Pianist mit Opus Dei-Viren-Hoax um Millionen betrogen

10. November 2010, 15:07
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Zwei Computer-Techniker knöpften Komponisten über sechs Millionen Dollar mit sagenhafter Geschichte ab

Mit einer unglaublichen Geschichte zogen zwei Computer-Techniker in den USA den Komponisten Roger C. Davidson über den Tisch. Wie nun bekannt wurde, suchte der Mann im Jahr 2004 mit seinem Computer einen Service-Shop in New York auf, um einen Virus entfernen zu lassen. Nach einer abenteuerlichen Geschichte soll er nun um mehr als sechs Millionen ärmer sein, berichtet die New York Times.

Polnische Priester auf Honduras

Davidson habe sich an Datalink Computer Products gewandt, da er befürchtete, ein Virus könnte seine gespeicherten Musikstücke zerstören. V. Bedi, der Betreiber des Shops, und dessen Freundin H. Invarsdottir tischten dem Pianisten, dessen Vorfahren das Öl-Unternehmen Schlumberger Ltd. gegründet hatten, eine unglaubliche Geschichte auf. Der Virus würde von einer mysteriösen Festplatte in einem abgelegenen Dorf auf Honduras stammen, wo polnische Priester aus dem Kreis des Opus Dei einen Plot gegen ihn und die Regierung der Vereinigten Staaten planen würden.

Sechs Millionen für persönlichen Schutz

Die beiden Betrüger hätten Davidson so davon überzeugen können, dass nicht nur seine Musikstücke, sondern auch sein Leben und das seiner Familie bedroht seien. Sie würden jedoch sowohl für die Entfernung des Virus als auch für seinen persönlichen Schutz sorgen. Über einen Zeitraum von sechs Jahren hätten sie so über sechs Millionen Euro von dem Mann erhalten, heißt es seitens der Ermittler. Die beiden Betrüger seien vergangene Woche verhaftet worden, als sie sich nach Island absetzen wollten, die Heimat von Invarsdottir. (red)

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    Opus Dei wurde schon 2003 von Autor Dan Brown in "The Da Vinci Code" für böse Machenschaften eingesetzt. Das könnte auch die zwei Computer-Techniker für ihren Betrug inspiriert haben. 

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