Achillesferse Banken

Stresstest bei irischen Banken gibt Rätsel auf

17. November 2010, 18:06

Geplagte Institute Allied und Bank of Ireland hatten im Sommer noch genug Kapital

Dublin/Wien - So schnell kann es gehen: Im Juli führte die europäische Bankenaufsicht CEBS einen umfassenden Stresstest durch, bei dem den beiden involvierten Banken Allied Irish und Bank of Ireland eine ausreichende Kapitalausstattung konzediert wurde. Zwar schnitten die Institute nicht gerade berauschend ab (Platz 63 für Bank of Ireland, Platz 74 für Allied unter 91 Banken), blieben aber auch in einem Rezessionsszenario deutlich über der geforderten Schwelle einer Eigenkapitalquote von sechs Prozent, die von sieben europäischen Banken verfehlt würde.

Nur vier Monate später kristallisiert sich der Kreditapparat als die Achillesferse Irlands schlechthin heraus. Bis vor kurzem wurde mit einer Belastung des Staates im Ausmaß von 54 Milliarden Euro gerechnet, mittlerweile gehen die Schätzungen deutlich nach oben. Größter Verlustbringer ist die Anglo-Irish Bank, die nicht am Stresstest teilnahm. Allied versuchte ursprünglich, den aufgetauchten Kapitalbedarf selbst an den Märkten aufzubringen, doch mittlerweile ist klar, dass auch dieses Institut unter staatliches Kuratel gestellt werden muss. Über eine bevorstehende Kapitalerhöhung dürfte Dublin auch bei der zweitgrößten Bank mit einem Anteil von 90 Prozent ungewollter Hauptaktionär werden. Laut Bloomberg muss Allied heuer noch 1,8 Mrd. Euro an Schulden zurückzahlen, was ohne Staatshilfe schwierig werden könnte.

Bank of Ireland wiederum - die Nummer eins auf der Insel - macht den Exodus der Einlagen für die Schieflage verantwortlich. Allein seit August zogen Sparer zehn Milliarden Euro ab. Der Finanzsektor hängt derzeit am Tropf der Europäischen Zentralbank, die die Institute mit Liquidität versorgt. Zur Deckung der Eigenkapitalausstattung sind der Notenbank aber die Hände gebunden. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum die EZB derart vehement ein Hilfspaket der Eurozone und des Internationalen Währungsfonds einfordert.

Dass die aktuelle Situation beim Stresstest in keiner Weise antizipiert wurde, lässt die meisten Beobachter ratlos zurück. Jörn Lange von Raiffeisen Research verweist darauf, dass der Abschwung in Irland noch deutlicher ausfiel als zuletzt angenommen. Die Immobilienpreise hätten sich teilweise halbiert, dazu kommt der drastische Verfall der Staatsanleihen, die in den Bankbilanzen schlummern. Allein der Kapitalbedarf bei Allied habe sich seit Frühjahr von 7,3 auf zehn Milliarden Euro erhöht, sagt Lange.

Hohe zweistellige Hilfsbeiträge für die Banken, die derzeit kolportiert werden, hält der Analyst dennoch für übertrieben. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2010)

Boots Mann
00
21.11.2010, 22:56
den Banken das Geld zu geben war eben falsch!!

diese verwenden das Geld immer - systembedingt - für sich selbst, wenn die Banken noch im Sommer MIttel hatten, und feststellten, das der Absturz droht, ist eben klar - sie wissen es als erstes - und als erstes ziehen diese das Geld aus der irischen Wirtschaft.

Wen wundert hier was?

Die Iren werden international an den Pranger gestellt, und die Banken kochen ihre Finanzsuppen wieder günstig anderswo, bis wieder Feuer am Dach ist.

Das Geld hat NUR von den Banken an Irland zu gehen!

Mostbluzza
00
18.11.2010, 09:05
warum nur, warum

hat die raiffeisen den stresstestern nicht gesagt, dass die immopreise in irland um die hälfte fielen ... jetzt rücken sie raus mit diesen geheimen informationen.

ich versteh das nicht, sowas wichtiges so geheim halten ... auch einen internetzugang hätten sie den testern geben müssen, womöglich auch notebooks, aber so wird das halt nix mit diesen harten, objektiven tests.

Dalien
 
03
17.11.2010, 19:55
Also mich wundert das überhaupt nicht

Diese sogenannten Stresstests waren doch nur Augenauswischerei, die Banken haben die Formulare dazu völlig willkürlich ausgefüllt und bestimmt nicht die wahren Verhältnisse reingeschrieben.

Aber Hauptsache so Parteikasperln wie Hr. Novvottny
haben großspurig verkündet das alles in Ordnung ist!

Ich wünsche den Herren, das sie einmal einen Chirurgen bekommen der ebensowenig Ahnung vom Tuten und Blasen hat wie sie selber und ebenso moralisch verkommen ist!

MUNGO1
02
18.11.2010, 06:12
Man sollte sich vorbereiten!!

Ich meine ebenso daß der Stresstest nur eine Alibihandlung war und die Ergebnisse bereit vorher ausgehandelt wurden.
Man kann dem Volk die "bittere Pille" nicht auf einmal verabreichen, das geschieht dzt. in kleinen Dosen um die Massen zu beruhigen und nicht an die Bankschalter zu treiben.
Je länger man die Wahrheit künstlich verdrängt, um so härter wird der Aufprall werden.
Ich meine daß eine Gesundung ohne Währungsreform nicht mehr möglich sein wird, der Euro wird dann Geschichte sein und die Eu in der momentanen Form, ebenso!

josefwurst
00
17.11.2010, 18:47
Exodus der Einlagen

das ist erst der Anfang ...

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