Rot-Grün in Wien

Vassilakou bekommt Verkehrs- und Planungsressort

12. November 2010, 13:23
  • Das Regierungsübereinkommen im Detail.

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    Wien bekommt seine erste rot-grüne Koalition.

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    Maria Vassilakou und Michael Häupl wollen dezidiert keine "Ehe" eingehen sondern gut zusammenarbeiten. Häupl dazu: "Wir befriedigen unsere emotionellen Bedürfnisse sicherlich anderswo."

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    Die Vorsätze von Rot und Grün.

Van der Bellen bleibt im Nationalrat und wird Unibeauftragter in Wien - Brauner zweite Vizebürgermeisterin - "Charta des Zusammenlebens" für Zuwanderer - Grüne rücken von 100-Euro-Ticket für Öffis ab

SPÖ und Grüne haben sich in Wien nach rund zweieinhalb Wochen intensiver Verhandlungen auf einen gemeinsamen Koalitionspakt geeinigt. Die Vereinbarung wurde heute im Rathaus von Bürgermeister Michael Häupl und der Grünen Klubobfrau Maria Vassilakou gemeinsam präsentiert. Gleich zu Beginn der Pressekonferenz sorgte Häupl für Amusement. Vassilakou betrat den Steinsaal 1 durch den vorderen Eingang. Der Bürgermeister schlich hingegen unbeobachtet von Kameras beim hinteren Eingang in den Raum.

Einige Eckpunkte aus dem Koalitionsabkommen:

Unter dem Titel „"Gemeinsame Wege für Wien"“ präsentierten Häupl und Vassilakou einige Eckpunkte, die sie zwischen 2010 und 2015 verwirklicht haben wollen. Die laufend aktualisierten Fakten und Details zum Koalitionsprogramm finden Sie hier. Die Neuerungen für Wien, die durchaus auch schon grüne Handschrift tragen: ein Ausbau der „Green Jobs“ und des Umwelt-Clusters, mehr kostenlose W-Lan Hotspots. Um die Integration zu fördern soll eine „"Wiener Charta des Zusammenlebens"“ formuliert werden, die durch eine breit angelegte Kampagne bekannt gemacht werden soll. Jeder Neuzuwanderer muss mit der Stadt Wien den sogenannten "„Wiener Vertrag" eingehen“, der sowohl Rechte als auch Pflichten der Wienerinnen und Wiener beinhaltet.

Alle weiteren Ressortzuteilungen sowie den genauen Wortlaut der Koalitionsvereinbarung will das neue rot-grüne Regierungsduo erst kommende Woche verkünden. Eines steht schon fest: Es gibt in Zukunft 12 Stadträte, die SPÖ verliert also einen Posten. Renate Brauner und Maria Vassilakou werden Vizebürgermeisterinnen. Im Bereich der sozialdemokratischen Stadträte werde es, so Häupl, keinen Wechsel geben. Was mit Rudolf Schicker passiert, dessen Ressort Vassilakou "geerbt" hat, wird erst am Montag entscheiden. Die Wiener ÖVP hat Wolfgang Gerstl als nichts-amtsführenden Stadtrat nominiert. (mehr dazu hier)

Van der Bellen bleibt Nationalrat

Wie derStandard.at außerdem erfuhr, wird Alexander Van der Bellen nicht in den Wiener Gemeinderat wechseln. Er wird im Nationalrat bleiben und zusätzlich ehrenamtlicher Wissenschafts- und Universitätsbeauftragter der Stadt Wien. Er ist in dieser Position dafür zuständig, den Kontakt zwischen den Unversitäten und der Stadt zu verbessern. Häupl: "Es freut mich sehr, dass er dieses Angebot angenommen hat".

Wie derStandard.at gestern exklusiv berichtete, übernimmt Maria Vassilakou ein Riesenressort: Sie geht als Planungs- und Verkehrsstadträtin in die Koalition, in ihre Zuständigkeit fallen aber auch die Klimaschutz- und Energieagenden. Häupl: "Das war in der Vergangenheit ein bedeutendes Ressort und ist in Zukunft ein vielleicht noch bedeutenderes". Vassilakou dazu: "Klimaschutz wird zur Chefsache in Wien". Die neue Vizebürgermeisterin nannte als Beispiel für ihre Vorhaben im Verkehrsbereich etwa die Erhöhung des öffentlichen Verkehrsanteils auf 40 Prozent und des Radfahreranteils auf zehn Prozent. Ein 100-Euro-Ticket, wie von den Grünen gefordert, wird es nicht geben, aber eine Tarifreform der Wiener Linien. Eine eigene Taskforce werde verschiedene Tarif-Modelle erarbeiten, die soziale Gerechtigkeit solle dabei im Mittelpunkt stehen. Konkret heißt das zum Beispiel, dass eine pensionierter Arbeiter einen anderen Tarif zahlt als ein pensionierter Sektionschef. Außerdem kündigte die Grünen-Chefin eine Reform der Parkraumbewirtschaftung an.

Sowohl Häupl als auch Vassilakou betonten das gute Gesprächsklima in den Koalitionsverhandlungen. Natürlich, so Häupl, werde es etwa im Bereich Individualverkehr hohen Diskussionsbedarf geben. Aber er wolle lieber ab und zu über eine einzelne Straße streiten als dauernd über die gesamte Bildungspolitik, begründete er seine Entscheidung für die Grünen und gegen die ÖVP. Ein Streitpunkt bleibt weiter der Lobautunnel, der dem Vernehmen nach zunächst einmal bis 2016 aufgeschoben werden soll, nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise. Sollte man sich darüber langfristig nicht einigen, kann sich Häupl auch eine Volksbefragung dazu vorstellen.

Die nächsten Tage

Am Sonntag muss die Basis der Grünen in der Landesversammlung ihr Votum für - oder gegen - die Koalition abgeben. Die SPÖ lässt sich die Regierungspartnerschaft am Montag von ihrem größten politischen Gremium, dem "Wiener Ausschuss", absegnen. (az, seb, edt, derStandard.at, 11.11.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1916
Marquis
01
16.11.2010, 09:39
Neuer Wind für Wien

Ich denke es wird eine gute Zusammenarbeit werden, zumindest nicht schlechter als die SP Alleinregierung zustande gebracht hat Und ein bisserl weniger Macht schadet den SP Bonzen nicht.

Auch die SPÖ in der Steiermark hätte mit den Grünen und KPÖ koalieren sollen, anstatt mit den Schwarzen zu packeln und das Land hinabzuwirtschaften.

Die rechte Politik in Ö, vertreten durch VP und FP, kann nur auf diese Weise entgegengetreten werden.

Medicus58
00
15.11.2010, 08:32
Zu schön um Wahr zu sein

Klar, dass ein Verlag, der sein Printmedium online stellt, sich ein bißchen vom verlorenen Kaufpreis über Online-Werbung zurück holt.
Dass journalistischer Inhalt mitunter mit der Werbebotschaft kollidiert, kennen wir, aber die Kombi: Werbung: "Wer passt zu mir" + Artikel "Vassilakou bekommt Verkehrsressort" auf http://derstandard.at/r12272873... -Wien-Wahl
ist doch zu schön, um irgendwann verloren zu gehen.
(Screenshot auf http://sprechstunde.meinblog.at)
Es hebt Michi Häupls Beziehungskiste auf ein neues Niveau.
Kriegt der Silberrücken nie genug ;-)

El Cafetero
12
14.11.2010, 22:58

Ich finde diese Vorschussloorberen bzw. fast schon Lobhudelei für Rot´Grün in Wien für eine "Qualitätszeitung" schon sehr peinlich und in diesem Ausmaß auch unberechtigt. Auch Rot-Grün kocht wohl nur mit Wasser.
Im Übrigen bleibe ich dabei, dass es ein Fehler ist, die Enerigie- und Verkehrsagenden an die Grünen zu geben, da diese ein zu einseitiges Blickfeld haben. Umweltfragen sind in diesem Zusammen hang zwar wichtig, aber sie sind nur eine von vielen ebenso wichtigen Fragen.

Waxolunist
11
14.11.2010, 13:11
Sozial gerechte ÖV-Tickets

Und wie soll das nun aussehen? Muss ich vor jeder Fahrt einen Gehaltszettel herzeigen? Wer kontrolliert das?
Neue Beschäftigungsfelder für neue Beamte?
Und der ÖV darf durchaus etwas kosten.

R. Lexer
01
15.11.2010, 17:39

Wie jetzt auch schon. Sozialpass beim Sozialamt holen.

meinrad
01
14.11.2010, 17:02
bissl fantasie bitte...

zB können studenten zum kauf des verbilligten semestertickets die inskriptionsbestätigung und einen nachweis des familienbeihilfebezugs herzeigen.

Waxolunist
10
14.11.2010, 18:10

Ich findes es zwar bedenklich, weil z.B. 25-jährige mehr bezahlen als Studenten, aber das ist jetzt auch schon so.
Dass dann plötzlich manche Pensionisten wie im Text erwähnt anders behandelt werden als andere Pensionisten ist schon seltsam.
Und bei Einzeltickets gibts diese Unterscheidung auch nicht.

Politgewissen
10
14.11.2010, 06:31
Der Gedanke, die Korruption in Wien einzudämmen konnte sich nicht in Mehrheit umsetzen lassen!

Das Ergebnis, liebe Mitbewohner dieser Stadt, die Kosten tragen.

Kürzer ist es nicht auf den Punkt zu bringen, denn nichts wird von Kostenreduktion erwähnt - und alles Andere ist dem Filz zu honorieren.

Zahlt!

napnap1
23
13.11.2010, 23:20
Ich darf die Antwort von Fr. V zum 100euro ticket mal übersetzen:

a.) wart ihr so b1öd und habt das vor der wahl echt geglaubt?
b.) Ich weiß doch e dass das nicht geht, zieht aber super bei den wahlen!
c.) mir doch wurscht, schließlich bin ich jetzt vize-bürgermeisterinnInnen!
d.) egal, hauptsache es ist "visionär"

sócrates (der portugiesische)
03
13.11.2010, 23:17
der ölpreis wird vielleicht helfen

da fehlen noch ca. $60 auf den höchstand vor der krise

Der Blinde mit dem Seehund
23
13.11.2010, 21:51
Und die Vassilakou macht jetzt fünf Jahre den Handlanger

für den Häupl, bekommt dann eine Politerpension, geht zurück nach Griechenland und lebt dort in Luxus.

Knox le Ville
11
13.11.2010, 21:09
Jeder kriegt was er verdient ...

meinrad
11
14.11.2010, 09:04
"jedem das seine"?

bist du so einer?

Freigeistin1
00
14.11.2010, 12:51

Jedem das seine und mir das Meiste :-)

Freigeistin1
00
14.11.2010, 16:52

Peinlich!
Diese Aussage stammt aus dem Garfield-Comic.

meinrad
11
14.11.2010, 17:41
jo echt peinlich

erst waldheims pferd, jetzt auch noch garfield...

Freigeistin1
00
14.11.2010, 17:51

Waldheim? Was hat der damit zu tun?

Btw. Jedem das seine - mir das Meiste - steht in keinem Zusammenhang mit der Nazi Zeit!
LESEN!

meinrad
00
14.11.2010, 19:42

ja ja, gleich vier postings zur verteidigung... getroffene hunde bellen!

Freigeistin1
00
14.11.2010, 19:49

???
Keine Ahnung von was Sie reden. Aber bitte ... back 2 topic.

Freigeistin1
00
14.11.2010, 17:50

Ein Tip: Lesen bildet.

Suum cuique geht als Grundsatz auf das antike Griechenland zurück.

Aber bitte, glaubens doch was Sie wollen :-)

jeff5
22
13.11.2010, 20:34
als nichtgrünwähler ist mir die vassilakou sympathisch.

im vergleich zu den faymanns, prölls und straches kann sie nichts falsch machen.

jetzt musst schon auf grünpolitiker hoffen, weil die anderen so unfähige wurschteln sind.

sch....zeit

anton-aus-tyrol
 
77
13.11.2010, 20:07
Der ist so alt, dass ich ihn bringen muss:

Was haben die Vassilakou und ein Kondom gemeinsam?

Beides verkehrshemmend...

Mahnende Stimme
53
13.11.2010, 20:57

Sonst noch ein paar sachliche Kommentare anzubieten?

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Posting 1 bis 25 von 1916

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