Putin-Besuch

Bulgarien stellt sich auf Kräftemessen mit Putin ein

Markus Bernath, 12. November 2010, 17:29
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    foto: epa/vassil donev

    Vom Putin-Besuch gibt es sogar Postkarten: "Wladimir Putin, Live in Sofia - 13. November 2010" ist hier zu lesen, im Hintergrund die Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia

Die Vorzeichen vor Wladimir Putins Bulgarien-Besuch stehen eher auf Messer denn auf Liebe

Sofia/Istanbul - Solschenizyn habe es über die Bulgaren geschrieben: In einem Moment lieben sie dich, im nächsten stechen sie dir ein Messer in den Rücken. "Und genau so sehen uns die Russen", sagt der bulgarische Politologe Evgeni Dainov. Der russische Premier Wladimir Putin kommt am Samstag nach Sofia. Die Zeichen stehen eher auf Messer.

Über den Wankelmut der Bulgaren, der nun in der Energiepolitik aufscheint, können sich die Russen nicht genug beklagen. Im 19. Jahrhundert nahm das kleine slawische Volk erst die Hilfe der Russen bei der Befreiung von den Türken in Anspruch, stand in den zwei Weltkriegen auf der Seite der Deutschen und tauschte dann vier Jahrzehnte sozialistischer Bruderschaft umstandslos gegen eine Nato-Mitgliedschaft ein. Jetzt geht es um neue Öl- und Gaspipelines, die Moskau durch das EU-Land am anderen Ufer des Schwarzen Meeres legen lassen will. Dainov: "Die Russen haben sich entschlossen, Bulgarien für ihre geopolitischen Interessen zu nutzen."

"Gelenkte Entscheidungen"

Der Politologe von der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia veröffentlichte heuer ein Buch mit dem Titel Die Putinisierung Bulgariens. Seine These: Der russische Regierungschef und seine Gefolgsleute benutzen Energielieferungen, um Bulgarien in einem Zustand der Abhängigkeit zu halten und andere Anbieter zu verhindern. Moskaus Energiepolitik gehe einher mit Korruption und einem enormen Geldfluss an Regierungsmitglieder und Unternehmen oder vorgebliche Energieexperten im Land, erklärt Dainov im Standard-Gespräch. "Sie versuchen, russisch gelenkte Entscheidungsprozesse in Bulgarien zu etablieren."

Mit der seit 2009 regierenden Mitte-rechts-Regierung von Boiko Borissov tut sich Moskau schwerer. Borissov erzwang den Einstieg des bulgarischen Staats in das Gaspipeline-Projekt South Stream. Einen entsprechenden Vertrag will Borissov mit Putin in Sofia unterzeichnen. Und bei der Gelegenheit auch gleich den Gaspreis herunterhandeln. (Markus Bernath, STANDARD-Printausgabe, 13./14.11.2010)

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13 Postings
Alesso
00
Bulgarien keine leichte Aufgabe mehr!

Bulgarien, was hast du für eine Bürde zu tragen?
In Krisenzeiten, muss man sich immer jemanden zuwenden, wie das mit Belgien auch notwendig war. Solang die Nato und Russland sich verstehen...Wieso geht mit Rumänien keine Verbindung, sind da so gravierend kulturelle Gräben???
Freundliche Grüße!

Aca Rankovic
01
25.11.2010, 11:32

Zu erwähnen wäre noch, dass sie nach 40 Jahren Einmanndiktatur (Shifkov) bei den ersten freien Wahlen erst wieder die Kommunisten wählten...

Aca Rankovic
10
25.11.2010, 11:31

Ach, nicht der Rede wert, in ein paar Jahren sind sie wieder neue beste Freunde, die Bulgaren haben (fast) nie gegen den Wind gepisst...

Apfel vom Baum
00
2.12.2010, 09:01
Underground

Richtig Nachbar, wir müssen uns unsere Fehler vergeben. Oder wie war das bei Kosturicas Underground: -Vergibts du mir? -Vergben kann ich, aber nicht vergesen.
http://www.youtube.com/watch?v=MOSGzKAF5gk
Bester Film aller Zeiten!
Gruss

NANANANANANANANA BATMAN
11
15.11.2010, 13:33
man schaue sich die politik der bulgaren...

ab dem 1. Balkankrieg an, fürchterlich...

Apfel vom Baum
11
16.11.2010, 10:22
Teil 2

Außerdem hätte die Bulgaren niemals gegen die Russen Krieg geführt wenn diese nicht in Rumänien gewesen wären oder wenn bei den Verhandlungen zum Beitritt der Bulgaren auf Seiten der Alliierten, die Serben und Griechen nachgiebiger in Sachen Mazedonien gestanden hätten. Ähnlich verhält es sich im Zweiten Weltkrieg, wo sich die Bulgaren heute allerdings noch fragen warum man den Kommunisten der SU zum Fraß vorgeworfen wurde obwohl man mit über 400.000 Mann auf Seiten der SU zum Schluss stand und niemals Krieg gegen die Alliierten geführt hatte und im Gegensatz zum Resteuropa alle seine Juden gerettet hatte.

Apfel vom Baum
21
16.11.2010, 10:19
Teil 1

Die Politik war so ausgerichtet alle Gebiete wo Bulgaren gelebt haben von der Unterdrückung, sei es durch Türken, Serben oder Griechen zu befreien und dabei in Kauf zu nehmen das man gegen alle seine Nachbarn gleichzeitig Krieg führt (wie im 2 Balkankrieg) oder wie im Ersten Weltkrieg sich mit seinem Erzfeind der Türkei auf einer Seite zu stellen und sogar gegen seinen früheren Befreier Russland Krieg zu führen, wenn diese auf der falschen Seite stehen. In den Augen der Russen wird dies als Undankbarkeit gesehen, in meinen Augen stellt dies die höchste Form von Patriotismus dar.

Apfel vom Baum
04
13.11.2010, 11:42
Dolchstoßlegende

Bulgarien stand zwar im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite, erklärte aber niemals der Sowjetunion den Krieg und hatte sich an keinen Kämpfen gegen die SU beteiligt. Selbst nachdem die Sowjets vor der Grenze standen, ließ man diese ohne Widerstand Einmarschieren. Im Gegenteil die Sowjets wurden als Befreier gegrüßt und Bulgarien sendete über 200.000 Mann Unterstützung für die Sowjets gegen die Deutschen und marschierte über Jugoslawien und Ungarn bis nach Österreich mit denen zusammen. Es gab tatsächlich eine Schlacht von Bulgaren gegen Russen und diese war im September 1916 bei der Eroberung von Tutrakan. Die Bulgaren befreiten damals die während des Zweiten Balkankrieges von den Rumänen hinterrücks besetzte Dobrudscha.

NANANANANANANANA BATMAN
00
30.11.2010, 23:13
alles schön und gut

verpackt, jedoch ist das am ende dann doch verrat.
btw das im 2. weltkrieg verzeih ich euch noch immer nicht.

Apfel vom Baum
01
6.12.2010, 08:09

Was verzeihst du im 2 Weltkrieg nicht? Dass wir auf Seiten Hitlers eingetreten sind, als der Hitler Stalin Pakt in Kraft war und es reell keine Aussicht auf Krieg mit der SU gab? Das als wir auf Seiten Hitlers waren keine Kampfhandlungen unternommen haben und quasi neutral waren? Das wir es ablehnten der Sowjetunion den Krieg zu erklären, sogar als diese Einmarschiert ist? Oder das wir neben Dänemark (8000) das einzige Land in Europa waren das seine gesamte jüdische Bevölkerung (50000) gerettet hat?

Apfel vom Baum
01
6.12.2010, 07:57
Verrat???

Was für einen Verrat? Informiere dich mal ein bisschen über Geschichte. 1885 greift Serbien Bulgarien an, da sie glauben das Bulgarien keine Armee hat und sich nicht währen kann an.
Die Russen ziehen ihre Generäle aus Bulgarien ab, die daran gearbeitet haben die Bulgarische Armee auszubilden. Der höchste Dienstgrad in der Bulgarischen Armee bis zu diesem Zeitpunkt waren Offiziere. Obwohl die Bulgaren keine reelle Führung der Armee hatten, standen Sie zum Schluss vor Belgrad. Im ersten Balkankrieg schlossen Griechenland und Serbien ein Geheimpakt gegen Bulgarien zur Aufteilung Mazedoniens. Im zweiten Balkankrieg kämpft Bulgarien zur Befreiung seiner Brüder in Mazedonien, gegen alle Nachbarn! 600.000 Mann gegen 2,5 Millionen Mann!!!

Andrei Tchoubrikov
38
12.11.2010, 19:15
Und wo bleibt das "Messer" ?

Inhaltsleerer Artikel.

Fritz Wunderlich
83
12.11.2010, 21:50

hehe, da fühlt sich einer getroffen

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