US-Druck für Nahost-Gespräche

14. November 2010, 17:03

Israel soll den Baustopp im Westjordanland um drei Monate verlängern

Als Mischung aus "Erpressung" und "Verführung" wurde in Israel ein US-Vorschlag gewertet, der die Fortsetzung der Verhandlungen mit den Palästinensern ermöglichen soll.

Israel würde demnach im Gegenzug für amerikanische Belohnungen noch einmal, diesmal für drei Monate, den Ausbau der Siedlungen im Westjordanland unterbrechen müssen, obwohl Premier Benjamin Netanjahu lange Zeit beharrlich erklärt hatte, dass ein weiterer Baustopp nicht infrage käme.

Der Premier legte das Paket, das ihm US-Außenministerin Hillary Clinton in New York angeboten hatte, am Sonntag beim Ministerrat in Jerusalem auf den Tisch. Abgestimmt wird vermutlich frühestens in einigen Tagen. Durch die angekündigte Enthaltung der orthodoxen Schass-Partei dürfte sich eine Mehrheit für den Vorschlag ergeben. Die Verhandlungen hatten am 2. September in Washington begonnen und waren bald darauf wieder zusammengebrochen, als ein zehnmonatiges Bau-Moratorium auslief.

Kein Stopp in Jerusalem

Der Vorschlag "ist noch nicht endgültig und befindet sich noch in einem Prozess der Ausarbeitung" , sagte Netanjahu. Der neuerliche Baustopp soll wieder nicht für Ost-Jerusalem gelten, sehr wohl aber für Projekte, die nach dem Ende des ersten Baustopps begonnen wurden. Einen dritten Baustopp würden die USA danach nicht mehr verlangen, sagte Netanjahu.

Die Grundidee ist dabei, dass innerhalb von drei Monaten der Grenzverlauf ausgehandelt würde, womit geklärt wäre, wo die Israelis bauen können und wo nicht.

Als Gegenleistung bieten die Amerikaner langfristige Sicherheitsgarantien und die Lieferung von zusätzlichen 20 hochmodernen F35-Kampfflugzeugen an. Zudem sichern sie Israel politische Deckung in internationalen Gremien zu, etwa bei der drohenden Verurteilungen wegen des Gaza-Kriegs oder der Kaperung der türkischen "Gaza-Flotte" Ende Mai.

Das rechte Lager in Israel wendet ein, dass die Garantien wertlos seien und die USA Israel ja auch bisher schon durch Vetos geschützt habe. Die Palästinenser geben sich kühl: Sie verlangen einen zeitlich unbegrenzten Baustopp, der auch für Ostjerusalem gelten müsse. (Ben Segenreich aus Jerusalem/DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2010)

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Wahl Zuckerl
00
26.11.2010, 12:34
Vielleicht wärs einfacher

die nächste Hilfszahlung an die Bananenrepublik solange auszusetzen, bis deren Regierung selbst zur Vernunft gekommen ist und internationale Regeln anerkennt als vorsichtig anzufragen, ob es nicht möglich wäre, die illegalen Aktionen UM 3 MONATE ZU VERSCHIEBEN!!!!

Pyotr Alexeyevich
03
14.11.2010, 20:41
Frage an Radio Eriwan:

Ist es wahr, dass Israel im Herbst 2010 unter Einsatz von Kampfjets zur Rückgabe von besetztem Land gezwungen wurde?

Antwort: Im Prinzip ja. Aber die Kampfjets wurden nicht eingesetzt sondern verschenkt. Und das Land wurde nicht zurückgegeben sondern weiter bebaut. Alles andere ist korrekt.

Der Kobold
010
14.11.2010, 20:08
Hahaha!

Und das nennt sich "Druck"?

Ach bittschen, Herr Netanyahu, könnten S' ned so lieb sein und 90 Tage mit den Völkerrechtsverletzungen aufhören? Dafür kriegen Sie 20 F35-Kampfflugzeuge zusätzlich und politische Deckung für alle Eure anderen Verbrechen - ma bitteeeeee!!

Mostbluzza
00
15.11.2010, 14:14
der schwanz wedelt mit dem hund,

das ist grad die gefährliche situation.

According to our Washington sources, Obama believes that leaving Israel with no more than 4-4.5 percent of the pre-1967 West Bank area should satisfy its essential security requirements. In terms of population, this would entail the evacuation of dozens of settlements plus two important towns, Efrat in Gush Etzion in the south which has a population of 8,000, and Ariel in Samaria which has 20,000 inhabitants. debka.com

obama ist trotzdem kein klarer israelfan, wie viele andere. wenn israel wirklich mal unter druck käme (landrückgabe, friede, usw) könnte es durchaus heiss werden ... im iran. so holt man abtrünnige freunde wieder ins boot. leider.

Araquin
117
14.11.2010, 15:01
Anreizpaket???

Das ist eine klare Verletzung des Voelkerrechts. Und das seit Jahrzehnten! Dafuer hat man nicht zu belohnen.

So windelweich wird das nichts. Dieser rechtsextremen Regierung gehoert endlich der Geldhahn abgedreht.

UtterlyUninspired
116
14.11.2010, 14:12

Ist irgendwie so als würde uns die EU 20 Eurofighter schenken, damit wir für 90 tage aufhören, die Kärntner Slowenen zu schikanieren bzw. wenn wir uns verpflichteten, 90 tage lang zweisprachige Ortstafeln aufzustellen :,] (Nach Auslieferung kommen die Schilder selbstverständlich ruck-zuck wieder ab).

@Artikel: Einfach nur ungustiös. Haben die Palästinenser je eine Entschädigung für ihre kapputtgedozten Häuser gekriegt, oder die 710-750.000 Palästinenser die Großteils noch immer als Staatenlose in den Flüchtlingslagern in Nachbarstaaten eingepfercht sind und in horrenden Umständen leben müssen und ihre Heimat nur von Geschichten her kennen?

Aber Hauptsache Israel kriegt für ein Scheinheiliges Manöver 20 (!!) Kampfflieger von den USA..

Makronaut
183
14.11.2010, 14:56

1) haben die isr je entschädigung für ihre totgebombten angehörigen bekommen?

2) das problem der pal "flüchtlinge" sind nicht die isr, sondern ihre arabischen "brüder".

Hubert Ungeist
 
04
14.11.2010, 16:59
ad 1) stimmt, genauso wie die Palästinenser

keine Entsch´ädigung. Allerdings wurde Israel nicht mal bestraft als sie UN Soldaten absichtlich im Libanon ermordet haben - auch für die Familien der UN Soldaten gab es von Israel keine Entschädigung

ad 2) SOwohl die Israelischen Siedler aus manche Araber sind das Problem der Palästinenser

Makronaut
70
15.11.2010, 10:28
wer hat angst vorm makronaut? ^_^ 2ter versuch

1) absichtlich? so ein quatsch.

2) die siedler sind nur ein symptom. das hauptproblem sind die araber. denn sie haben

- das für den pal staat vorgesehene land einfach mal annektiert bzw besetzt und damit einen staat unmöglich gemacht.
- (mit den pal zusammen) auf kosten der pal mehrere angriffskriege geführt.
- die pal in den flüchtlings/aufnahmelagern rechtlos zusammegepfercht.
- die meisten pal auf dem gewissen.
- keine sicherheitsgarantieen im angebot und verhindern damit ein ende der besatzung von wjl und golan.

-> das problem sind die araber.

UtterlyUninspired
15
14.11.2010, 15:29

1.) Diese Entschädigungen sollte es auch geben.

2.) Vertrieben haben sie aber die Israelis, und auf dem Land dann Siedlungen gebaut. In dem Sinne sollte es schon eine Wiedergutmachung geben. Die Jordanier, Syrer, etc. können den Flüchtlingen ja keine Israelischen / Palästinensischen Pässe besorgen, und ihnen in Israel Quartiere bauen, oder?

Jede andere Lösung wäre nicht gut genug, da diese Leute ein Recht haben, in Ihrer Heimat leben zu dürfen.

Makronaut
71
14.11.2010, 18:00

die arabischen staaten könnten ihnen einfach ihre eigenen pässe geben. schließlich sind sie ja klar mitverantwortlich:

http://derstandard.at/plink/123... 6/11881512

http://derstandard.at/plink/123... 6/11879355

Reddogg
 
02
15.11.2010, 11:34

Warumm sollten andere Staaten diese Vorgehensweise auch noch unterstützen?
Würde doch nur die "Verhandlungsmasse" noch mehr auf der pal. Seite schrumpfen.
Dass Ihnen dass ein großes Anliegen ist, wissen die Leute hier im Forum nicht erst seit diesem Post.

Cutting Edge
60
14.11.2010, 17:41

1.) Wen wollen Sie für die Entschädigungen an zivile israelische Opfer verantwortlich machen?

Die Hamas für die Opfer in Sderot/Umgebung?
Die Hisbollah und seine Unterstützer Iran & Syrien für die Opfer in Nordisrael?
Die Fatah, wegen Rekrutierung und Besoldung der Al-Aksa Märtyrerbrigaden, für die vielen Toten der 2. Intifada?

2.) Vetrieben wurden Palästinaflüchtlinge ua. auch durch die 5 arabischen Invasoren, welche ihre Dörfer und Städte als Militärstützpunkte missbraucht haben.

Die Jordanier, Syrer etc. könnten den nachfolgenden Generationen der Flüchtlinge zumindest Integration sowie beschränktes Bau- und Arbeitsrecht anbieten und sie nicht jahrzehntelang in Massenlagern wie lebensunwürdige Geschöpfe halten.

Pyotr Alexeyevich
02
15.11.2010, 03:13

"Vetrieben wurden Palästinaflüchtlinge ua. auch durch die 5 arabischen Invasoren"

Und wenn sie vom Osterhasen vertrieben wurden - die Israelis sind's, die sie seit 40 Jahren nicht zurück lassen!

Able Danger
013
14.11.2010, 13:07
Ob 3 Mrd. nicht zuwenig sind?

Vielleicht sollte auch Deutschland noch ein paar Atom-Uboote oben drauf packen...

Makronaut
90
14.11.2010, 14:53

deutschland stellt keine atom-uboote her.

Insulin Junkie
04
14.11.2010, 15:30

Sarkasmus?

gérard
04
14.11.2010, 18:22
die Dolphins sind U-Boote

mit deren 65-cm Torpedo-Rohren atomar bestückbare Marschflugkörper abgefeuert werden können.

Makronaut
30
14.11.2010, 15:34

fragen sie das able danger.

elsalvador
013
14.11.2010, 12:14
90 Tage Baustopp = Eine Farce

vermutlich wird sich Netanyahu wieder darauf berufen das bereits begonnende Bauarbeiten vom Baustopp ausgenommen bleiben.

Im übriegen wurde nach Angaben von israelischen Menschenrechtsorganisationen der vorherige Baustopp in vielen jüdischen Siedlungen im Westjordanland missachtet.

http://schmok.blogsport.eu/tag/siedlungen/

ja aber
121
14.11.2010, 11:00
wenn der iran 90 tage nix böses über israel sagt, kriegt er dann auch 20 kampfflieger?

für 90 tage baustopp (noch dazu ohne jerusalem) kriegt israel 20 flieger. bei einem anderen land wäre die usa schon einmarschiert wenn was völkerrechtswidriges passiert.

Zwei Und Vierzig
014
14.11.2010, 12:46
bei einem anderen land wäre die usa schon einmarschiert wenn was völkerrechtswidriges passiert.

Wir wollen mal nicht unfair sein ... die USA marschieren auch dann ein, wenn nichts völkerrechtswidriges passiert.

Kontrahent1
03
14.11.2010, 11:52
vielleicht mit ein paar

A-Waffen bestückt, oder Streubomben, die hat man jetzt eh über;-)

ravenna
118
14.11.2010, 10:05

Ist ja schon interessant, dass man etwas "bieten" muss, um völkerrechtswidrige Vorgänge zu stoppen.

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