Neuer Harry Potter-Film vor dem Kinostart im Netz: Verschwörung oder PR-Aktion?

17. November 2010, 10:23
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Erste halbe Stunde von "Deathly Hallows: Part 1" durchgesickert

Das Filmstudio Warner Bros. ist in Aufruhr. In der Nacht auf Dienstag hat irgendjemand die ersten 36 Minuten des kommenden Films "Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1" über Tauschbörsen im Internet veröffentlicht. Das Besondere daran: Der Film ist bis zum Start (ab Mittwoch in Europa) noch nicht einmal im Kino zu sehen.

Aus den eigenen Reihen?

"Das ist ein ernster Verstoß gegen das Urheberrecht und ein Diebstahl von Warner Bros. Eigentum", ließ der Konzern die US-Branchenseite Wired in einer Stellungnahme wissen. Zurzeit arbeite man fieberhaft daran, die Lücke im System zu finden. Das durchgesickerte Material ist durch ein Wasserzeichen gekennzeichnet, was darauf schließen lässt, dass es von einer Vorführ-DVD des Studios stammen dürfte. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es jedoch nicht.

Gespaltene Lager

In den Foren der Tauschbörsen scheint es indes nicht durchgehend reges Interesse an der verlängerten "Sneak-Preview" zu geben. Während die Einen die Vorschau auf den siebenten Teil des Zauberer-Abenteuers begrüßen, warten die Anderen lieber auf die vollständige Fassungen des Films. Der Gründer des Blogs TorrentFreak Ernesto Van der Sar glaubt jedenfalls nicht daran, dass das besagte Material millionenfach heruntergeladen wird. Die generelle Nachfrage an Harry Potter-Streifen sei aber nach wie vor hoch. Nicht zuletzt verzeichnete der letzte Teil nicht nur bei den Kinokassen großen Andrang, in Tauschbörsen wurde er rund 8 Millionen Mal heruntergeladen.

Möglicherweise Hilfreich

Laut Van der Sar könnte die frühzeitige Veröffentlichung von Deathly Hallows: Part 1 Warner. Bros auch zugute kommen, sofern nicht der komplette Film ins Internet entkommt. "Wenn die erste halbe Stunde überzeugt, werden die Leute ins Kino gehen, um den Rest des Filmes zu sehen." Dass es sich bei frühzeitigen Veröffentlichung gar um eine verdeckte PR-Aktion des Studios selbst handelt, will Van der Sar jedenfalls nicht ausschließen. Die Qualität des Materials sei ungewöhnlich hoch und zumindest vom wirtschaftlichen Standpunkt aus würde die Aktion Sinn ergeben. (zw)

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Wired

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    foto: warner bros
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