Tourismus als Mittel gegen die Armut

15. November 2010, 08:27
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    foto: painted dog conservation

    Aus den Schlingen, die zum Tierfang ausgelegt wurden, fertigen Dorfbewohner nun Kunstwerke, die von Naturschutzorganisationen weltweit verkauft werden. Damit verdienen sich die Menschen ihren Lebensunterhalt.

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    foto: weitlaner

    Die Victoria Falls an der Grenze zu Sambia sind der Hauptmagnrt des Fremdenverkehrs in Simbabwe. Besonders empfehlenswert ist ein Helikopterflug über die Fälle.

    Mehr Bilder aus Simbabwe gibt's in einer Ansichtssache.

Simbabwe: Tourismus wird zum Wirtschaftsmotor - Fremdenverkehr fördert auch arme Landbevölkerung

Harare/Hwange - Jahrzehnte lang war Simbabwe auf der Reiselandkarte kaum vertreten. Das soll sich nun ändern. In der Hauptstadt Harare fand kürzlich die Sanganai-Reisemesse statt. Dabei präsentierte sich das Land mit all seinen touristischen Highlights. "Bis 2015 soll der Fremdenverkehr 25 Prozent des BIP erwirtschaften", erklärte Tourismusminister Walter Mzembi. Die Zimbabwe Tourism Authority hat eine Kampagne ins Leben gerufen und will im kommenden Jahr auf drei Mio. Auslandsgäste kommen.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Touristen stetig angestiegen, so Mzembi. Allein in diesem Jahr geht man von einem Wachstum von neun Prozent aus. Nach Jahren der Rezession und der Einführung des Dollar als offizielle Währung, konnte die Talfahrt gestoppt werden. "Durch die wirtschaftliche schwierige Situation ist es zu einer Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften gekommen", betont Mzembi. Simbabwe ist nach Tunesien das Land mit der niedrigsten Analphabetenrate Afrikas. "Wir wollen alles daran setzen, die Fachkräfte wieder zurückzuholen und sie als Ausbildner für junge Menschen einsetzen", so der Minister.

Tourismus schützt seltene Fauna

"Auf der Sanganai-Messe ist deutlich geworden, dass der Fremdenverkehr auch vielen kleinen Organisationen nützt", erklärt Susanna Hagen vom österreichischen Medien-Netzwerk für nachhaltigen Tourismus, respontour, im pressetext-Interview. Neben Frauengruppen, die mit dem Verkauf von Kunsthandwerk oder Bildern ihren Unterhalt verdienen bis hin zur Initiative "Zimbabwe Youth in Tourism" reicht die Bandbreite. "In der Nähe des Hwange Nationalparks hat sich etwa die Naturschutzorganisation "Painted Dog Conservation" etabliert, die sich seit rund zehn Jahren dem Schutz und der Erforschung der Wildhunde in Simbabwe beschäftigt.

"Diese Organisation ist ein gutes Beispiel für die Vernetzung verschiedener Aktivitäten", erklärt Hagen. "Vor 100 Jahren gab es in Simbabwe noch rund 500.000 solcher Wildhunde, heute sind es nur noch 3.000", erklärt Hagen. Ein Grund für den Rückgang sind die von den Dorfbewohnern ausgelegten Schlingen aus Stahl- oder Kabeldraht zum Fang von Wildtieren. "Statt Antilopen oder Warzenschweinen geraten sehr oft Wildhunde, die zur Nahrungssuche weite Strecken zurücklegen in die Fallen und verenden qualvoll."

Kunsthandwerk statt Fallenstellen

"Die Umweltorganisation hat seit zehn Jahren nicht nur die mehrere tausend Schlingen eingesammelt, sondern hat versucht in den Dörfern möglichst viele neue Arbeitsplätze zu schaffen", erklärt Hagen. Aus den Schlingen fertigen die Dorfbewohner nun kunstvolle Objekte - zu den beliebtesten Motiven zählen Draht- Warzenschweine und Elefanten - die nicht nur im Souvenirshop vor Ort, sondern auch in anderen Naturparks und Zoos weltweit verkauft werden. Die Künstler erhalten für ihre Arbeit einen fairen Lohn.

"Als einen weiteren Schwerpunkt betrachtet die gemeinnützige Organisation die Ausbildung von Schulkindern aus den nahen Schulen, die eingeladen werden, und sich bei einem Aufenthalt im Busch der Natur anzunähern und den Wert einer intakten Umwelt und ungestörten Fauna schätzen zu lernen", so die Expertin. (pte)

Bilder aus Simbabwe gibt's in einer Ansichtssache.

meresi
00
16.1.2012, 05:04
hotel victoria falls...

und von dort einen fußmarsch zu den wasser fällen...
natürlich ein flight of angels...keine frage...ein flächenflugzeug tuts auch...

alsowirklich
11
15.11.2010, 20:28

da gehört schon was dazu, einen artikel zu diesem thema zu schreiben, ohne auch nur ein wort über die entsetzlichen (politischen) zustände und die verbrechen mugabes in den letzten etwa 30 jahren zu verlieren!

Porqué no te callas?
00

finde solche meldungen mehr als entbehrlich.

dies ist die reise-abteilung. da wird simbabwe aus der touristischen sicht beschrieben und nicht aus der sozialen/politischen.

Pepi friß weniger
21
16.11.2010, 01:04

da gehört ebenso was dazu, von verbrechen Mugabes in den letzten etwa 30 jahren zu schreiben

und dabei kein Wort darüber zu verlieren, daß er

- 20 Jahre gegen die Apartheidsdiktatur Simbabwe ("Rhodesien") kämpfte

- nach dem Sieg das 1% weiße Bevölkerung, das sich 70% des Landes unter den Nagel gerissen hatte, leicht hätte massakrieren/vertreiben können

- stattdessen eine friedliche Transformation aushandelte, in deren Rahmen die schwarze Mehrheitsbevölkerung zu Land kommen sollte

- kaum daß dies ausgehandelt war, die britische Labour-Regierung von Thatcher abgelöst wurde, die die zugesagten Landkaufgelder strich

- und dann balancierte Mugabe noch 20 Jahre lang eine schwer unzufriedene, diesbezüglich betrogene Mehrheitsbevölkerung !

Club-der-dichten-Toten
03
16.11.2010, 09:10

Unbestritten hatte er auch gute Zeiten, unbestritten hat er die ersten Jahre in Teilbereichen durchaus etwas weitergebracht.

Dass Simbabwe jetzt da steht, wo es steht, ist aber ebenso ihm alleine anzulasten.

Er und seine Schergen haben das Land zum Bettler Afrikas gemacht. Und keine Sorge, die Vertreibungen und Massaker hat er schon noch nachgeholt, die "friedliche Transformation" war im Endeffekt so friedlich nicht und zum Zug gekommen ist seine große Familie und seine Schergen.

"Die Bevölkerung" hat davon nix gehabt und hat jetzt noch weniger als zu den unsäglichen Kolonialzeiten.

Das ist die Bilanz Mugabes.

CK_DXB
04
16.11.2010, 11:22

Stimmt - für afrikanische Verhältnisse ein recht guter Start, der in einer totalitären Kleptokratie einiger Weniger geendet hat.

Nach der brutalen Vertreibung bzw. Ermordung unzähliger Farmer und Oppositioneller ist die (Land-)Wirtschaft total am Sand. und aus dem reichsten Land der Region wurde ein Armenhaus.

Simbabwe war - dank der ungeliebten Engländer - bei Infrastruktur oder Bildung der Region weit voraus und ein absolut tolles Land.

Heute ist die Infrastruktur total verlottert und die besten Leute sind weg. Der verbliebenen Bevölkerung geht es schlechter als zu Kolonialzeiten.

Simbabwe wird einen steinigen Weg zurück haben - aber wenn ein afrikanisches Land dies schafft dann Simbabwe.

Aber erst muss Bob weg - egal wie.

meresi
00
16.1.2012, 04:54
dem ist nichts hinzu zufügen...

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