Österreicher geben wieder mehr Geld aus

17. November 2010, 12:33
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Der private Konsum steigt, aufs Sparbuch kommt weniger Geld: Laut Studie geben die Haushalte heuer 4,2 Prozent mehr aus


RegioPlan: Teurer Sprit lässt Verkehrsausgaben steigen - Auch Elektro- und Goldprodukte gefragt - Weniger Geld aufs Sparbuch
Wien - Der private Konsum in Österreich zieht nach einer Stagnation im Krisenjahr 2009 wieder an: Die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben werden heuer um 4,2 Prozent auf 36.026 Euro steigen, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens RegioPlan hervor. Ein beträchtlicher Anteil der Steigerungen entfällt aber wegen der deutlich höheren Spritpreise auf den Verkehr. Mehr ausgegeben wird auch für Elektro- und Goldprodukte. Gespart wird weniger.

Die Ausgaben für den nicht-privaten-Konsum werden heuer um 13 Prozent auf durchschnittlich 6.056 Euro pro Haushalt zurückgehen. Darunter fallen gespartes Einkommen, Kreditrückzahlungen, Versicherungen sowie Strafen und Gebühren. Insgesamt werden die Haushalte heuer mit durchschnittlich 42.082 Euro mehr ausgeben als im Vorjahr mit 41.520 Euro.

Zuwächse bei langfristigen Sparformen

Auf Konten und Sparbüchern wird deutlich weniger Geld liegen. Zuwächse gibt es dagegen bei langfristigen Sparformen wie Pensions- und Lebensversicherungen (+18 Prozent) sowie Aktien und Fonds (+120 Prozent).

Mit dem Plus von 4,2 Prozent wird heuer deutlich mehr ausgegeben als im langjährigen Trend: In den vergangenen zehn Jahren stiegen die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben zwischen 1 und maximal 3 Prozent pro Jahr. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, diesem Motto folgend werden die österreichischen Haushalte das, was sie 2009 gespart haben, wieder ausgeben", kommentiert RegioPlan-Consultingleiter Michael Oberweger die Zahlen.

Auf Fixkosten wie Ernährung, Energie, Verkehr und Wohnung entfallen 60 Prozent der gesamten Ausgaben. Hier schlagen sich die höheren Spritpreise nieder. Am stärksten steigen heuer laut RegioPlan-Studie die Ausgaben für Verkehr mit einem Plus von 7,8 Prozent auf 6.037 Euro. Den zweitgrößten Anstieg gibt es bei "Einrichtung, Hausrat" (+4,5 Prozent auf 3.288 Euro), gefolgt von Gesundheitspflege (+4,2 Prozent auf 1.467 Euro), Wohnung (+4,0 Prozent auf 6.403 Euro) und "Energie/Heizung/Licht (+3,7 Prozent auf 1.797 Euro).

Die Ausgabenverteilung zeige deutlich, dass eine Steigerung der privaten Konsumausgaben nicht automatisch nur dem Einzelhandel zugute kommt, obwohl dieser bei einem starken Plus auch davon profitieren könne, so Oberweger. Starke Zuwächse für den Handel seien bei folgenden Produkten zu erwarten: Plasmageräte (+17 Prozent), LCDs (+14 Prozent), Handy-Zubehör (+10 Prozent), Elektro-Kleingeräte (+10 Prozent) und Mobiltelefone (+6 Prozent). Grund für den Anstieg bei diesen Produkten seien die technischen Innovationen im (Tele)-Kommunikationsbereich wie etwa iPad oder neue iPhone-Modelle. Zudem habe die Fußball-WM den Kauf von Plasmageräten und LCDs angekurbelt.

Die Ausgaben für Uhren und echten Schmuck werden heuer um 12 Prozent steigen. RegioPlan führt dies auf den höheren Goldpreis zurück, der die Konsumenten veranlasst, vermehrt Goldprodukte als langfristige Investition zu kaufen.

Inwieweit diese Steigerungen aber auch zu höheren Umsätzen im Elektro- sowie im Uhren- und Schmuckhandel führen, könne noch nicht genau beziffert werden. "Die privaten Konsumausgaben sind nur einer von mehreren Faktoren, die die Umsatzentwicklung in der Einzelhandelsbranche beeinflussen", so Oberweger. (APA)

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    Die Österreicher nehmen wieder mehr Geld in die Hand.

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