Fußball-Interview

"Mit Händen, Füßen, Deutsch, Spanisch"

Florian Vetter, 17. November 2010, 10:02
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    foto: apa/rubra

    Gegen den LASK hat Ewald Brenner heuer das 1:0 erzielt und damit drei Punkte für die SV Ried besorgt. 

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    Brenner war bei verschiedenen Bundesliga-Klubs engagiert, zwischen 1997 und 1999 etwa beim GAK. (im Bild nimmt er gemeinsam mit Gregor Pötscher den Rapidler Marcus Pürk in die Zange)

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    foto: apa/hans punz

    Ein oft bemühtes Wortspiel, aber nie unzutreffend: Ewald, "der Dauerbrenner" rennt seit 392 Spielen über Österreichs Bundesliga-Plätze.

  • Das Tor des Jahres!

Bundesliga-Oldboy Ewald Brenner im derStandard.at-Interview über die sensationelle SV Ried, die Kommunikation mit den Spaniern und die drohende Fußballer-Pension

Ried - Einen Platz in der Rieder "Hall of Fame" hat sich der Routinier Ewald Brenner wohl verdient. Seit 2004 kickt der 35-Jährige im Innviertel, hielt seine Knochen schon in der Red Zac Liga hin. Heuer steht die SV Ried nach 15 Spielen am oberen Ende der Tabelle, an den Meistertitel wird in dieser komischen Situation freilich kein Gedanke verschwendet. Warum Ried froh sein kann, überhaupt Teamspieler für Didi Constantini zu stellen, 30 Punkte in der Tabelle für Ruhe am Bankkonto des Vereins sorgen und Aufhören kein Thema ist, erzählt Ewald Brenner im derStandard.at-Interview. Die Fragen stellte Florian Vetter.

derStandard.at: Warum steht die SV Ried an der Tabellenspitze?

Ewald Brenner: Ja, warum eigentlich? Wir haben derzeit einen Lauf, spielen sehr konstant. Und vorne schießen wir die notwendigen Tore.

derStandard.at: Als Tabellenführer stapelt der Verein  Runde für Runde sehr tief. Wie lange wird noch davon geredet, dass man auf keinen Fall Meister werden kann?

Brenner: Wir werden weiter tiefstapeln, weil alles andere nicht realistisch ist. Die Konkurrenz der großen Vereine wird um ein Hauseck stärker werden, wenn die Europa-League wegfällt. Sie haben dann eine bessere Vorbereitung. Wir müssen den Herbst noch perfekt beenden, damit wir uns im Frühjahr keine Sorgen machen müssen. Unser Kader ist dünn besetzt.

derStandard.at: Stichwort Kader: Mit Mittelfeldmann Thomas Schrammel ist nur ein Spieler des Tabellenführers für das Nationalteamspiel gegen Griechenland einberufen worden. Gäbe es noch Rieder Kandidaten für Didi Constantini?

Brenner: Anscheinend nicht, sonst wären mehr dabei. Das ist bei uns kein Thema. Wir sind froh, dass der Thomas überhaupt dabei ist. Er spielt sehr stark im Moment. Zwei oder drei weitere Kandidaten wurden bereits ins Auge gefasst - diese müssen ihre Leistungen aber erst einmal jede Woche bestätigen.

derStandard.at: Wie hoch ist der Anteil von Trainer Paul Gludovatz am Erfolg?

Brenner: In diesem Zusammenhang muss man vom Trainerteam sprechen. Paul Gludovatz würde nie den Erfolg für sich allein reklamieren, da wird auch Gerhard Schweitzer genannt. Im Moment passt das Ganze: Die Vereinsführung, das Trainerteam und die Mannschaft, da greift ein Rad ins andere.

derStandard.at: Sie haben schon einige Trainer kommen und gehen gesehen. Was macht Paul Gludovatz besonderes, auch im Umgang mit seinen Spielern?

Brenner: Es wäre nicht fair anderen Trainern gegenüber, einfache Vergleiche zu ziehen. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Unsere Kader setzt das 3-3-3-1-System von Gludovatz perfekt um.

derStandard.at: Kein Team hat im Frühjahr letzte Saison derart abgebaut wie Ried. Was hat sich nun geändert zur Vorsaison?

Brenner: Vom Training her hat sich nichts verändert. Es gab einen Umbruch im Kader, ein paar Spieler wie etwa Daniel Royer oder Ivan Caril Regueiro waren Glücksgriffe. Guilem ist sehr torgefährlich, Prettenthaler und Riegler setzten das System hinten sehr gut um. Wir stehen in der Verteidigung sehr kompakt. Damit ist das Erfolgsgeheimnis von Ried eigentlich sehr schnell erklärt.

derStandard.at: Sie haben heuer ein wichtiges Tor gegen den LASK geschossen, sind aber auch mit einem harten Foul an Salzburgs Mendes aufgefallen. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung bisher?

Brenner: Ich kann positiv zurückblicken. Das Tor war sehr wichtig, entscheidender sind aber die drei Punkte. Wer bei uns trifft, ist egal. Man sieht das auch in der Torschützenliste. Wir sind breit aufgestellt, zwölf verschiedene Spieler haben bereits Tore erzielt. Die Aktion mit Mendes wurde in den Medien wilder dargestellt als sie eigentlich war. Mendes und ich hatten uns danach zusammengesetzt, damit war die Sache zwischen uns erledigt und ich brauche dazu nichts mehr sagen. Die Vergangenheit ist aber im Fußball schnell wurscht. Spielt man zweimal schlecht, hagelt es wieder Kritik.

derStandard.at: Vor zwei Jahren gab es Querelen um Ihre Vertragsverlängerung, der Verein hatte kein Geld. Letzte Saison war Ihr Verbleib nicht einmal ansatzweise gefährdet. Können Sie sich vorstellen, über 2011 hinaus bei Ried weiter zu kicken?

Brenner: Das kann ich mir auf jeden Fall vorstellen. Ich fühle mich gut, bin von Verletzungen verschont geblieben und bringe meine Leistung.

derStandard.at: Ist man von Vereinsseite bereits an sie herangetreten?

Brenner: Dafür ist es noch zu früh. In Ried beginnen die Vertragsgespräche meistens im Februar oder März. Der Trainer gibt bekannt, mit welchen Spielern er weiter arbeiten möchte und der Verein sagt, was finanziell möglich ist. Im März oder April sollten die Verträge spätestens unter Dach und Fach sein. Vor zwei Jahren hatte ich bis Juni keine klare Situation und das hat mich geärgert. Obwohl beide Seiten ursprünglich wollten, konnte mir der SV Ried kein Angebot machen. Einige Medien hatten behauptet, meine Forderungen seien so hoch gewesen. Das war natürlich ein Blödsinn, es gab nicht einmal ein Angebot. Nachdem Denis Berger den Verein verlassen hat, haben sie dann einen Spieler gebraucht und wir haben uns geeinigt.

derStandard.at: Sie haben 2004 bereits mit Ried in der Red Zac Liga gespielt, jetzt geht es um den Herbstmeistertitel in der Bundesliga. Was hat sich seither im Verein getan?

Brenner: In der Mannschaft herrschte damals ein Kommen und Gehen, da war kaum Kontinuität. Die Ziele des Vereins haben sich nicht geändert. Es ging immer darum, sicher im Mittelfeld mitzuspielen, den Abstiegskampf zu vermeiden. Unsere gute Herbstsaison sorgt für Ruhe, der Kader ist intakt und wir brauchen keine Verstärkungen. Das ist wichtig für den Verein, der kein Geld im Winter in die Hand nehmen muss. So lässt sich schon längerfristig für die kommende Saison planen.

derStandard.at: Im Winter werden die Karten neu gemischt, einige Klubs rüsten auf. Gludovatz bremst und sagt, dass Ried sich in einem Grenzbereich bewege, das Niveau könne nicht gehalten werden. Hat Ried wirklich keine Chancen auf den Meistertitel?

Brenner: Das ist jedes Jahr dasselbe Szenario, vor allem die Vereine im Abstiegskampf verstärken sich personell. Wir haben einige Verletzte, die in der Winterpause zurückkommen werden, dadurch wird der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams wieder belebt. Wir werden noch stärker werden.

derStandard.at: Wie funktioniert die Kommunikation mit den Spaniern im Team?

Brenner: Mit Händen und Füßen. Auf Deutsch, auf Spanisch, mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen. Die Spanier sind jetzt zu dritt, besuchen Deutschkurse und lernen sehr flott. Es ist aber immer wieder lustig, wenn ein Spanier deutsch spricht, das hebt die Stimmung der Mannschaft. Am Rasen reichen ein paar Schlagwörter. (derStandard.at; 17.November 2010)

Ewald Brenner (35) kickt seit 1996 in der österreichischen Fußball-Bundesliga. Nach Stationen bei FC Linz, GAK, LASK und SV Salzburg spielt der gelernte Mittelfeldmann seit 2004 bei der SV Ried. Zu Meisterehren kam Brenner 1995/1996 und 2004/2005 in der Red Zac Liga, in der Saison 2002/2003 gelang ihm in der Bundesliga das Tor des Jahres (damals für den SV Salzburg).

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Posting 1 bis 25 von 53
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Robert Paladin
00
20.11.2010, 17:32
Ich fänds toll wenn Ried Meister wird!

Wär sicher was einmaliges und total blamabel für die anderen Großklubs. Soviel dazu, daß der Trainer nichts ausmacht..........Wenn Ried Meister wird dann nur aufgrund des Trainers!!! Aber bitte das soll natürlich die Leistung der Spieler nicht schmälern.
GLUDOWATZ FOR TEAMCHEF!!

freeze
 
00
18.11.2010, 08:09

Beim Anblick des Fotos hab ich geglaubt der Dokupil feiert ein Comeback als Spieler...

hanni fridrich
00
18.11.2010, 13:13

also ich hab bei diesem foto gedacht der HIAS ist auferstanden.

green tea
81
17.11.2010, 21:18
Ja, Ried ist eh sympathisch, aber...

so eine Serie von Fehlpfiffen zugunsten von Ried muß man auch einmal zusammenbringen: nahezu in jedem Spiel gibt´s reguläre, aberkannte Treffer: Wr. Neustadt, Austria, Rapid....bei einem halbwegs regelkonform geleitetem Match hätte es in diesen Spielen maximal 3x ein Unentschieden gegeben, und nicht 3 Siege...
Schön langsam fragt man sich, ob Ried heuer von den Schiris mit Rapid verwechselt wird...mit solchen Schiri-Leistungen haben in der Vergangenheit die grün-weißen problemlos um den Meistertitel mitgespielt...

sonic
00
13.12.2010, 22:20

Und was ist mit dem Spiel in Salzburg? Ein Abseitstor von RBS wurde gegeben, eine lächerliche rote Karte für Ried, eine mögliche rote für RBS nicht...
Oder das Spiel bei Rapid Anfang Dezember. Das Rieder Tor war nämlich kein Abseits, und mit 1:0 für die SVR hätte sich Rapid schwer getan.
Die SVR wurde 2 Mal in Heimspielen bevorzugt, aber das lag nicht an der SVR, sondern an Schiri Dintar, der generell die Heimmannschaften bevorzugt (er pfiff auch die Salzburger zum Sieg gegen Ried).

Mr. XX1
03
18.11.2010, 00:42

und der elfer gegen rapid der nicht gepfiffen wurd? (sonnleitner reisst einen spieler nieder)
endstand trotzdem 2 tore vorsorung -trotz nicht gegebenem rapid tor.

der nicht gpfiffene elfer gegen austria wien ( schrammel wird von 2 austria spielern nach vorne gestoßen und einer davon sellt ihm das bein?

aber gut saga das wär ein X gewesen.

das spiel ggn wiener neustadt ging 2:0 aus und das 2:1 in er 91. minute hätt da auch nimmer geholfen

roßmann
00
17.11.2010, 21:15

der letzte Voestler!

Petutschnig Stani
00
17.11.2010, 20:09

bravo vetter, weiterinterviewen!!!

bravo spieler, weiterspielen!!!

derjungeroemer
01
17.11.2010, 19:47
die insider wissen es natürlich

obwohl es gewöhnungsbedürftig ist.
DIE SV Ried.
der reporter hat auch brav von DIE SV Ried geschrieben.
aber umgangssprachlich ist DER SV ried ganz ok,
weil.....
selbst der spieler ewald brenner spricht hier im interview von:
"DER SV ried konnte mir kein angebot machen"

;-))

Daviddavidovich
 
20
17.11.2010, 17:27

Ried spielte keinen EC auch keine Quali dafür,das ist schon ein Riesenvorteil,andererseits trotzdem kompliment, überhaupt Carhill ist ein Superfang, der ist eine Kategrie Hoffmann,Acimovic, toll dieser Spieler.Aber der Gludo ist schon schwer zu verdauen
seine Oberlehrer Art ist schon sehr anstrengend.

lapaiz
02
18.11.2010, 09:40
wenn ich die wahl hätte

zwischen oberlehrer und skilehrer - ich würd fix den oberlehrer nehmen :o)

Robert Paladin
00
20.11.2010, 17:28
Genau das wollt ich auch grad schreiben.....

Aber sie habens ja schon getan. Das war ein aufgelegter Elfer. Grün!

geordie
02
17.11.2010, 17:25

kann man bitte diesen unsäglichen Ausdruck "Oldboy" aus der Sportberichterstattung entsorgen? Und dazu bitte noch die "Speed Queen", "Crazy Canucks", "US-Boys", "ÖSV-Asse" und was es nicht sonst noch alles gibt. bitte, danke.

Prasino
00
18.11.2010, 01:21

und "aller Zeiten" gleich dazu ...

derjungeroemer
00
17.11.2010, 19:43

"oldboy" ist unverzichtbar!

Zocker aus Leidenschaft
04
17.11.2010, 15:01
Gutes Interview!

Ich hoffe Ried schafft es so lange wie möglich oben zu bleiben!
Es würde der Buli gut tun, wenn auch einmal ein anderer Verein (außer Salzburg, Rapid und Austria) zumindest theoretische Chancen auf den Titel hat.

Weiter so Gludo!

Sackarsch Willi
01
17.11.2010, 14:31
ein sympathischer kerl

lk zu
12
17.11.2010, 16:33
...

..."konnte mir der SV Ried kein Angebot machen";
hoffe es handelt sich um einen Übermittlungsfehler und Herr Brenner sagte:
..."konnte mir die SV Ried kein Angebot machen".

Der dicke Jokkl
00
17.11.2010, 18:42

was?

Ernst August von Hannover
21
17.11.2010, 18:51

Es heißt richtig DIE Spielvereinigung Ried.

liberlatinus
03
17.11.2010, 19:01

Und ganz richtig heißt es dann DIE Sportvereinigung.

Ernst August von Hannover
00
17.11.2010, 19:07

Stimmt. LOL. Ich Idiot. Asche über mein Haupt!

Prasino
00
18.11.2010, 01:23

und nicht alles anbrunzen

Hugh G. Rection
00
17.11.2010, 22:53
Asche AUF dein Haupt

bitte ;)

unordnungswache
03
17.11.2010, 13:43

Schönes Interview!
Der Brenner ist wahrscheinlich das charakterliche Herz der SV Ried. Er ist die personifizierte Fußballertugend und maßgeblich beteiligt am konstanten Erfolg seines Vereins. Nimm dazu einen Gludovatz (der übrigens unbedingt Teamchef werden muss) und ein paar gewiefte Spanier, und das Werkl rennt. Wie wichtig der Brenner für seine Mannschaft ist, sieht man auch daran, dass der Drechsel-Abgang im Sommer kein Loch gerissen hat. Der Brenner gibt immer alles am Platz, und obwohl er mir als Gegner meiner Schwoazn mit seinen konsequenten Zweikämpfen oft auf die Nerven geht: Hut ab!

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