"Nur als ein Land hat Bosnien eine Zukunft in EU und NATO" - Bericht vor UNO-Sicherheitsrat - Stillstand in vergangenen vier Jahren
New York/Sarajevo - Der internationale Bosnien-Beauftragte
Valentin Inzko hat den sezessionistischen Tendenzen in der bosnischen
Serbenrepublik eine klare Absage erteilt. "Nur als ein Land hat
Bosnien und Herzegowina eine Zukunft in der EU und der NATO", heißt
es in einem Bericht, den Inzko am heutigen Donnerstag dem
UNO-Sicherheitsrat präsentieren wollte. Die territoriale Integrität
und Souveränität Bosniens "stehen nicht zur Diskussion", betonte der
EU-Spitzendiplomat laut einer Aussendung seines Büros.
Land soll "wieder auf Reformkurs"
Inzko rief die zerstrittenen bosnischen Politiker auf, das Land
nach den Wahlen im Oktober "wieder auf Reformkurs" zu bringen. Eine
schnellstmögliche Regierungsbildung in Sarajevo sei "höchste
Priorität", auch müsse ein Konsens auf eine umfassende
Verfassungsreform erzielt werden. Inzko war vor seinem Auftritt in
New York auch mit hochrangigen US-Regierungsvertretern in Washington
zusammengetroffen. In New York wollte er auch eine Rede vor der
Columbia University halten und an die Unterzeichnung des
Dayton-Friedensabkommen vor 15 Jahren erinnern. "Nach massiven
Fortschritten in den ersten elf Jahren herrschte in den vergangenen
vier Jahren weitgehend Stillstand", heißt es im Redetext.
Positive Ausnahme seien die Maßnahmen gewesen, die jüngst zum
Wegfall der Visa-Pflicht für bosnische Staatsbürger im europäischen
Schengen-Raum führten. Dies sowie die Veränderungen in der
politischen Landschaft nach den Wahlen böten ein "Momentum", auf dem
die politische Spitze des Landes mit Hilfe der Internationalen
Staatengemeinschaft sowie der Nachbarländer nun aufbauen müsse,
betonte Inzko. (APA)