USA 2009

Mehrheit der Ärzte nahm Geschenke der Pharmaindustrie an

9. November 2010, 17:52
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    foto: standard/matthias cremer

    Eher Ärzte in kleinen Praxen neigen dazu, Präsente anzunehmen

Bei 84 Prozent laut Studie Verbindung - Einfluss seit 2004 leicht gesunken - Größte Bereitschaft bei Kardiologen

New York/Boston - Die große Mehrheit der Ärzte in den USA nimmt immer noch Geschenke von der Pharmaindustrie an, ihr Anteil ist aber gesunken. Das geht aus einer am Montag in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" veröffentlichten Studie hervor. Demnach hatten 84 Prozent der Mediziner im vergangenen Jahr irgendeine Art von Beziehung zur Pharma- und Medizintechnikindustrie, die von Arzneiproben (64 Prozent) über Lebensmittelpräsente (71 Prozent) bis hin zur Bezahlung von Fortbildungsreisen (18 Prozent) sowie Berater- und Vortragshonoraren (14 Prozent) reichte.

Das sei in allen Bereichen allerdings merklich weniger als noch 2004, als 94 Prozent der Mediziner solche Kontakte hatten, wie die Finanzagentur Bloomberg berichtete. Damals hatten in den USA sowohl Mediziner als auch Politiker mit Bemühungen begonnen, den Einfluss der Pharmaindustrie auf die Ärzte zu begrenzen. Den Angaben zufolge waren die Werte vor allem bei Reisekostenerstattungen und der Teilnahme an sogenannten Speaker Bureaus, in denen Mediziner anderen Ärzten Produkte vorstellen, 2009 nur noch halb so hoch wie 2004, als die erste Studie durchgeführt wurde.

Kardiologen Vorreiter

Für die Studie wurden 1.891 Mediziner aus verschiedenen Zweigen befragt. Kardiologen zeigten mit 92 Prozent die größte Bereitschaft zur Annahme von Geschenken, heißt es in der Untersuchung. Generell neigten eher Ärzte in kleinen Praxen als in großen Institutionen dazu, Präsente anzunehmen. Vor allem der Umfang, in dem Lebensmittel akzeptiert würden, sei "absolut peinlich", zitierte die Agentur Bloomberg Eric Campbell, einen der Mitarbeiter der Studie vom Mongan Institute for Health Policy. Dies schlage sich in höheren Arzneimittelkosten nieder. Es habe sich insgesamt gezeigt, dass Ärzte mit Beziehungen zur Pharmaindustrie eher Markenpharmazeutika verschrieben als Ärzte, die der Industrie nicht verbunden seien. (APA)

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Frau Keuner
30
14.11.2010, 18:23
Die Wurzel des Übels

Bis jetzt habe ich in zwei Pharmafirmen Dienst getan (in zweiterer bin ich nach wie vor beschäftigt). Mein Aufgabenbereich ist hauptsächlich im Marketing angesiedelt. Soviel zu meinem Hintergrund. Ich sehe das Kernproblem in den größtenteils völlig inkompetenten "Pharmareferenten" die niemals ein medizinisches Buch aufgeschlagen haben und keine Prüfung diesbezüglich ablegen mussten! DAS WIRD ABER NICHT KONTROLLIERT! ..und wenn der Arzt nicht fundiert und wissenschaftlich umfassend informiert wird, ist es klar, dass manche Firmen sich anderer Mittel bedienen müssen um "mindsticking effects" zu erzielen. Traurig! Ich selbst habe die Prüfung und jeder Arzt mit dem ich gesprochen habe, braucht kein "Geschenk" um unser Produkt zu verschreiben!

baroli
03
14.11.2010, 22:09

Sie haben, sinds mir nicht bös, keine Ahnung.
Ohne Prüfung darf der Beruf heute gar nicht mehr ausgeübt werden.
Den Rest können sie ebenfalls der Kathi-Tant erzählen.
Bis vor kurzem waren Geschenke jeder Art gang und gäbe.
Das wissen sie ganz genau.

Dagmar Rehak Wien
 
10
15.11.2010, 10:45

Vielleicht arbeitet Frau Keuner in einer Firma, die Produkte herstellt, die auch ohne Geschenk überzeugen. Sowas kann es durchaus vereinzelt geben.

baroli
02
15.11.2010, 14:23

Dazu ist der Konkurrenzdruck zu groß.
Ich halte die Dame nicht für echt.

Dagmar Rehak Wien
 
11
15.11.2010, 19:50

Es gibt ein paar kleine Pharmafirmen, die durchaus sinnvolle Produkte produzieren. Die Namen der Firmen hab ich jetzt nicht im Kopf, aber mir fallen ausn Stand eine Hand voll sinnvoller Medikamente ein:
ACC
Inotyol Salbe
beta isodona
ASS (in bestimmten Situationen sinnvoll)
Diazepam

Die Konkurrenz herrscht eher da, wo sinnlose Medikamente verschrieben werden sollen. Da stürzen sich alle auf den Angstmacher-Sektor mit Abonnement. Dazwischen gibt's schon ein paar selbstüberzeugende Produkte und Firmen.

Andreeeas
03
16.11.2010, 22:46

Interessant, dass für Sie Hexal und Bayer "kleinere Pharmafirmen" sind.

ACC und ASS...

Dagmar Rehak Wien
 
10
17.11.2010, 00:19

Du musst das lesen, was direkt über der Aufzählung steht.

Dagmar Rehak Wien
 
10
17.11.2010, 00:27

Also zum besseren Verständnis:
Es ging in meiner Aufzählung nicht um sinnvolle Medikamente, die von kleinen Firmen erzeugt werden, sondern einfach nur um sinnvolle Medikamente. Aus der Existenz sinnvoller Medikamente kann man schließen, dass es Pharmafirmen gibt, die in unterschiedlichen Ausprägungen vernünftig produzieren, also nicht alle ganz deppert sein können.

Andreeeas
01
17.11.2010, 19:59

Ändert desweiteren nichts daran, dass "kleine Pharmafirmen" ein Schwachsinn war.

ACC wird (unter anderem) von Hexal produziert, was zu Sandoz gehört, welche Teil von Novartis ist. Und den drittgrößten Pharmakonzern als "klein" zu bezeichnen, nenne ich ein klares Fail.

Man könnte natürlich jetzt sagen, dass ich auf dem Wort "klein" herumreite. Anderseits könnte man das als Hinweis darauf auffassen, dass sie von der Materie entweder keine Ahnung, oder aber eine sehr eigenwillige Auffassung haben.

Dagmar Rehak Wien
 
10
17.11.2010, 22:14

Es ging in meiner Aufzählung nicht um sinnvolle Medikamente, die von kleinen Firmen erzeugt werden, sondern einfach nur um sinnvolle Medikamente.

Andreeeas
01
17.11.2010, 22:16

Ihre Aussage implizierte, dass es nur eine kleine handvoll Firmen gibt, die nützliche Produkte produzieren. Ob Sie wollten oder nicht: Sie haben angedeutet, dass diese Firmen selten und klein sind.

Daraufhin haben Sie Produkte aufgezählt, die von SEHR großen Firmen produziert werden.

Andreeeas
01
17.11.2010, 17:56

Stellt sich nur noch die Frage, welche Produkte NICHT sinnvoll sind?

Dagmar Rehak Wien
 
20
17.11.2010, 19:31

sämtliche Blutdrucksenker
Immunsuppressiva
Zytostatika
entzündungshemmende Medikamente
Mittel, die bei Diabetes 2 eingenommen werden sollen
und auf Dauer Antihistaminika, Psychopharmaka, Schmerzmittel,...

Andreeeas
02
17.11.2010, 19:50

Ich bin kein Arzt, sodass ich kein Wissen zu den Medikamenten habe, die ich im folgenden nicht diskutiere:

1) Immunsuppressiva: Wie sollen Organtransplantationen ohne dem funktionieren?
2) Zytostatika: Kommt wieder die Chemotherapie-Diskussion? Ja, bei bestimmten Krebsarten ist die Chemotherapie lebensrettend. Dass sie enorm belastend ist, wissen wir natürlich alle. Schlüssige Beweise dafür, dass Chemotherapie ein Schwachsinn ist, konnte mir noch niemand nennen.
3) Schmerzmittel: Klar kommt man ohne aus. Ich habe aber schon Menschen dafür betteln gesehen, weil sie solche Schmerzen hatten.

Witzig ist, dass ASS schmerzlindernd UND entzündungshemmend wirkt und SIE das Medikament als nützlich eingestuft haben.

Dagmar Rehak Wien
 
10
17.11.2010, 22:03

Organtransplantationen sind eh Blödsinn. Das Leben wird dadurch nicht besser, denn man hat dann zwar das Organ, ist aber ständig krank und darf nie gesund werden. Und Nieren zB kann man mit einem höheren Flüssigkeitsanteil im Blut wieder flott kriegen. Die gängigen Behandlungen machen aber das Gegenteil davon.

An Zytostatika stirbt man.

Bei Schmerzen sollte man die Ursache beseitigen.

Bei ASS habe ich "in bestimmten Situationen sinnvoll" hingeschrieben, also zB bei einem vorübergehend erhöhten Thromboserisiko, wenn man grad keine Zeit oder Möglichkeit hat, es anders zu senken.

Sids Logopäde
00

"Bei Schmerzen sollte man die Ursache beseitigen"
schon einmal einen Menschen erlebt, der unerträgliche Schmerzen erleidet auf Grund einer Tumorerkrankung?
Würden Sie solche Menschen leiden lassen? Die Ursache läßt sich oft leider nicht beseitigen

Sids Logopäde
00

schon einmal von einer Keratoplastik gehört? eine Organtrsnplantation, durch die die Betroffenen wieder sehen können, von "das Leben wird nicht besser und man ist ständig krank und ....." ist keine Rede.
Der Medizin kritisch gegenüberstehen ist in Ordnung, aber nicht nicht verallgemeinern und vorher nachdenken, bevor Sie posten

thewho
01
31.1.2011, 18:57
sagen sie mal, tut ihnen was weh??

ich kann es gar nicht fassen so viel Schwachsinn lesen zu müssen. Sie haben wirklich KEINE Ahnung von Medizin.
Eine Bekannte bekam vor über 13 Jahren eine neue Lunge, ist topfit. Ohne das neue Organ würde sie nicht mehr leben. Was wäre ihr Gegenvorschlag? Sterben lassen, weil ihrer hochgeschätzen Meinung nach Immunsuppressiva "Schwachsinn" sind??
Tut mir leid aber bei so viel Blödheit geht mir das Geimpfte auf.

alexanderletten
 
21
22.11.2010, 09:11

Aha, mir fällt zB. Larry Hagman ein, der 1995 eine Leber bekam, die zwar 03 wieder rausflog, aber trotzdem recht gut weiterlebt; ohne Transplantation wäre es wohl nicht so gut bestellt um ihn.
Ich meine, 15 Jahre gewonnen.
15 Jahre soll Blödsinn sein? Ich kann mir jetzt kein Argument vorstellen, Fr. Rehak, dass gegen diese 15 Jahre sprechen soll!

Dagmar Rehak Wien
 
00
22.11.2010, 12:04

Von 1995 bis 03 sind es nur 8 Jahre, und auch die darf man nicht als zusätzlich gewonnen ansehen.
Ich sage ja nicht, der Patient soll sterben, wie das ministry in großer Aufregung unterstellt hat, sondern dass die Patienten wieder gesund werden sollen. Vor allem, weil die eigenen Organe nicht rausfliegen und man keine Immunsuppressiva nehmen muss, die extrem ungesund sind. Insgesamt lebt man dann natürlich länger.

ministry
02
22.11.2010, 16:18

was bei einer zirrhose im Endstadium natürlich ein vollkommener Blödsinn ist. Erklären sie bitte den werten Lesern wie SIE eine Zirrhose im Endstadium heilen können und wie sie den Patienten wieder gesund machen. Wir warten mit grösster spannung.......

Dagmar Rehak Wien
 
10
22.11.2010, 21:37

Wer ist "wir"?
Ein Haufen kluger Leute, die einer Zirrhose geduldig dabei zuschauen, wie sie ins Endstadium einläuft?
Wenn du dir anschaust, wie eine Zirrhose entsteht, weißt du auch, wie man sie verhindern kann. Es reicht auch, zu jedem Zeitpunkt einfach mit dem aufzuhören, was das betroffene Organ zerstört. Welches ist es denn?

ministry
02
22.11.2010, 22:38

na super! Den alkoholismus werden weder sie noch ich kurieren können, die hepatitis induzierte hepatitis werden wir auch nicht heilen können (ausser wir impfen alle gegen hepatitis B)..hmm hepatitis C ist sehr schwer therapierbar...und die Zirrhose die durch autoimmunprozesse oder speicherkrankheiten entsteht wird auch durch das weglassen von irgendwas nicht besser. Und die grosse Frage ist: was machen wir mit all den menschen die schon eine zirrhose haben???? keine transplant bedeutet Tod....und nachdem menschen ja tun und lassen können was sie wollen, darf man sie dann nicht mehr behandeln wenn sie das stadium der zirrghose erreicht haben? diese ethische frage können sie sicher gut beantworten

ministry
02
20.11.2010, 20:16

also mit ihren unqualifizierten gelschreibsel sollten sie mal mit transplantierten patienten reden....am besten herzpatienten oder lungentransplantierten....denn es ist ja so toll diesen menschen das Überleben zu verbieten wenn man ex cathedra immunsuppression verdammt (die übrigens auch bei autoimmunerkrankungen eingesetzt werden). Ich finde es immer extrem nett wenn gesunde menschen kranken menschen das Überleben verbieten wollen. kommt mir ja fast vor wie 'unwertes leben' das gab's leider schon einmal in der geschichte! Aber sie haben vielleicht recht aus gesundheitsökonimischer sicht...all diese medikamente weg und die menschen werden wieder viel früher sterben und die pensionsmisere ist gelöst! Gehens in die politik!!

Dagmar Rehak Wien
 
20
20.11.2010, 21:09

Aja, und wegen Gesundheitsökonomie:
Die Menschen würden länger leben und dabei weniger pflegebedürftig sein.

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