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Graz - Über Bluthochdruck, Lungenerkrankungen und Diabetes wird viel gesprochen und geforscht. Der Europäischen Kommission zufolge leiden aber auch fünf bis acht Prozent der Europäer an einer der geschätzten 8.000 "seltenen Erkrankungen". Aufgrund der geringen Fallzahlen sind sie schlecht erforscht, es mangelt an geeigneten Diagnose- und Therapieverfahren. Das gilt auch für Endometriale Stromasarkome (ESS), Gebärmutter-Tumoren, mit denen sich der Grazer Molekularbiologe Andelko Hrzenjak beschäftigt.
Es handelt sich um ausgesprochen seltene Krebserkrankungen: Stroma-Sarkome des Endometriums des Uterus. Insgesamt stellen solche bösartigen Tumoren ein Prozent aller Krebserkrankungen der Gebärmutter dar. Andelko Hrzenjak, Leiter der Forschungseinheit "Molekularpathologie gynäkologischer Tumoren" an der Medizinischen Universität Graz, und sein Team konnten nun zumindest die Diagnostik dieser Tumoren durch Optimierung molekularbiologischer Methoden verbessern.
Drei bis fünf Fälle pro eine Million Frauen
Mit einer Häufigkeit von drei bis fünf Fällen pro einer Million Frauen gehören ESS zu den seltensten Tumoren des weiblichen Genitaltraktes. "Das wenige Untersuchungsmaterial, das uns aus unserem internationalem Netzwerk zur Verfügung gestellt wurde, ist meist in Formalin fixiert und in Paraffin eingebettet. Das ist nicht optimal für die Anwendung molekularbiologischer Methoden, wo wir mit Gefrierschnitten arbeiten", schildert Hrzenjak die bisherigen Schwierigkeiten. Für die genaue Befundung eines Tumortyps sei aber gerade eine Untersuchung auf genetischer und damit molekularer Ebene von besonderer Bedeutung. "Wir mussten also die Methoden den Gegebenheiten anpassen und haben Strategien entwickelt, die auch die Verwendung fixierter und eingebetteter Gewebeproben erlauben", so der Molekularpathologe.
Konkret hat Hrzenjak eine molekularbiologische Methode (nested PCR) weiterentwickelt und verbessert. Sie unterstützt vor allem die Diagnostik bei schwer zu diagnostizierenden ESS-Fällen. Es ist dabei gelungen, diesen Tumortyp genauer zu charakterisieren. Darüber hinaus konnten die Grazer Forscher molekulare Mechanismen der ESS-Entstehung aufklären. Wichtig ist dem Team, auch Ähnlichkeiten zu anderen, häufigeren Tumortypen herauszufinden, damit bereits vorhandene wirksamen Substanzen auf ihre Wirkung bei ESS überprüft werden können. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) würdigte diese Arbeiten jüngst mit dem "Alois Sonnleitner-Preis". (APA)
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