Der nächste Frühling lässt schon grüßen

    12. November 2010, 16:58
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    Eine Schneerosenrunde über Fozeben und das Waxeneck, die auch im Spätherbst machbar ist

    Noch hat der Winter nicht begonnen, da kündigt sich in den Voralpen bereits der Frühling an. Unter dem Laub finden sich die ersten zarten Knospen der Schneerosen, mitunter auch schon volle Blüten, denen auch eine Schneedecke nichts anhaben kann. Die Blume - auch Christrose oder Schwarze Nieswurz genannt - wächst in einigen Gebieten in Massen und ist teilgeschützt, man sollte sie trotzdem nicht pflücken, sondern sie bewundern und in der Gewissheit betrachten (oder fotografieren), dass der nächste Lenz mit Sicherheit kommt.

    Eine Schneerosen-Runde führt um das hintere Feichtenbachtal, einen Seitenarm des Piestingtales. Sie hat zudem den Vorteil, dass sie relativ wenig begangen wird, lediglich in dem verhüttelten Bereich rund um das Schutzhaus Waxeneck kann man nicht mit Einsamkeit rechnen. Durch den Brand der Hütte ist die Mandling in einen Dornröschenschlaf gefallen, die Skihütte Fotzeben - in alten Karten und Beschreibungen wahrscheinlich richtig: Fozeben - verdient ihren Namen nicht mehr und ist meist geschlossen. Etwas oberhalb der Fozeben erlegte am 20. November 1866 der Forstadjunkt Michael Wagner aus Steinhof bei Berndorf den letzten Wolf in Niederösterreich, was Naturschützer als nicht gerade rühmenswert ansehen. Bis heute noch soll ein Geisterwolf sein Unwesen treiben.

    Nur das Waxeneckhaus dient als willkommener Stützpunkt, der neue Pächter bemüht sich redlich, seine Gäste zufriedenzustellen. Die Terrasse des Schutzhauses ist ein bekannter Aussichtspunkt, denn das Haus wurde des Ausblicks wegen an dieser Stelle postiert. Neben dem beherrschenden Schneeberg sind Schneealpe, Rax, Dürre Wand, Hohe Wand und ein Teil des Wechsels zu sehen.

    Die Runde ist abwechslungsreich und kann auch bei geringer Schneelage begangen werden. Ein Teil des Anstiegs zur Fozeben ist allerdings steil, ebenso ein kurzes Stück des Abstiegs zum Geyersattel. Der Rückweg vom Waxeneckhaus ins Feichtenbachtal ist zum Großteil nicht markiert. Die Beschilderung als Mountainbikestrecke ist nur in der Gegenrichtung angebracht. Den Weg kann man kaum verfehlen.

    Die Route: Zufahrt ins Feichtenbachtal von der Papierfabrik Ortmann im Piestingtal. Beim Martahof beginnt die rote Markierung nach Osten. Der Weg zweigt bald von der Forststraße nach links ab und verläuft in einem steilen Graben, später auf einem flacheren Kamm. Gehzeit bis Fozeben 1¼ Stunden. Nun wechselt man nach links auf eine rote und grüne Markierung, passiert die Skihütte Fozeben und steigt in den Geyersattel ab. Im sanften Gegenanstieg erreicht man eine Forststraße, hält sich links und gelangt - vorbei an etlichen Wochenendhäusern - zum Waxeneckhaus. Gehzeit ab Fozeben 1¾ Stunden.

    Auf dem blau und rot markierten Güterweg geht es nach Südwesten weiter. Wo dieser nach rechts zum Hals abbiegt, hält man sich geradeaus, wechselt beim Haus Waxeneck 1 auf den geradeaus führenden alten Fahrweg, der später in Serpentinen den Talgrund erreicht. Auf der Straße zurück zum Martahof. Gehzeit ab Schutzhaus eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/13.11.2010)

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    • Gesamtgehzeit vier Stunden, Höhendifferenz rund 400 Meter. Waxeneckhaus
 (Dienstag und Mittwoch Ruhetage). ÖK25V Blatt 5201-West (Berndorf), 
Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 
1:50.000
      foto: naturfreunde-häuser

      Gesamtgehzeit vier Stunden, Höhendifferenz rund 400 Meter. Waxeneckhaus (Dienstag und Mittwoch Ruhetage). ÖK25V Blatt 5201-West (Berndorf), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000

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      grafik: der standard
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