Der russische Staatsbürger Viktor Bout auf einer Aufnahme aus dem August dieses Jahres.
foto: apichart weerawong, file/ap/dapd
Thailand wird Bout an die USA ausliefern. Eine Aufnahme aus dem Oktober dieses Jahres.
Viktor Bout war 2008 in Bangkok gefasst worden - Soll auch an den liberianischen Diktator Charles Taylor Waffen geliefert haben
Bangkok/Washington - Der von Thailand an die USA ausgelieferte mutmaßliche russische Waffenhändler Viktor Bout ist am Dienstagabend auf einem Flughafen in Newburgh bei New York eingetroffen, wie aus Polizeikreisen verlautete. Anschließend wurde er in ein Gefängnis in Manhattan gebracht. Die thailändische Regierung hatte sich dafür am Dienstag nach einem mehr als zwei Jahre langen juristischen Tauziehen entschieden.
Die USA werfen dem 43-Jährigen, der in den Medien oft auch als "Händler des Todes" bezeichnet wird, illegale Waffengeschäfte unter anderem mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) vor. Dem früheren Offizier der sowjetischen Luftwaffe droht im Falle einer Verurteilung in den USA eine lebenslange Freiheitsstrafe. Moskau hat Bouts Freilassung verlangt. Er sei ein unbescholtener Geschäftsmann, erklärte die Regierung in Moskau.
Kritik aus Russland
Russland hat die Auslieferung des mutmaßlichen russischen Waffenhändlers Viktor Bout aus Thailand an die USA scharf kritisiert. Die Entscheidung sei "illegal" und unter Druck der US-Regierung getroffen worden, kritisierte am Dienstag das russische Außenministerium in einer Erklärung. Der russische Konsul in Thailands Hauptstadt Bangkok, Andrej Dwornikow, monierte die "rasche und heimliche" Auslieferung.
"Wir wurden nicht offiziell von den örtlichen Behörden unterrichtet", sagte Dwornikow der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hatte am Dienstag mitgeteilt, dass seine Regierung die Auslieferung beschlossen habe. In einem von den USA für die Überführung des Russen bereitgestellten Flugzeug wurde Bout wenig später aus Thailand ausgeflogen.
Festnahme durch verdeckte Ermittler
Der weltweit gesuchte mutmaßliche Waffenhändler war im März 2008 von US-Agenten in Bangkok gefasst worden. Er wurde in einem Luxushotel in Bangkok festgenommen. Verdeckte US-Ermittler hatten ihn unter dem Vorwand nach Thailand gelockt, Waffen für die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) kaufen zu wollen. Die US-Behörden werfen Bout illegale Waffengeschäfte unter anderem mit der FARC vor und fordern seine Auslieferung.
Bout soll eine ganze Flotte von Frachtflugzeugen unterhalten und Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert haben. Bout soll Vorbild für den Spielfilm "Lord of War" mit Nicolas Cage in der Rolle eines skrupellosen Rüstungshändlers gewesen sein. Er gilt unter anderem als Waffenlieferant für den früheren liberianischen Diktator Charles Taylor und soll während des Bürgerkriegs in Angola beide Seiten mit Waffen versorgt haben.
Der Fall ist für Thailand politisch brisant: Die USA sind ein traditioneller Verbündeter des Königreichs, aber Thailand legt auch Wert auf gute Beziehungen zu Russland. Moskau hat das US-Auslieferungsgesuch als politisch motiviert verurteilt und erklärt, es werde alles tun, damit Bout in seine Heimat Russland zurückkehren könne.
US-Regierung weist russische Kritik zurück
Die US-Regierung hat die russische Kritik
an der Auslieferung des mutmaßlichen Waffenhändlers Viktor Bout von
Thailand an die Vereinigten Staaten zurückgewiesen. Der Vorgang sei
vollkommen vereinbar mit internationalem Recht und mit bilateralen
Abkommen zwischen den USA und Thailand, sagte der Sprecher des
Außenministeriums Philip Crowley am Dienstag in Washington.
Moskau hatte die Auslieferung Bouts, einem ehemaligen Offizier der
Sowjetarmee, der als einer der berüchtigtsten Waffenhändler der Welt
gilt, scharf kritisiert. Die Entscheidung der Behörden sei auf
"beispiellosen politischen Druck" der US-Regierung zustande gekommen
und gesetzwidrig, hatte Außenminister Sergej Lawrow laut der Agentur
Interfax gesagt.
Crowley sagte, die Angelegenheit würde die Beziehung der USA zu
Russland nicht beeinträchtigen. "Wir verstehen, dass wir uns bei
einer Zahl von Themen darüber einig sind, uneins zu sein." Zwischen
beiden Staaten kämen gelegentlich Spannungen auf - "und wir arbeiten
daran, sie zu bewältigen", so der Sprecher des Außenamtes. (APA)
wieviele waffenhaendler gibts auf dieser welt?
wenn sowas passiert stellt man sich nur eine frage:
warum eigentlich diesen?
und, persoenlich: ich finde die israelische methode, verbrecher dieser art einfach umzubringen sportlich wertvoller.
und im uebrigen: russland steht zu seinen buergern, nicht so wie so eine oesterreichische leistungstragende aussenministerin und ihr volxtheaterauftritt.
könnte man auf diese art und weise auch bush und co. nach den haag schaffen?
....wäre doch schön, wenn sich auch absurd MVW bewaffnete massenmörder verantworten müssten.
diese geschichte, welche lautet "der mit abstand grösste waffenhändler der welt schaltet einen kleinen konkurrenten aus" fällt eher unter korruption denn unter rechtssprechung.
Kann mir jemand die Sache erklären, ganz verstehe ich das nämlich nicht.
Im ganzen Artikel steht nirgendwo, dass Bout in den USA gegen US GEsetze verstoßen hat. Dann wäre eine Auslieferung ja noch verständlich.
Aber warum sollen die USA das Recht haben, eine Auslieferung zu beantragen, weil Bout die FARC beliefert hat?
Er ist Russe ... aus Russischer Sicht ist der Deal vielleicht legal. Sollte er aus Kolumbiens Sicht illegal sein, dann kann maximal Kolumbien die Auslieferung beantragen.
Das ist, als würde ich Sexartikel von Frankreich nach Kolumbien exportieren und der Iran verlangt meine Auslieferung, weil der Handel mit Sexartikel ein Verstoß gegen Iranisches Recht ist.
Die USA wollen lediglich einen Konkurrenten ausschalten
voelkerrecht.
gibts 6 prinzipien nach denen die justiz eines landes taetig werden darf:
- territorialitaetsprinzip (tat in oesterreich)
- flaggenprinzip (zb oesterreichisches schiff)
- personalitaetsprinzip (ein oesterreichischer staatsbuerger)
- universalitaetsprinzip (piraterie, voelkermord koennen ueberall angeklagt werden)
- schutzprinzip (wenn durch handlungen irgendwo oesterreichische interessen verletzt werden)
- stellvertretende strafrechtspflege
ich vermute es geht nach dem schutzprinzip:
"provide material support or resources to a designated foreign terrorist organization, conspiring to kill Americans, conspiring to kill US officers or employees"
Viktor But wurde in Thailand verhaftet, deshalb spielt die Tatsache, dass er ein Russe ist und die russische Sicht irrelevant. Nur die thailändische Sicht ist in diesem Fall wichtig.
Interessant ist, dass zum Zeitpunkt der Verhaftung, FARC von Thailand nicht als terroristische Organisation eingestuft war und die Verhaftung somit nur aufgrund des Vorwurfs von Drogenschmuggel, durch US Drogenbehörde, geschah. Als er in Haft saß wurde sofort Auslieferung, wegen Ausrüstung von terroristischen Organisationen, beantragt.
Daraufhin wurde But vom thailändischen Gericht 2 mal freigesprochen, weil man keine Drogen und auch keine Beweise, dass er tatsächlich Drogen schmuggelte, fand. Auch die Auslieferung wurde abgelehnt. But blieb aber die ganze Zeit in Haft weil die Staatsanwaltschaft immer Einspruch einlegte.
Dann wurde plötzlich entschieden, dass man ihn doch ausliefern sollte. Natürlich ganz ohne politischen Druck...
betreffend politischen druck schreibt die new york times:
http://topics.nytimes.com/top/refer... index.html Rumors in Bangkok have suggested that the Russians and the Americans engaged in a bidding war over the American extradition request, with Russia offering Thailand cut-rate oil and Americans offering military hardware.
also, was da praktisch ablauft, ist schon ... stoff fuer mehrere buecher.
zurueck zum voelkerrecht:
- nach dem personalitaetsprinzip spielt die russische sicht selbstverstaendlich eine rolle.
- es gibt vermutlich einen bilateralen vertrag ueber auslieferungen zwischen usa und thailand, der bildet die rechtliche basis.
- was thailand zu der ganzen sache fuer eine meinung hat ist nur in bezug auf irgendwelche menschenrechts, politische verfolgung und asylklauseln (die sie mit "farc nicht als terrororg eingestuft" erwaehnen) relevant.
ja. um das zu beurteilen kenn ich mich zu wenig aus.
Wenn Sie sich mein Posting noch einmal sorgfälltig durchlesen, dann werden Sie feststellen, dass ich nicht nur über die Auslieferung geschrieben habe sondern auch über Verhaftung.
Deswegen beziehen sich viele meiner Aussagen auch auf die Verhaftung. Und bei der spielt, wie erwähnt, russische Sicht keine Rolle, solange But Thaländische Gesetze in Thailand bricht. Und genau das wurde But auch von der US-Drogenbehörde vorgeworfen. Weshalb er schließlich auch verhaftet wurde.
Noch einmal But wurde nicht wegen Handel mit terroristischen Organisationen, Bedrohung der Sicherheit der USA, oder versuchten Mordes von US-Bürgern, verhaftet. Das alles wurde ihm erst in den USA vorgeworfen.
Sie scheinen da etwas durcheinander gebracht zu haben.
wenns um russische staatsbuerger geht ist russland voelkerrechtlich nach dem personalitaetsprinzip immer berechtigt, was dazu zu sagen, also auch bei einer festnahme oder verhaftung. ich finde keine hinweise, dass thailaendische gesetze gebrochen worden sind. dass die DEA ihn erwischt hat ist - ja, amtshilfe ...
das thailaendische statement dazu, 8.maerz 2008, tag nach der verhaftung:
Mr. Bout is under investigation here for “procuring weapons for terrorists and conspiring with terrorists,”
http://www.nytimes.com/2008/03/0... iktor_bout
ich sage: rechtlich korrekt ist das ganze, aber was da wirklich ablauft ist mir zu kompliziert, um eine sichere meinung dazu zu haben.
gibts jetzt die darstellung, dass er nicht wegen drogen sondern wegen einem interpol red notice beantragt von belgien in thailand festgehalten wurde.
http://en.wikipedia.org/wiki/Vikt... t_warrants Red notice: Requests (provisional) arrest of wanted persons, with a view to extradition.
interesant auch, dass die sache so lang gedauert hat, weil thailand:
mentioning the political, not criminal, nature of the case.
die sache mit drogen ist nur, dass er im endeffekt von der us drogenbehoerde erwischt worden ist, weil er - so die behauptung - drogen als bezahlung akzeptiert hat.
In diesem Fall ging es nicht um Schuld oder Nichtschuld, dies ist die Angelegenheit die tatsächlich nur vor Gericht entschieden wird.
Es ging darum wie ganze Sache überhaupt zu Stande kam.
Und wenn man die Umstände betrachtet, entsteht die Vermutung, dass eben nicht nur die Justiz Interesse und auch Aktivität, bei der Verhandlung zeigt.
Übrigens erwarte ich persönlich keine Objektivität vom US-Gericht. Wenn die USA es geschafft haben sogar den Thailändischen Gericht davor zu überzeugen, dass der Richter 2 mal falsch lag. Was erwartet But dann auf amerikanischen Boden?
PS: But wurde bereits nach 2 Stunden des Aufenhaltes in der USA, von der Staatsanwaltschaft öffentlich als "Feind Amerikas" bezeichnet. Deswegen glaube ich nicht, dass es eine Rolle spielt ob der Mann schuldig oder unschuldig ist.
Ja und wäre das im Gericht passiert, gäbe es auch nichts einzuwenden.
Aber wenn sowas ausserhalb des Gerichtes vor laufenden Kameras passiert, dann errinert das einen einwenig an Volksverhetzung.
Sowas hat meiner Meinung nach nichts mit Justiz zu tun, schon garnicht wenn die Schuld des Angeklagten noch nicht bewiesen ist. Aber die Staatsanwaltschaft schient da sehr zuversichtlich zu sein. Vielleicht wissen die über den Ausgang des Verfahrens schon mehr als wir, wer weiß...
Es müsste ein Waffenschieber mit US-amerikanischem Pass sein...
der an die Russen ausgeliefert wird.
DANN wäre erst ein Theater!
Im Endeffekt schenken sich die Grossmächte gar nichts. Dreck haben's allesamt am Stecken und solche wie Bout sind nur die Handlanger für die Schmutzarbeit. Geht der eine, kommt der nächste.
wird es nicht, die spiongeschichte ist recht glimpflich für russland ausgegangen. da wird jetzt ein bisserl gebizzelt und bald redet keiner mehr drüber, weil es eh genug andere waffenhändler gibt.
"Händler des Todes" - wie pathetisch! waffe = waffe
der einzige unterschied zwischen den amerikanischen waffen und denen von But ist, dass die von Obama wahrscheinlich per satellit unbrauchbar gemacht werden können - nur für den fall, dass in dem belieferten land massenvern.waf. vermutet werden und die amis sich die ölqu... äh lagerstätten anschaun wollen.
ist in Amerika.
Dien Amerikaner versorgten die Kroaten und Albaner mit Waffen,damit diese Krieg gegen Serbien bzw Serben führen konnten.
Da hat das Geheuchel der Amis einen starken faden Beigeschmack.......
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