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vergrößern 500x375Seit zehn Jahren in Rudolfsheim-Fünfhaus: Martin Rupprecht
vergrößern 500x375Gulasch für alle, der Chef teilt aus
Aus der schwach beleuchteten Kirche dringen deutlich vernehmbare Muezzin-Rufe. „Allahu akbar", singt die Männerstimme in der Pfarrkirche Neufünfhaus, dem massiven Dreißigerjahre-Sakralbau hinter der Wiener Stadthalle. Die Holzbänke im Inneren sind nur zur Hälfte besetzt. Männer mit Schnurrbärten, ältere Damen mit blondierten Haaren, kleine Kinder folgen dem Geschehen auf der Großleinwand, die den Blick auf den gigantischen Kruzifix im Hintergrund verdeckt und gerade einen Imam zeigt, der, im Schneidersitz auf dem ornamentverzierten Teppichboden der Moschee, bedächtig seine Gedanken formuliert: „Als ich nach Wien gekommen bin, hat sich niemand für mich interessiert. Ich bin den Leuten nachgelaufen und habe gesagt: Hallo, ich bin ein Mensch." Man hört ein Seufzen im Publikum, das sagen will: „Ich weiß genau, was er meint."
"Pralinen wären angemessen"
Es ist Sonntag, später Herbstnachmittag, draußen ist es längst finster. Rund fünfzig Menschen sind heute in die Kirche gekommen, um den Film „Gurbet" zu sehen, Kenan Kilics Dokumentation über türkische GastarbeiterInnen in Österreich, ein Klassiker. Niemanden scheint es zu irritieren, dass hier Muslime neben Christen neben AtheistInnen sitzen: „Herr Martin" hat eingeladen, und die Leute folgen. Seit zehn Jahren ist der gebürtige Deutsche Pfarrer in Neufünfhaus. Als solcher ruft er seine Mess-BesucherInnen auf, „den muslimischen Nachbarn zum Ramadan zu gratulieren, eine Grußkarte und Pralinen wären angemessen". Und er lädt türkischstämmige Jugendliche ein, um beim Pfarrcafé das Buffet zu organisieren. Martin Rupprecht ist kein Sonntagsprediger, sondern einer jener Religiösen, die ihren Glauben als Argument gegen Rassismus begreifen.
Türkisch-Kenntnisse
„Als Priester beschäftigt mich die Frage, wie Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit miteinander leben können - egal ob Jung und Alt, Inländer und Ausländer, Christen und Muslime", sagt der 47-Jährige. Rupprecht spricht so, als wüsste er nichts von Sarrazin und Broder, von FPÖ und Geert Wilders. Es erstaunt, dass Begriffe wie „Dialog" oder „Annäherung" aus seinem Mund klingen, als wären sie keine Worthülsen. Das liegt wohl daran, dass er sie nicht nur aus der Theorie kennt. Nach mehreren Reisen und einem Studienjahr in der Türkei spricht er ausreichend Türkisch, um sich in Gespräche einhaken zu können, die in seiner Umgebung auf Türkisch geführt werden. Das kommt gut an - und hat ihm in den Jahren seines Wiener Lebens zahlreiche Freundschaften mit türkischstämmigen Familien eingebracht.
Mal schnell beten
Mit dem Islam in Kontakt zu treten, heißt für den Sohn einer Bauernfamilie nicht nur, Fußballturniere oder Folklore-Veranstaltungen zu organisieren. Zu seinem Hausrat gehören muslimische Gebetsteppiche. „Da kommen öfters muslimische Freunde vorbei, wenn sie unterwegs schnell beten wollen", erzählt Rupprecht, und ergänzt: „Ich glaube einfach nicht daran, dass eine Religion auf dem richtigen Weg ist, und die andere nicht."
Probleme bestünden, weil "selbst Gebildete nicht mehr wissen, wie man ein Gespräch führt", glaubt der Priester. Ein Mitglied seiner Gemeinde habe beim Moschee-Besuch als allererstes wissen wollen, "wie das bei euch mit den Kurden ist". Rupprecht schüttelt den Kopf: Das sei "so, als würde ein Türke mich als erstes fragen, wie das bei uns mit den Alkoholsüchtigen ist, oder mit den Fritzls."
Der Chef wurde aufmerksam
Im Lauf der Jahre ist auch Rupprechts Arbeitgeber auf sein Faible aufmerksam geworden. Christoph Schönborn hat den damals 43-Jährigen mit der Gründung der „Kontaktstelle für christlich-islamische Begegnung in der Erzdiözese Wien" betraut und ihn zum erzbischöflichen „Islam-Berater" gemacht. Muslimisch-christliche Ehepaare kämen seither zu ihm, wenn sie nicht wüssten, wie sie mit die unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut bringen sollen. Erst letztens habe er, gemeinsam mit einem Imam, einen Iraker und eine Österreicherin getraut - nach einem Ritus, der in beiden Religionsgemeinschaften gültig ist.
"Gulasch?!"
Nach der Filmvorstellung in der Kirche greift der Pfarrer zum Mikrophon: Es gehe nun „rüber ins beheizte Pfarrhaus, zu Gulasch und Brezen", alle seien willkommen. „Gulasch?", fragt eine der muslimischen Besucherinnen skeptisch. „Ist da eh kein Alkohol drin?", fragt ein anderer, als er zum Limonaden-Tablett greift. Am Ende essen und trinken alle alles. „Es gibt Scheu - auf beiden Seiten", sagt der Pfarrer. Verständnisprobleme leugnet er nicht, doch sieht er sie auf seine eigene Art: „Ich kann doch nicht zehn Minuten lang jemandem zuhören, und danach sagen, ich verstehe ihn nicht. Vielleicht brauche ich zehn Jahre, um jemanden zu verstehen." (mas, derStandard.at, 10.11.2010)
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Der größte Fehler bei den Christlich - Islamischen Gesprächen und Annäherungsversuchen ist, dass man Muslime = Türken annimmt! Abgesehen von Arabern und Türken gibt es noch weitaus mehr Muslime und auch solche, welche Ihre Kultur nicht mit der Religion mischen. Nennen wir es mal neutrale Muslime , mit denen nämlich liese es sich am effizientesten diskutieren.
gelebte Integration : Jodeln stört das Gebet :
http://www.krone.at/Oesterrei... ory-232659
Als Vergleich die Dialogerfahrungen des Polizeiseelsorgers Johann Margazyn, er berichtet während eines KIRCHE IN NOT-Kongresses über seine 14 Dienstjahre als Pfarrer in einem mehrheitlich muslimischen Stadtteil Augsburgs.
http://www.gloria.tv/?media=34490
Z.B. Sure 9 Vers 5 "Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Ungläubigen, wo ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!"
Ich fürchte, gratulieren plus Grußkarte und Pralinen werden da nichts nützen!
Das ist, soweit ich verstanden habe, in historischem Kontext zu sehen. Als der Islam aufkam, wurden Muslime in Mekka unterdrückt und verfolgt. Als sie dann stärker geworden waren, entschlossen sie sich nach langen Verfolgungen dazu zurückzuschlagen. Die Ungläubigen waren hier die ehemaligen Verfolger aus Mekka.
Leider kapieren das auch viele radikale Muslime heutzutage nicht ganz.
"Doch meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde; bringt sie her, und tötet sie vor meinen Augen."
(Lk 19:27), quoting Jesus
Ziemlich sinnlos, eine Religion, bzw. einen Glauben, auf einzelne Aussagen zu reduzieren.
erstens heißt es in der Einheitsübersetzung "und macht sie nieder" (immer schön korrekt zitieren, gell!)
und zweitens bezieht sich diese Aussage auf ein Gleichnis, das für die Verurteilung in der Ewigkeit steht, nicht für ein Urteil im hier und jetzt - gucken sie mal in die Exegese.
.
Du solltest das aber im Kontext zitieren.
Jesus sagt das nicht als Aufforderung so zu handeln, sondern erzählt ein Gleichnis.
www.uibk.ac.at/theol/les... /lk19.html
Ich bin zwar Atheist, aber auch mir ist der Unterschied zwischen Jesus und Muhammed geläufig.
Warum tun sie´s dann?
Lk 19:27 ist das Ende eines Gleichnisses, das in Lk 19:12 beginnt!
Daß das Folgende ein Gleichnis ist, wird (für die schlichten Gemüter aller folgenden Jahrtausende) ausdrücklich festgehalten!
Lukas 19:11
Während sie diesen Dingen lauschten, redete er außerdem in einem Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Königreich Gottes werde sich augenblicklich zeigen. (12) Daher sprach er: „Ein gewisser Mensch [. . . ]
.
Bei den Suren handelt es sich nach islamischer Lesart um göttliche Offenbarungen, also um das unmittelbare Wort Gottes, das in die materielle Existenz getreten ist (für viele Muslime ist der eigentliche Qur`an daher Teil Gottes und bei
Gott - ewig und unerschaffen wie dieser: Mu’giza - Göttlichkeit bzw. Übernatürlichkeit des Qur`an).
Vergleichbar dem christlichen Konzept der Fleischwerdung Jesu (das Wort Gottes ist Fleisch geworden), Kritik am Wort des Qur`an entspräche demnach einer Ablehnung der Person Jesu als Sohn Gottes im Christentum. Deshalb ist es falsch den Qur`an mit der Bibel gleichgzusetzen. Dem Neuen Testament bzw den Evangelien entsprechen eher die sog. Hadith. de.calameo.com/books/0003319354ce91dd821bf
"für viele Muslime"
Sie sagen es, für einige, nicht für alle.
Also nicht alle(s) über einen Kamm scheren.
Womit wir wieder bei meiner Ursprungsaussage wären:
Ziemlich sinnlos, eine Religion, bzw. einen Glauben, auf einzelne Aussagen zu reduzieren.
Ich halte es schwerlich für einen Vorwurf, jemanden seine NICHT-fundamentalistische NICHT-Strenggläubigkeit vorzuwerfen.
nur mit einer Aussage bin ich nicht so ganz zufrieden:
„Ich glaube einfach nicht daran, dass eine Religion auf dem richtigen Weg ist, und die andere nicht."
Ein bisschen glauben Sie aber doch daran, dass Ihre Religion besser ist ;-), das sage ich aber nicht weil ich überzeugter Christ oder gegen Muslime bin, sondern weil mir schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass es im Wesen jedes Menschen liegt, seine Meinung durchzusetzen!
Es kommt nur darauf an, wie man seine Meinung kundmacht, nämlich ohne Konkurrenzkampf, Druck und Manipulation!
Wir brauchen keinen europäischen Islam, wir brauchen ein europäisches Mekka.
Warum müssen moderate muslimische Pilger ausgerechnet nach Saudi-Arabien?
Nicht-Muslimen ist der Zutritt sogar verboten.
Evangelische Christen pilgern auch nicht in den Vatikan.
Ich habe auch nicht das Recht an den katholischen Glaubenspraktiken etwas zu ändern, ich kann mich nur vom Katholizismus abwenden...
Ich glaube Sie verwechseln Kirche mit Glauben.
Jeder Politiker in Österreich GLAUBT an etwas, selbst wenn man Atheist ist glaubt man an ... ach, was weiß ich ;-) ??? ... ich bin Katholik!
Trennung von Kirche und Staat finde ich gut, besonders dann, wenn man eine Multi-Kulturelle-Gesellschaft sein will!
fg
saison
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