Golfspielen mit Würsteln

12. November 2010, 17:19
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Nach der ersten von insgesamt sechs Folgen lässt sich sagen: Hier gibt es einiges zu lachen

Im Vergleich zum Bobo ist der Snob mindestens der Kaiser von China. Er überlebt jede Finanzkrise und geht aus ihr mit noch stärker gestärkten Hemdkrägen hervor. Gar nicht verwunderlich also, dass sich eine neue Serie ganz dem von subtiler Arroganz und Überheblichkeit geprägten Lebensstil widmet: Die Snobs von Max Luz und Janna Nandzik ist als Web-Serie gestartet und läuft seit Donnerstag auf ZDF neo.

Nach der ersten von insgesamt sechs Folgen lässt sich sagen: Hier gibt es einiges zu lachen. Die einander vor allem in ihrer Differenz (Distinguiertheit ist das oberste Snob-Prinzip) zugetanen Freunde Astor und Von Zesen (Christian Ulmen und Wilfried Hochholdinger) geben sich jeweils sonntags eine 18-Loch-Runde Golf. Astor ist ein wirtschaftstreibender Mittdreißiger mit Familie im Hintergrund, Von Zesen ein äußerlich dem 19. Jahrhundert verfallener Hochwohlgeborener im mauvefarbenen Sakko, der sich zum Frühstück die Koksreste vom Armaturenbrett seines Oldtimers kratzt.

Um auf jemanden hinunterblicken zu können, heuern sie einen Berliner Grillwalker als Caddie und nennen ihn "Wurstfee". Mit College-Klamotten, die sie dem Zahnarztsohn rauben, statten sie ihn neu aus, und der neue Würstelsnob ist geboren: "Fast wie eine Metamorphose bei Ovid" , sagt Von Zesen. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, Printausgabe, 13./14.11.2010)

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