Schuldenkrise in Irland

Die Insel zählt nicht viel

András Szigetvari, 15. November 2010 20:28

Die Skepsis in Dublin vor der Aufgabe seiner finanzpolitischen Unabhängigkeit ist nur verständlich

Das Schauspiel der vergangenen Tage ist wahrlich verblüffend: Auf der einen Seite stehen die Euroländer, die Irland dazu drängen, ein Ansuchen um Finanzhilfe zu stellen. Auf der anderen Seite die irische Regierung, die sich gegen den Druck noch wehrt.

Die Skepsis in Dublin vor der Aufgabe seiner finanzpolitischen Unabhängigkeit ist nur verständlich. Es geht dabei gar nicht um die tiefe Abneigung gegen ausländische Bevormundung. Das Grundproblem: Den Rettern vom Festland geht es in erster Linie gar nicht um Irland. Wie schon bei Griechenland ist die irische Volkswirtschaft viel zu klein, um den Euroraum mit in die Tiefe zu ziehen. Aber wie die Griechen schulden Irland und seine Banken den Kreditinstituten im Euroraum und in Großbritannien viel Geld - allein deutschen Kreditinstituten 138 Milliarden Euro. Auch dürfte die Europäische Zentralbank befürchten, dass nach Irland auch Portugal ins Wanken geraten könnte, und, wer weiß, dann vielleicht sogar Spanien.

Weil es eben nicht primär um Irland geht, könnten die Auflagen des Internationalen Währungsfonds und der EU im Falle eines Notkredits für Irland sehr hart ausfallen. Zudem wird Dublin der Blick nach Griechenland abschrecken. Dort fuhrwerken EU und IWF seit dem Frühjahr munter herum. Hauptergebnis bisher: Zum großen Budgetloch sind ein veritabler Absturz der Wirtschaft und eine murrende, frustrierte Bevölkerung hinzugekommen. (András Szigetvari, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.11.2010)

Johannes Benn
16.11.2010 14:56
.

ich denk der punkt ist doch einfach dass irland ein riesiges wirtschaftliches potential hat. die können schon davon ausgehen, dass ihre wirtschaft auch den staat in ein paar jahren wieder hochzieht

momodeluxe
16.11.2010 12:41

am besten wir machen uns unseren eigenen euro.

wenn ein anderes land unserem euro beitreten will, muß es mindestens so tolle wirtschafts- und finanzdaten haben wie ö.

Jens Kampe
16.11.2010 16:40

Hau rein. ;-)

teuerzahler
16.11.2010 14:58
unsere tollen daten beruhen auf 'verschleierung'

österreich hat nicht nur eine burka sondern deren gleich einen ganzen burkahaufen am schädel!

zähl mal die schulden von asfinag, öbb, öiag, landesbanken, bundesbeteiligungen etc. etc. zusammen, dann schautz anders aus.

die frage ist nur mehr: wann wird ösistan zum paketempfänger und bittsteller? vor oder nach dem globalen crash.

davethebrave
 
16.11.2010 17:10

vorher nicht weils überall anders noch blöder dastehn, nacher nicht weil dann niemand mehr zum bebettel da ist

stefan1981
16.11.2010 16:51

das haben aber alle anderen länder auch. im gegensatz zu einem großteil der eu länder stehen wir noch immer hochweiß da!

Igor Gassner
16.11.2010 09:18
Griechenland und Irland sind zu klein um das requiem für

den Euro zu verursachen aber es wackelt ja auch noch Portugal und Spanien und wenns die nicht sind Italien sieht auch nicht gut aus und zu letzt gibts da noch Frankreich wurüber natürlich keiner schreiben will.

Sidlo
16.11.2010 08:02
Warum soll Irland die Euroländer nicht in die

Tiefe ziehen können. Genauso wie damals in Griechenland, kann ein Bankrott Irlands den Euro in den Abgrund ziehen, wenn nicht wieder ein hundertemilliarden schweres Hillfspaket geschnürt wird. Wer sonst außer der Euro oder der IWF soll denn für die Rettung von Irland herhalten, wenn es im Fall eines Staatsbankrotts kein EU Hilfspaket gibt?
Das ist ja der Konstruktionsfehler des Euros, dass weder zur Abwendung des Notfalls noch im Notfall selbst kein Land auch nur zu irgendwas verpflichtet ist und so die Währung immer selbst herhalten muß, wenn sich im Notfall keine Hilfe mehr findet.

Peter_23
16.11.2010 11:00
Der Sinn uns Zweck warum "Europa" (?, defakto Frankreich/Deutschland) Irland so dazu drängt endlich diese "Hilfsansuchen" zu stellen

ist genau darin zu sehen, den Euro (gegenüber US-$) abzuwerten. Damit die arme Deutsche Exportindustrie nicht abgewürgt wird und weiter über den Wirtschaftsmotor Deutschland gejubelt werden darf.

Das Bauernopfer Irland ist auch die einfachste Möglichkeit zur Euro-Abwertung. Da die EZB nicht so viel Geld wie die FED drucken will oder kann bzw. dabei noch ein ganz klein wenig ein schlechtes Gewissen hat.

Der Rest um dieses Irland-Debakel ist nur billiges Schauspiel.

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