Nazi-Homepage

Neonazis wenden sich an "Kameraden bei der Polizei"

9. November 2010, 16:27

Website-Betreiber baten Exekutivbeamte nach den Hausdurchsuchungen um Hilfe

Wien/Graz - "Wir brauchen Eure Hilfe, liebe 'Beamtshandelte' und Kameraden bei der Polizei": Nach den Hausdurchsuchungen in mehreren österreichischen Bundesländern wandten sich die Betreiber der Neonazi-Homepage "alpen-donau.info" an potenzielle Unterstützer, die sie auch in den Reihen der Exekutive zu finden hofften. Dass auch Polizisten nicht davor gefeit sind, mit dem Verbotsgesetz in Konflikt bzw. mit Neonazis in zu engen Kontakt zu geraten, zeigen zwei der APA vorliegende Beispiele. In beiden Fällen haben die Verantwortlichen bereits Konsequenzen gezogen.

Holocaust-Leugner im Sommer vom Polizeidienst suspendiert

Der eine betrifft einen Gemeinderat in Neunkirchen, der erst diesen Sommer von seinem Dienst bei der Wiener Polizei in Landstraße suspendiert worden ist. Früher für die FPÖ im Gemeinderat, wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Kurz zuvor hatte er in Anspielung auf die Paintballbilder von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache mit einem Gewehr im Wald posiert.

Auslöser für seine Suspendierung waren seine auf seiner mittlerweile aus dem Netz genommenen Homepage publizierten Ansichten in Richtung Justiz. Auch zur Verurteilung des Holocaust-Leugners Gerd Honsik äußerte er sich laut einem Bericht des "Kurier": "In Österreich sollte es möglich sein, Meinungen straffrei vertreten zu können." Oberstleutnant Johann Golob, Sprecher der Wiener Polizei, sagte dazu zur APA, Polizeipräsident Gerhard Pürstl habe nach Bekanntwerden der Vorfälle rasch reagiert und die Suspendierung ausgesprochen, die von der Kommission mittlerweile bestätigt wurde. Gegen den Gemeinderat soll auch ein Verfahren nach dem Verbotsgesetz laufen.

Weiterer Fall in der Steiermark

Mehrere Jahre liegt ein Fall in der Steiermark zurück, der sehr gut dokumentiert, wie weit Komplizenschaft von Polizisten zu Neonazis führen kann. So bekam der auch mit "alpen-donau.info" in Verbindung gebrachte bekannte und einschlägig verurteilte Neonazi Franz Radl jun. offenbar Zugriff auf einen Polizeiakt, den er verwertete und unter dem Titel "Schraubenkopf auf dem Polizeiposten (...)" per Link auf seine Homepage zur Liste Franz ("Für Recht auf nationale Zukunft") stellte. Mit dieser Liste kandidierte er für die Gemeinderatswahlen 2005 und 2010 in einer steirischen Bezirkshauptstadt.

Bei dem Fall - möglicherweise aus dem Jahr 2005 - ging es um einen 35-jährigen moldawischen Staatsbürger, der festgenommen und auf der örtlichen Bezirksleitstelle verwahrt wurde. Der Darstellung auf Radls Homepage zufolge soll er dort den Verwahrungsraum demontiert, eine Schraube aus der Bodenverankerung des Bettes gerissen und sich in die Stirn gedreht haben. Ebenfalls zu sehen sind Fotos des Mannes mit der Schraube im Kopf ohne jede Form der Anonymisierung. Der Vorgang ist mit höchst rassistischen und höhnischen Kommentaren versehen. APA-Informationen zufolge wurde der für die Weitergabe verantwortliche Beamte aus dem Verkehr gezogen. Die Homepage - samt dem Link - war am Dienstag nach wie vor online. (APA)

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15 Postings
Marlon62
15
10.11.2010, 09:10
Absolut nicht verwunderlich

Ich hatte selbst das zweifelhafte Vergnügen, mit einem Polizeibeamten zu sprechen, der sich in Zivilkleidung mit einem T-Shirt von "Pitbull Germany" präsentierte. Wer zu dieser Marke mehr erfahren will, braucht nur zu googeln. Interesssant dazu ist, dass auch das BBE (ehemals BIA) daran nichts findet, obgleich der Beamte sich beharrlich weigerte, eine Anzeige von einer Frau mit Migrationshintergrund gegen einen Neonazi-Schläger aufzunehmen, was mich auch veranlasste, das BBE einzuschalten.

max grünzweig
416
9.11.2010, 18:46
Das Naheverhältnis der Polizei zur FPÖ ist ja kein Geheimnis.

Polizisten die mit Strache auf Plakaten posieren. Und die zahlreichen Mitglieder der AUF sind ja auch ein Beweis für die rechtslastige Exekutive.

deadsoil
20
11.11.2010, 02:42

wenn der blade weinkönig grinsend mit polizisten "seiner" fsg-polizeigewerkschaft auf wahlplakaten posiert, dann gibt´s keine probleme. beim strache ist´s natürlich ein drama erster güte. und erst die zahlreichen polizisten .... nur merkwürdig, dass die roten in wien noch immer trotz strache bei der polizei die nr. 1 sind -vor der övp. aber dieses zahlreichen rechten polizisten....

Der Mann mit der Maske
31
10.11.2010, 11:15
eigentlich gehörst du sofort für eine solche aussage hinter gittern.

Peter Hammer 06
01
10.11.2010, 17:24
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch...

zhang sanfeng
00
10.11.2010, 15:06
weil?

Hudri Wudri
01
10.11.2010, 12:54
Und Sie fuer Ihre

suspendiert.
Lassen's Ihre agressiven Attacken und gehn's weiter auf Safari Bimbos jagen.

Zinssklave #4206923
30
10.11.2010, 12:29

Und Sie für solche Sätze wieder in die Schule!

Ashirat
21
9.11.2010, 18:39
Dümmer hätte man für diese Website wohl nicht Reklame machen

Wenn alle Medien tagelang nichts anderes zu vermelden haben, als daß es eine neonazistische Webseite gibt und dann noch deren genauen Internetadresse nennen, dann soll sich niemand wundern, daß die Zugriffszahlen sich verfielfachen. Bessere Werbung hätten diese braunen Gesellen für sich selbst nie machen können wie es im besten Fall gut Meinende getan haben

wide awake
22
10.11.2010, 09:01
erschreckend

verschweigen kann es nicht sein; wollte auch reinschauen; schon um zu sehen, was genau da dargestellt wird.
ist aber zZ offline; dafür darauf gestoßen und mir stehen die haare zu berge:
http://forum.thiazi.net/showthrea... p?t=169585
http://www.incorrectness.com/franz/stanescu.html

ich denke, das muss man kennen, um wirklich zu verstehen, dass man diese strömungen, leute, die diese weltanschauung / dieses menschenbild haben, nicht bagatellisieren darf.

allenthalben geschieht verharmlosung, wegschauen.
ich bin dankbar, dass es menschen wie karl öllinger gibt, die aufzeigen und warnen.

Igor Gassner
00
10.11.2010, 08:55
na was glauben sie wieso man das macht

Decius
01
10.11.2010, 07:21
"Security through obscurity

is no security at all" wie die Amerikaner sagen. Oder deutsch: Statt verschweigen dagegen handeln.

Bernhard K.1
 
32
9.11.2010, 16:53
Gesperrt

Besagter Internet/Auftritt wird vom Web-Filter der NHS in UK als "racism and hate" gesperrt.
Auch wenn sie nicht vom Netz genommen werden kann: Die Seite ist den Filtern offenbar schon bekannt. Handelsuebliche Web/Filter wie sie Eltern fuer ihre Kinder immer installieren sollten koennen der Justiz also die Arbeit abnehmen :)

Bête Noire
09
9.11.2010, 18:07

Es geht nicht darum das Netz zu filtern, sondern darum dass die Justiz in diesen Fällen endlich tätig wird.

corno da caccia
01
10.11.2010, 08:14
...und zwar wirksam tätig wird

Wie bekannt, wurde ja manches aus taktischen Überlegungen auf die lange Bank geschoben, um es dann verschwinden zu lassen, wenn der Wind sich gelgt hat.

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