Abschweifen macht unglücklich

13. November 2010, 17:41
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Lesen Sie diesen Text aufmerksam! Fast die Hälfte unserer Zeit sind wir mit den Gedanken woanders - und darüber unzufrieden

Washington - "Lebe im Hier und Jetzt" ist eine Grundmaxime östlichen Denkens. Die Weisen aus dem Osten haben sich dabei allem Anschein nach etwas gedacht, wie nun Forscher der Uni Harvard nach Experimenten mit 2250 iPhone-Benützern im Fachblatt "Science" bestätigen. Die Forscher fragten ihre Testpersonen zu verschiedenen Tageszeiten nach ihrer Aktivität, ihrer Zufriedenheit und ihrer gedanklichen Präsenz.

Das Ergebnis: 47 Prozent der Zeit waren die Personen mit ihren Gedanken nicht bei der Sache. Dabei spielte es kaum Rolle, ob sie die Aktivität als angenehm oder unangenehm empfanden, ob sie gerade fernsahen, einkauften, aßen oder spazieren gingen. "Gedankliche Abschweifungen scheinen bei allen Aktivitäten vorzukommen", sagt Autor Matthew Killingsworth.

Waren die Menschen nicht aufmerksam, so fühlten sie sich eher unglücklich. "Abschweifende Gedanken sind ein hervorragender Anzeiger für die Zufriedenheit von Menschen", so Killingsworth. Sprich: Es kommt mehr darauf an, bei der Sache zu sein, als auf die Sache selbst. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. 11. 2010)

  • Der Aufruf zur Studienteilnahme richtete sich an Nutzer des iPhone-Handys.
    foto: science/aaas

    Der Aufruf zur Studienteilnahme richtete sich an Nutzer des iPhone-Handys.

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