Schluss mit der Integrationsdebatte!

9. November 2010, 18:50

Dokumentation eines Appells von Intellektuellen, die der Ansicht sind, dass "bereits das ständige Sprechen über Integration ein angebliches Anderssein reproduziert und Teile der Gesellschaft unter Generalverdacht stellt"

Das Ergebnis der jüngsten Gemeinderats- und Landtagswahl in Wien setzt ein deutliches rassistisches Zeichen. Ebenso alarmierend wie der Erfolg der rechtsextremen Positionen der FPÖ sind die zahlreichen populistischen Analysen von Politikern, Meinungsmachern und anderen Experten, die unwidersprochen verbreitet werden.

Ob Bildung, Wohnen oder Arbeitsmarkt - Migration wurde und wird in all diesen Lebensbereichen als Problemfeld inszeniert. Es gehört mittlerweile zum guten Ton in der öffentlichen Debatte, über Migration und Migranten als Konfliktquelle zu sprechen. In Österreich herrscht offenbar ein breiter Konsens darüber, dass auf gesellschaftliche und soziale Probleme rassistische Antworten gegeben werden können. Wir stellen uns gegen diesen Konsens!

Der Anspruch, die Debatte zu versachlichen, greift zu kurz. Wir akzeptieren nicht, dass zwar ständig über Migranten gesprochen und über sie Bescheid gewusst wird, sie aber aus Entscheidungspositionen ausgeschlossen bleiben - unabhängig davon, ob sie längst österreichische Staatsbürger/innen sind oder nicht. Ein verheerendes Missverhältnis drückt sich darin aus, dass auch diese Wahl mit dem Thema Migration entschieden wurde, und zwar unter Ausschluss derjenigen, die in Wien leben und hier nicht wählen dürfen.

Gleiche Rechte für alle

Längst ist hierzulande eine Klarstellung fällig: Migration bildet unsere Realität. Die Menschen, die hier leben, sind keine Fremden. Die Sprachen, die hier gesprochen werden, sind keine Fremdsprachen. Alle Jugendlichen, die hier leben, sind unsere Jugendlichen. Nach den Ergebnissen der Wiener Wahl wollen wir daher noch weniger als zuvor über Integration reden. Denn bereits das ständige Sprechen über Integration reproduziert ein angebliches Anderssein, stellt Teile der Gesellschaft unter Generalverdacht und übersieht die Vielfältigkeit der Lebensformen. Stattdessen wollen wir soziale und politische Verhältnisse thematisieren, die tagtäglich Ungleichheit zwischen Menschen neu herstellen.

In öffentlichen Debatten werden ökonomische und gesellschaftliche Ausschlüsse mehrheitlich ignoriert bzw. rassistisch umgedeutet. Tatsache ist: Die gegenwärtigen Strukturen schaffen im Bildungsbereich, am Arbeitsmarkt, hinsichtlich politischer Mitsprache oder Selbstorganisierung eine Segregation, durch die Mehrheitsösterreicher/innen bevorzugt werden.

Ausgeschlossen

Viele Migranten sind vom Wahlrecht ausgeschlossen, es wird verschleiert, wie Migranten der Zugang zu Bildung, Wohnräumen und Arbeitsplätzen, zu öffentlichen Institutionen und anderen gesellschaftlichen Räumen erschwert wird. Islamfeindlichkeit bietet einen wesentlichen Anknüpfungspunkt für mediale Auseinandersetzungen, denn Islamfeindlichkeit wird nicht als Rassismus anerkannt.

Dies geschieht im Kontext einer globalen Umstrukturierung der Wirtschaft, deren negative Effekte vor allem Arbeitnehmer/innen und Menschen mit geschwächten Rechten massiv treffen. Es wird der Versuch unternommen, über das Thema Migration soziale Positionen gegeneinander auszuspielen und Arme und Migranten als unproduktiven Kostenfaktor darzustellen. Stattdessen sollte gegen Verarmung, Prekarisierung und den Verlust sozialer Rechte gekämpft werden, die immer mehr Menschen betreffen.

Migration findet statt

Migration findet statt. Sie ist eine Selbstverständlichkeit in allen Lebensbereichen. Und nicht nur das: Migranten und Migrantinnen fordern ihre Rechte ein, Migration ist somit eine emanzipative Bewegung. Das Problem sind jene Politiken, die Armut und Rassismus produzieren.

Wir lehnen entschieden jede Politik ab, die gesellschaftliche Verhältnisse nach einer Kosten/Nutzen-Logik durchrechnet und Teile der Gesellschaft zur Ausschusspopulation erklärt.

Wir fordern eine Arbeitsmarktpolitik, die keine Ausschlüsse produziert, sondern alle in der Gesellschaft mit einbezieht und fördert.

Wir fordern eine Bildungspolitik, die von der Realität der Mehrsprachigkeit und Transkulturalität in den Kindergärten und Schulen ausgeht.

Wir wenden uns entschieden gegen eine Einteilung in gute und schlechte Migranten, während man die Gesetze systematisch verschärft und das Recht auf Asyl de facto abgeschafft wird.

Wir fordern, dass alle Menschen, die hier leben, die gleichen Möglichkeiten haben, an der Gesellschaft sowie an politischen Entscheidungen mitzuwirken.

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der es selbstverständlich ist, dass alle Menschen die gleichen Rechte teilen. (DER STANDARD-Printausgabe, 10.11.2010)

Hintergrund:
Der hier publizierte Text entstand unter dem Eindruck der Ergebnisse der Wiener Gemeinderatswahl als Initiative eines Kollektivs von Künstlern, Wissenschaftern und Politaktivisten - u.a. aus dem an der Berliner Humboldt-Universität entstandenen Netzwerk "Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung" (Kritnet), die einen ähnlichen Appell bereits Anfang Oktober anlässlich der Sarrazin-Diskussion unter dem Titel "Demokratie statt Integration" ins Netz stellte.

Der deutsche Aufruf wurde bisher von über 3000 Personen unterzeichnet, der österreichische "Ableger" hält derzeit bei knapp über 125 - darunter Elfriede Jelinek, Robert Menasse, Doron Rabinovici, Dimitre Dinev, Ilja Trojanow sowie zahlreiche Uni-Professoren und Vertreter von Migrationsinitiativen: die vollständige Liste der Erstunterzeichner ist unter http://ausschlussbasta.wordpress.com abrufbar.

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    Posting 1 bis 25 von 335
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    I am legend!
    00
    Beeindruckend!

    So eine gute Satire bin ich nicht einmal von Hr. Nikowitz aus Profil gewöhnt! Bitte mehr davon!

    Marie Sandoz
    01
    6.12.2010, 09:26
    Wenn man so an Problemen vorbeidiskutiert,

    darf man sich nicht wundern, wenn Strache derzeit die Nummer eins ist. Liebe gute Menschen, auch Ihr habt ein gerüttelt Maß Anteil am Erfolg des Herrn Strache.

    Paul Achatz
     
    02
    14.11.2010, 08:07

    "Die gegenwärtigen Strukturen schaffen im Bildungsbereich, am Arbeitsmarkt, hinsichtlich politischer Mitsprache oder Selbstorganisierung eine Segregation, durch die Mehrheitsösterreicher/innen bevorzugt werden."
    Tja, in einer Demokratie geht es nun mal um Mehrheiten. Oder soll ich diesen Worten etwa entnehmen, dass die Unterzeichneten es furchtbar tragisch finden, dass in Wien zwei Parteien mit zusammen 40% der Mandate durch die Mehrheit von der Stadtregierung ausgeschlossen wird?

    diskdusk
     
    00
    14.11.2010, 18:03

    Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nur einer Mehrheit oder Minderheit angehört, die meisten von uns sind wohl beides: ich bin zum Beispiel in der Minderheit der Männer (es gibt mehr Frauen, oder?), dafür in der Mehrheit der in Österreich geborenen, jeweils in der Minderheit der Partei die wir wählen etc. Je nachdem welchen Faktor man berücksichtigt ändert sich das also, dennoch hat jeder Mensch zum Beispiel das Recht auf Leben, Bildung, Chancen am Arbeitsmarkt etc.

    Zu diesen Rechten gehört aber nicht: in Wien mitregieren dürfen, eine Garantie auf einen Arbeitsplatz, das Recht auf einen Lottogewinn usw.

    Ich hoffe, der Unterschied zwischen Minderheitenrechten (wichtig in einer Demokratie!) und "jeder darf alles" ist Ihnen somit klarer.

    ordy
    02
    25.11.2010, 12:28

    Vor allem aber gibt es kein Recht auf Einwanderung.

    diskdusk
     
    00
    28.11.2010, 04:04

    Da haben Sie recht. Zum Glück wird derartiges von keinem seriösen Politiker behauptet oder verlangt.

    Was es jedoch schon gibt: ein begründetes Interesse an (gesteuerter) Einwanderung. Und die Notwendigkeit mit dieser umzugehen. Die Augen zu verschließen und Angst zu haben (wie dies die FPÖ tut) kann aber kein Lösungsansatz sein.

    Paul Achatz
     
    01
    14.11.2010, 22:17
    Minderheitenrechte sind in diesem Aufsatz überhaupt

    kein Thema, denn "Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der es selbstverständlich ist, dass alle Menschen die gleichen Rechte teilen."

    Mein Kritikpunkt im vorigen Beitrag war, dass die Demokratie grundsätzlich die Mehrheit bevorzugt - in diesem Zusammenhang ist die politische Mehrheit von allen Ihren genannten die einzig relevante - weil Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip gefällt werden. Wenn jemand daran rüttelt, rüttelt er an den Grundfesten der Demokratie.

    miette
    00
    17.11.2010, 15:38
    naja naja

    in einer demokratie sollen auch die minderheiten was zu sagen haben. so einfach funktioniert auch eine demokratie nicht, dass es schlicht nur nach mehrheiten geht. man muss sich auch immer die frage stellen, wer das recht hat, zu dieser mehrheit zu gehören. wenn ich z.B. nur von wahlen rede (was nur ein teil eines demokratischen systems ist), dann ist klar, dass diejenige partei mit den meisten stimmen eben "gewinnt", aber wer ist berechtigt zu wählen, wer bekommt wann und wie leicht dieses recht (also staatsbürgerschaft)? auch im antiken griechenland waren es nur einige bestimmte männer, die zur demokratie zählten und also wählen durften. daneben gibts noch zahllose andere ausschlussmechanismen, die subtiler wirken.

    Paul Achatz
     
    01
    17.11.2010, 18:36
    Nehmen wir an, es steht eine eine Entscheidung zwischen

    zwei Möglichkeiten an. Sagen wir, Atomausstieg in Deutschland. 75% wollen aussteigen, 25% wollen weiter in Atomenergie investieren. Aber nur 15% sind bereit, morgen abend im Dunkeln zu sitzen, wenn die Atomkraftwerke abgedreht werden. Ebenso fürchten nur 5%, bei einem Ausstieg ihren Arbeitsplatz zu verlieren und sind deshalb unbedingt für Atomkraft. Also handelt man den Kompromiß aus, den Ausstieg innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte zu vollziehen. 80% sind einverstanden, auch da hat die Mehrheit entschieden.
    Die Anerkennung der Mehrheitsentscheidung ist dann am wichtigsten, wenn die Positionen unvereinbar sind und sich kein Kompromiss aushandeln lässt. Dann ist sie nämlich die letzte Entscheidungsinstanz vor dem Bürgerkrieg.

    Paul Achatz
     
    03
    14.11.2010, 07:54

    "Wir fordern, dass alle Menschen, die hier leben, die gleichen Möglichkeiten haben, an der Gesellschaft sowie an politischen Entscheidungen mitzuwirken."
    D.h. also sofort alle Rechte der Staatsbürgerschaft für alle Personen, die sich innerhalb der Grenzen Österreichs aufhalten. Wohl gemerkt, nur die Rechte, nicht die Staatsbürgerschaft selbst, denn die würde ja auch Pflichten wie die Wehrpflicht beinhalten.
    Sie können das gerne fordern, aber meine Unterstützung werden Sie dafür sicher nicht bekommen.

    diskdusk
     
    50
    14.11.2010, 17:57

    Schade, ohne Ihre Unterstützung wird diese Initiative wohl kaum Erfolg haben können.

    Darüberhinaus ist mir nicht ganz klar, wie Sie selber zitieren können "Menschen, die hier leben" und das dann gleich darunter umdeuten zu "die sich innerhalb der Grenzen Österreichs aufhalten".

    Wobei ich, auch wenn mich Polemiker wie Sie zu anderem verführen würden, diesem Punkt gegenüber auch kritisch bin, man sollte erst evaluieren wie sich das Wahlrecht auf Bezirksebene auswirkt und dann überlegen ob man eine Ebene weitergeht. Bundeswahlen sollten aber auf jeden Fall erst mit der Staatsbürgerschaft möglich werden.

    Paul Achatz
     
    00
    14.11.2010, 21:43
    Oh vielen Dank. So wichtig hätte ich mich selbst jetzt gar nicht genommen.

    Sie haben recht, ich habe eine zu biologische Definition des Wortes leben verwendet.

    Die Auswirkung des Wahlrechtes "evaluieren"? Wie um alles in der Welt soll das denn gehen? Woran wollen Sie das messen? An der Wahlbeteiligung unter den neu hinzugekommenen Wahlberechtigten? Oder gar daran, ob die "richtigen" Parteien gewählt werden?

    diskdusk
     
    00
    14.11.2010, 22:20

    Biologisch gesehen wollen wir hoffen, dass die meisten Leute innerhalb der Österreichischen Grenzen leben - gesetzlich und fürs Wahlrecht brauchts da natürlich einen Lebensmittelpunkt.

    Das, was bei der Evaluierung beobachtet werden kann, hängt davon ab wovon Sie Angst haben dass es eintreten könnte wenn das Ausländer-Wahlrecht ausgedehnt wird. Man könnte dann hinschauen und sagen: "Nö, stimmt nicht." Oder man sieht dass die Ängste, die Sie leider noch nicht konkretisiert haben, gerechtfertigt waren und lässt es bleiben.

    Paul Achatz
     
    01
    14.11.2010, 22:37
    Für mich ist das Wahlrecht Teil des

    Gesamtpaketes Staatsbürgerschaft, das aus Rechten und Pflichten besteht. Wenn ich die Rechte einfach so bekomme, ist der nächste Schritt, die Staatsbürgerschaft abzulegen und sich so der Pflichten zu entledigen. Wählen kann ich auch so, aber ich muss nicht zum Militär.
    Auch wenn es pathetisch klingt, ich finde das Wahlrecht ein so wertvolles Gut, dass ich bereit bin, dafür die mir auferlegten Pflichten auf mich zu nehmen. Wenn jemandem das Wahlrecht nicht so wertvoll ist, dann soll er es auch nicht haben.

    miette
    00
    17.11.2010, 15:39
    militärpflicht abschaffen

    gute lösung

    diskdusk
     
    10
    15.11.2010, 09:46

    Fallen Ihnen spontan irgendwelche anderen Rechte ein, die mit der Staatsbürgerschaft verbunden sind?

    Überdies zahlen die Leute, die hier wohnen, ja genauso wie alle anderen Steuern, zahlen statistisch gesehen mehr in das Sozialsystem ein als sie herausbekommen, etc.

    Wie gesagt: auf Bundesebene soll das Wahlrecht nur für Staatsbürger gelten. Auf Gemeindeebene finde ich es gut, wie es in Wien gemacht wird. Würden Sie diese Ebene auch wieder abschaffen wollen? Ich halte das nämlich auch für einen geschickten Schachzug - wer wählen darf (und es nicht als selbstverständlich erachtet wie hier Geborene) interessiert sich auch für die Gesellschaft, will mitgestalten, bringt sich ein. Das nennt man Integration.

    Paul Achatz
     
    02
    15.11.2010, 19:03
    Ich selbst war drei Jahre in Holland

    und hätte als EU-Bürger auch die Möglichkeit gehabt dort an Gemeinderatswahlen teilzunehmen. Ich habe es nicht getan, denn ich kannte mich nicht aus: Man braucht eine gewisse Zeit um sich in der Politik eines Landes zurechtzufinden, überhaupt, wenn man die Sprache nicht beherrscht.
    Abgesehen davon fand ich es seltsam, dass ich die Politik der nächsten 5 Jahre mitbestimmen sollte, wo ich doch nicht einmal vorhatte, so lange dort zu bleiben. Daher finde ich auch die Regelung eher unglücklich, die EU-Bürgern dieses Wahlrecht sofort gibt.

    Paul Achatz
     
    01
    15.11.2010, 18:57
    Die Verleihung des Wahlrechtes ist ein Einwegventil.

    So wäre es meiner Meinung nach undenkbar, z.B. das Wahlalter wieder anzuheben, oder irgendeinen anderen historischen Schritt wieder zurückzunehmen, z.B. das Frauenwahlrecht, oder die Loslösung von einem Mindeststeueraufkommen.
    Daher muss man sich gut überlegen, wem man es gibt.
    Wenn ein Immigrant das Wahlrecht einfach so hingeworfen bekommt, ohne dass er selbst auch nur irgendetwas dazu leisten muss, wieso glauben Sie dass es für ihn weniger selbstverständlich wäre als für einen hier geborenen?

    Paul Achatz
     
    01
    15.11.2010, 18:44
    Ich glaube nicht, dass darauf ein Recht besteht,

    aber üblicherweise bemühen sich Staaten schon um ihre Staatsbürger. Sollten Sie also, weil Sie in Unkenntnis der Gesetzeslage in Singapur auf die Straße gespuckt haben, im Gefängnis sitzen und auf die Administration einer Strafe von 30 Stockschlägen warten, die nach Gutdünken Ihres Wärters beliebig oft wiederholt werden kann, so ist es sehr wahrscheinlich, dass Österreich sich um Ihre Ausweisung hierher bemühen würde.
    Bezüglich der Steuern finde ich es völlig in Ordnung, dass jemand nach einer gewissen Zeit und unter gewissen Voraussetzungen die Staatsbürgerschaft beantragen dürfen und sie auch erhalten soll. Und damit ist dann meiner Meinung nach der Frage der Mitbestimmung auch genüge getan. Wenn er das nicht will, na dann halt nicht.

    Grünes Stricherl statt Blaues Stracherl
    00
    13.11.2010, 13:07
    Probleme werden nicht gelöst, indem man sie herbeiredet.

    Die Sorgen mancher Bevölkerungskreise löst man nicht, indem man sie gegen andere Bevölkerungskreise ausspielt.

    Idefix der zweite
     
    17
    13.11.2010, 11:01

    Ich stehe dem Islam, der Katholischen Kirche und jedem anderen Aberglauben gleichermassen ablehnend gegenüber. Bin ich deshalb ein Rassist?

    Wenn man über Migration und Migranten als Konfliktquelle nicht mehr sprechen darf, dann ist alles verloren. Weil dann kann der Konflikt, der ja real existiert (und wäre es auch zu Unrecht, aus Missverständnissen heraus, und nur, weil die falschen Probleme mit falschen Lösungsansätzen bekämpft werden), nur weiter eskalieren.

    Dieses "es kann nicht sein, was nicht sein darf", dieses den Kopf in den Sand stecken und alle Probleme weg- und schönreden, das ist der Nährboden, auf dem ein Strache überhaupt erst zu Aufmerksamkeit kommen kann.

    Timagoras
     
    02
    11.11.2010, 22:54
    probleme, über die man nicht redet, oder über die zu reden man sich oder einander verbietet, verschwinden einfach.

    .
    das stimmt vielleicht.

    aber wohin?

    rosa parks
    61
    12.11.2010, 18:52
    haben Sie den text überhaupt gelesen?

    oder gelesen und halt nicht verstanden?

    Paul Achatz
     
    04
    14.11.2010, 08:46
    Aber natürlich hat er den Text nicht gelesen.

    Und sicher hat er auch die Gefahr des Verstehens durch vorhergehendes tagelanges Komatrinken gebannt. Was aber auch sehr gut nachzuvollziehen ist, denn sonst hätte er sich und uns alle des wahrhaft köstlichen Vergnügens beraubt, einen geistig wie moralisch so erbaulichen Beitrag wie den Ihren lesen zu dürfen, der so profunde, weitreichende und eherne, fast möchte ich sagen, unwiderlegbare Argumente in feinst geschliffener Sprache und kunstvoll gedrechselten Formulierungen ausführt, so dass es nahezu unmöglich scheint, sich dem Sog Ihres gewaltigen Intellekts und seiner alles überragenden Logik zu entziehen.

    Trotzdem ist es mir gelungen.

    diskdusk
     
    10
    14.11.2010, 18:09

    Vielleicht gelingt Ihnen auch das:

    In der Tat sind die durch Migration hervorgerufenen Probleme in Österreich nur ziemlich dezent bemerkbar, an einigen Hot Spots vielleicht mehr - trotzdem feiert die Partei, die den Frust der Bürger dieses Thema betreffend abgrast, ihre größten Erfolge in Bezirken mit minimalem Ausländeranteil. Die ständige Präsenz dieses Themas (mehr als Bildung, Wirtschaft, Energie) erzeugt definitiv einen gewissen Placebo-Effekt, der den Eindruck erweckt als würde sich Österreich am Rande des Zusammenbruchs befinden weil Horden artfremder Einwanderer über uns herfallen. Das ist definitiv übertrieben.

    Ein Redeverbot kann aber natürlich keine Lösung sein. Aber ein bisschen mehr über andere Themen zu reden wäre wohl gut.

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    Posting 1 bis 25 von 335
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