Die Amis stehen jetzt schon unter Spannung

16. November 2010, 16:53
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Chevrolet Volt startet in Österreich Ende 2011, zeitgleich mit dem Opel Ampera

Man pries ihn gerade. Den Chevrolet Volt. Gemeinsam mit dem Konzern- und Technik-Gschwisterl Opel Ampera. Ja, man preiste ihn sogar. Mit dem Umweltpreis, beim Großen Österreichischen Automobilpreis des ARBÖ. Und wenn er schon mal im Lande ist, dachte sich Chevrolet, warum nicht herzeigen. Also eilte der Standard ins Opel-Werk Aspern und holte die aktuellsten Informationen ein.

Fakt ist demnach: In den USA wird das erste Elektrofahrzeug von GM bereits verkauft, in fünf Bundesstaaten. Die Kosten für das 150-PS-Vehikel liegen bei 41.000 US-$ (derzeit 29.454 €), mancherorts gibt es bis zu 7500 $ Förderung, die wäre dann noch vom Preis abzuziehen. Die Nachfrage ist vom Fleck weg derart enorm, dass die Jahresproduktion bereits von 30.000 auf 45.000 hochgefahren werden musste.

Die Amis stehen also jetzt schon unter Spannung, in Europa wird's noch ein bisserl dauern. Hier fährt der Volt, Chevys technisch ambitionierter Neuzugang seit langem, vermutlich gegen Ende 2011 vor - gemeinsam mit dem praktisch baugleichen Opel Ampera.

Bis dahin sollte auch der steuer- und förderungsrelevante Streit geklärt sein, ob der Volt nun per definitionem ein Elektro-Fahrzeug ist (was der Hersteller so sieht, da der Antrieb ausschließlich elektrisch erfolgt) oder ein Hybridfahrzeug, weil sich ein Verbrennungsmotor mit an Bord befindet. Selbiger ist übrigens ein 1,4-Liter-Benziner aus Aspern, und er speist im Bedarfsfall über einen Generator frischen Saft ins Werkl, was den Aktionsradius von etwa 60 km (bis dahin kommt der Strom ausschließlich aus der 16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie) auf über 500 erhöhen soll. Und natürlich wird auch die Bremsenergie rekuperiert, ist doch Ehrensache.

Im praktischen Alltag könnte sich dieser Ansatz einmal als ein besonders schlauer entpuppen. Denn wer will schon, bei aller E-Euphorie, ständig schauen, wie viele oder wenige Kilometer die Batterie noch reicht. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/12.11.2010)

  • Schlauer Ansatz: Der Chevy Volt setzt auf E-Antrieb, aber mit 
zusätzlichem Ottomotor aus Aspern zur Reichweitensteigerung.
    foto: stockinger

    Schlauer Ansatz: Der Chevy Volt setzt auf E-Antrieb, aber mit zusätzlichem Ottomotor aus Aspern zur Reichweitensteigerung.

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