drittel oder ein Viertel der Bevölkerung arbeitet und ernährt dabei auch die anderen. Wie soll einem jungen Menschen das Geldverdienen schmackhaft gemacht werden, wenn es nicht lernt, mit Geld umzugehen?

Posten Sie mich bloß nicht an!
10
24.11.2010, 10:56

"Dass wir in einer Solidargesellschaft leben."

Also eh nicht, dass man für Geld arbeiten muss oder was meinen Sie? Was soll das Kind über Arbeit lernen, wenn es das Geld fürs Nichtstun bekommt?

"Wie soll einem jungen Menschen das Geldverdienen schmackhaft gemacht werden, wenn es nicht lernt, mit Geld umzugehen?"

Geld verdienen ist in aller Regel, was ich nicht gut finde, eine Notwendigkeit, die meist keinen Spaß macht. Mit Geld umgehen können, heißt doch nicht, dass ich es gerne verdiene. Ich muss es erarbeiten. Dass manchen ihre Arbeit Spaß macht, ist toll, aber sehr sehr selten.

Ich bin auch ohne Taschengeld zurechtgekommen. Hab's nur zwei Mal bekommen. Ich bekam aber dazwischen immer was und das musste ich ja auch einteilen.

Jimmy Neutron
00
24.11.2010, 11:40

Ich verstehe Ihren Standpunkt oder das Problem nicht. Ein Kind wird ja auch von der Mutter genährt, hat aber nichts dafür geleistet. Auch Pflanzen bekommen gratis Sonnenlicht und Wasser. Der Sinn des Taschengeldes ist ja nicht die Bereicherung des Kindes, sondern - darum geht es ja gerade in dem Artikel! - das praktische Erlernen eines vernünftigen Umgangs mit Geld. Ein Kassier, Schatzmeister oder Finanzminister verwaltet und gibt auch Geld aus, dass er nicht selbst erarbeitet hat. Auch ein Kind kann und soll lernen, sorgfältig und vernünftig damit umzugehen. Dies gelingt umso mehr, als (im Gegensatz zu einem Kassier) es sich sogar um eigenes Geld handelt.

Posten Sie mich bloß nicht an!
20
24.11.2010, 12:03
2

Ein weiteres Problem ist ja auch, Taschengeld hin oder her, das Kind kriegt eh meistens was es will. Wo ist da die Lehre?

Wenn es sich das Taschengeld einteilen muss, aber nebenbei "alles" zum Naschen bekommt oder das neue Fahrrad oder den Rucksack, das Computerspiel etc. wo ist die Erkenntnis, dass man nicht alles haben kann? So hat es das Taschengeld noch zusätzlich.

Dann besser das Kind zum Einkaufen mitnehmen und vor die Wahl stellen. "Was willst du heute als Nachspeise, das oder das?" Dann muss das Kind wirklich abwägen lernen. Man kann es auch beraten.

Aber die Kinder kriegen eh, was man sich für sie leisten kann. Da lernt man doch nix draus.

Joe Bazooka
 
00
25.11.2010, 14:02

Ja, Kinder lernen nichts durchs Bekommen, das ist so weit richtig. Sie lernen aber auch nichts durchs Nicht-Bekommen: da sind Sie auf dem Holzweg. Kinder lernen durchs TUN, und wenn sie kein Geld in die Hand bekommen, dann können sie damit nichts tun, also werden sie auch nicht lernen, wie man damit umgeht, und das sollten sie früh lernen.

Aber wie kommen Sie darauf, dass man nichts bekommt, was man nicht verdient? Schauen Sie sich um: sind alle Einkünfte durch Leistung erwirtschaftet? Wohl kaum. Und wer soll Ihnen glauben, dass Sie noch nie etwas bekommen haben, das Sie nicht verdient hätten? Selbst wenn: das ist nicht die Norm, also auch nichts, was man Andere lehrt, allenfalls ihre persönliche schlechte Erfahrung. So etwas wollen Sie an

Posten Sie mich bloß nicht an!
10
25.11.2010, 14:15

"Und wer soll Ihnen glauben, dass Sie noch nie etwas bekommen haben, das Sie nicht verdient hätten?"

Das habe ich nie und nimmer behauptet. Wie käme gerade ich dazu? Dafür bin ich zu oft auf Jobsuche. Ist aber sicher meine Schuld, dass ich einmal zu alt oder zu jung, einmal zu qualifiziert, dann wieder unterqzalifiziertt, dann männlich statt weiblich bin.

Wären die ArbeitgeberInnen bei ihrer PartnerInnenwahl nur so "weise" und anspruchsvoll ... Aber als Mensch ist man oft nur mehr Material, ob in der Beziehung oder in der Arbeit.

Es geht im Artikel auch darum, den Kindern beizubringen, dass sie für Geld arbeiten müssen. Da soll man ihnen Geld für null Leistung geben? Und alles Andere zusätzlich?

Nein, ich bin nicht geizig, warum auch?

RS69
 
00
12.3.2011, 12:57

Die Leistung der Kinder ist, in die Schule zu gehen.

Posten Sie mich bloß nicht an!
20
24.11.2010, 11:53

Ich dachte, es geht darum, dem Kind beizubringen, dass man Geld auch verdienen muss - nicht nur einteilen.

Wie man Geld einteilt, das lernt man dann z. B. in der Lehre. Wie das junge StudentInnen machen, keine Ahnung. Da arbeiten dann welche oder bekommen die Familienbehilfe oder lernen es auf die harte Tour. Na und?

Ich kann einem Kind auch die Nascherein für eine ganze Woche geben und es muss sich diese einteilen. Auch Zeit müssen wir alle einteilen lernen. Ich verstehe nicht, dass man einem 5 Jährigen Kind Geld geben muss, das es sich nicht einmal verdient hat, um ihm beizubringen, dass man Geld verdienen muss.

Und bitte 5 Jahre? Können die schon Schuhe zubinden?

RS69
 
00
12.3.2011, 13:01

Möglicherweise spiegelt das ihr persönliches Problem mit Geld wieder?

Den Umgang mit Geld lernen Kinder dadurch, dass sie welches bekommen, und das Ihren wünschen gegenüber stellen. Kinder arbeiten zu schicken macht wenig Sinn - und wäre auch illegal. Kindern die Erkenntnis zu bieten, dass die Eltern arbeiten gehen, und Ihre Arbeit die Schule ist, die sie gut machen sollen - ist eine wertvolle Erkenntnis.
Kindern die Erkenntnis zu verschaffen, dass der Einsatz in der Schule dazu dient, die späteren Einkommen zu erarbeiten, ist auch besser als "Du musst" - das kann schon bei 6-7 jährigen gut rüber kommen.

In die Ausbildung der Kinder - auch als Studenten - zu investieren, macht viel Sinn.

Posten Sie mich bloß nicht an!
21
24.11.2010, 09:31
Ab 5 Jahren Taschengeld? Au, Backe! Prädikat wertlos.

Wenn man will, dass Kinder wissen, woher das Geld kommt, dann muss man es ihnen erklären. Ich bekam auch kein Taschengeld und wusste, dass meine Mutter dafür arbeiten muss.

Es sollen ja viele Kinder glauben - kein Scherz -, dass Kühe lila sind. Wegen der Milkawerbung. Vielleicht sollte man jetzt jedem Kind eine Kuh kaufen, damit sie wissen, dass Kühe doch nicht lila sind?

Und auch Bestrafung gehört zur Erziehung. Positive Verstärkug allein reicht nicht, wie man sieht.

gastrosoph
06
24.11.2010, 07:06
Falsche Zielgruppe

Bevor man Kindern das 'Zählen' per Geld beibringt, sollte man deren Eltern in Kurse schicken, denn viele von denen stecken nicht umsonst in der Schuldenfalle.

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