Viele Gesichter

Stichwort: Depression

9. November 2010, 15:29

Betroffenen sind ihre Probleme oft zu Beginn nicht anzumerken - Die Erkrankung wird von vielen durch gesteigerte Aktivität überspielt

Hamburg - Bei der Depression handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die die Wahrnehmung der eigenen Stimmungen erheblich einengt. Vielen Betroffenen geht die Fähigkeit, Freude oder Trauer zu empfinden, verloren. In Deutschland gibt es Millionen von Menschen, die schon einmal depressive Phasen gehabt haben oder regelmäßig unter diesen leiden. Depressionen sind eine äußerst ernst zu nehmende Krankheit, was sich allein darin ausdrückt, dass mehr als zehn Prozent der schwer Betroffenen Selbstmord begehen.

Ursachenanalyse

Die Depression findet sich in allen gesellschaftlichen Schichten, Alter und Geschlecht spielen keine Rolle. Depressionen haben meist eine längere Vorgeschichte. Sie können sich in anderen Krankheiten oder Schicksalsschlägen begründen. Als besonders anfällig gelten Menschen, die an Angsterkrankungen, Zwängen, Phobien, Schlaflosigkeit, Alkoholismus oder chronischen Schmerzen leiden. Häufig bleiben die Ursachen aber auch unbekannt.

Den von Depressionen Betroffenen sind ihre Probleme meist zunächst nicht anzumerken. Die Erkrankung wird von vielen durch gesteigerte Aktivität überspielt. Die Krankheit entwickelt sich oft langsam. Zu Beginn können Übelkeit, Schlaf- oder Appetitlosigkeit auftreten. Hinzu kommen eine gesteigerte Wahrnehmung von allem Negativen, der Verlust des Selbstwertgefühls und ein sehr negativer Blick in die eigene Zukunft. (sid)

Kommentar posten
23 Postings
Whaddayathink
214
10.11.2010, 10:14

ich hätt gern amal einen bericht über die angehörigen von depressiven. am liebsten einen wo drin steht: ja es is ok wenn man dem depressiven auch mal sagt "reiss dich zam" bzw. nein man muss den betroffenen nicht andauernd mit samthandschuhen anfassen sondern kann ihm/ihr ruhig auch amal die meinung sagen (zb. wenn er/sie sich ins leiden reinsteigert, dass oscarreif is und meryl streep direkt eifersüchtig wird)
ja, so einen bericht fänd ich nett.

Harald Schoenknecht
04
19.1.2011, 17:01

Sehen Sie... ich als Betroffener kann Ihnen schreiben das durch den Verlust des Selbstwertes jede Kritik am Verhalten sehr schmerzhaft ist... schmerzhafter als es realistisch gesehen sein sollte.

Ich selbst habe auf die Unfaehigkeit meiner Umwelt mit Rueckzug geantwortet. Ich habe Medikamente und Therapie, wenn ich nicht mehr depressiv bin kann ich vielleicht auch wieder meine sozialen Kontakte pflegen.

Ich wuerde Ihnen raten sich zu ueberlegen ob Ihnen der Kontakt mit dem Kranken etwas wert ist, und falls das der Fall ist DAS SIE SICH NICHT MEHR ARM FUEHLEN (der letzte Satz ist Teil meines Therapie Erfolges). Denn sich arm fuehlen ist auch ein Zeichen von Depression... Menschen sind HANDLUNGSFAEHIG, muessen nicht "erdulden".

PeAcE

rasenmähermann
00
20.1.2011, 00:28

Also der Punkt bei einer Depression ist, dass es eben nicht am Umfeld liegt wie es einem geht. (Es ist ja nicht das Umfeld depressiv)

Depressive Menschen sind eine Herausforderung und denen muss man seine Meinung sagen oder auch nicht sagen (wie jedem anderen Menschen auch). Tut man es nicht ist es ein Spiel auf Zeit, an der Gesamtproblematik ändert sich aber genau gar nichts.

Harald Schoenknecht
02
20.1.2011, 09:46

Tut mir leid, aber den Tisch zu drehen ist laestig...

Koennen wir zwischen verantwortlich und verursachend auftrennen? Dann kommen wir *vielleicht* auf einen gruenen Zweig...

Also in dem Sinne: Wenn mein Partner stirbt und ich darauf depressiv werde, dann hat meine Umgebung (Umwelt) diese Depression *verursacht*, aber ich bin dafuer verantwortlich mit diesem Zustand umzugehen...

Zu Angehoerigen die meinen "die Meinung sagen" zu *muessen*: Wenn sie es aus der Sicht des Betroffenen sagen: Gut. Wenn sie es aus Eigennutz sagen: Nicht so gut. Im zweiten Falle IMMER "ich bin der Meinung" oder aehnliches dazusagen, nicht "normative" Aussagen, bitte...

Als Beispiel: "Du bist so faul, mach was" vs. "Ich glaube du koenntest mehr machen"...

PeAcE

Wowbagger
013
10.11.2010, 11:12

Es gibt genügend Tipps und Berichte im Netz einfach mal googlen.
Was Du überall finden wirst ist die Warnung einem Depressiven NICHT zu sagen, er soll sich zusammenreißen!
Eine Depression ist eine ernste Erkrankung, unter der die Betroffenen enorm leiden, auch wenn die Gefühle für einen Außenstehenden oder Angehörigen nicht unmittelbar nachvollziehbar sind.

Whaddayathink
03
12.11.2010, 12:43

Mir ist schon klar, dass eine Depression eine ernstzunehmende Krankheit ist. Nur ist es eben nicht nur für den Kranken sehr belastend sondern auch für die Angehörigen! Dass es nichts bringt dem Depressiven zu sagen, er/sie soll sich zusammenreissen ist auch klar, aber es gibt wohl keinen Angehörigen, der nicht ab und zu aus lauter Hilflosigkeit heraus auch mal ein bißchen rupig wird. Gerade weils so schwer nachzuvollziehen ist, wie´s dem Kranken wirklich geht. Und es hilft auch nicht, wenn man dann gleich als Unmensch hingestellt wird. So wie man als Nichtkranker nicht nachvollziehen kann wie eine Depression ist, kann man als Nichtangehöriger auch nicht nachvollziehen, wie anstrengend das Ganze eben für den Angehörigen sein kann.

Harald Schoenknecht
03
19.1.2011, 17:06

Warum machen Sie Ihr Problem zum Problem des Angehoerigen? Was bekommen Sie nicht, sodass Sie sich "arm" ("anstrengend", "belastend") fuehlen?

Vielleicht habe ich oben (vorheriges Posting) zu heftig geschrieben, aber ich meine das ernst: Ein Depressiver ist nicht faehig zu "geben"... nicht einmal fuer sich selbst. Also muss die Erkenntnis reifen das die Beziehung zu einem Depressiven eine Einseitige Beziehung ist. Aber nicht weil der Mensch "boese" ist, sondern weil er in gewissen Gedanken oder Aengsten "fest steckt".

Manchmal loest sich dieses fest stecken von selbst, manchmal mit Medikamenten, manchmal mit Therapie... manchmal auch nicht. Aber: SIE koennen die Intensitaet der Beziehung (mit-)bestimmen, Sie sind nicht "Opfer"...

PeAcE

(Name der Redaktion bekannt)
40
16.12.2010, 11:14

Sie Unmensch!

Harald Schoenknecht
02
19.1.2011, 17:08

Weiss nicht... ich tippe eher auf eine abhaengige Beziehung, wo jetzt durch die Depression nicht mehr zurueck kommt, was vorher "gegangen" ist... das ist vielleicht nicht gesund, aber nicht umbedingt unmenschlich... wichtig ist die Selbsterkenntnis, und durch die Depression haben beide an der Beziehung Beteiligen die Moeglichkeit zu dieser...

PeAcE

sternanis
06
7.12.2010, 11:46

natürlich ist es für angehörige ebenfalls eine belastende situation, und natürlich ist man dieser krankheit gegenüber sehr hilflos.. aber einen depressiven anzumeckern, er soll gefälligst aufhören, depressiv zu sein? er/sie fühlt sich dann noch schlechter und Sie haben letztendlich auch nichts davon

Der Wappler
101
10.11.2010, 09:24
Der Wappler ist ja so arm

Der Wappler hat eine Depression wegen dem Fehlen der Nina. Aber wenn sie kommt, hat er eine Depression, weil ihn die Nina angeht!

Harald Schoenknecht
01
19.1.2011, 17:08

Ein bisserl "Co-Abhaengig"?

PeAcE

(Name der Redaktion bekannt)
04
16.12.2010, 11:10

Wovon in aller Welt sprechen Sie?

FraKrawa
12
9.11.2010, 19:59
vermute, der Redaktionslehrbub

hat seinen ersten Artikel zusammengeschustert, brav Ferdl, wird scho

Strelnikow
03
10.11.2010, 08:23
nö, der STANDARD

setzt mehr und mehr auf die Mithilfe der Poster

mediview
 
02
9.11.2010, 17:31
Der Unterschied...

Wird hier Burn-Out beschrieben oder eine wirkliche Depression?
http://mediview.wordpress.com/2010/04/1... /burn-out/

Harald Schoenknecht
02
19.1.2011, 17:17

Burn-Out kann eine Depression zur Folge haben, wenn er zu lange gelebt wird. Irgendwann sagt das Unterbewusstsein: "So geht's nimma", und dann "streikt" es erst mal... ist eine Gelegenheit sein Leben umzustrukturieren... hoffentlich.

Aber nicht jede Depression kommt aus einem Burn-Out. Es gibt von der Hirnchemie bis hin zur Kindheit viele Gruende fuer Depressionen.

Wahrscheinlich meinen Sie den Punkt "gesteigerte Aktivitaet"? Nun, bei einem Angstpatienten steigert sich auch die Aktivitaet zunaechst (Neurosen) um erst spaeter zusammenzubrechen in der Depression. Aber ich weiss ehrlich gesagt nicht genug ueber die verschiedenen Formen um (ueberall) eine endgueltige Aussage zu machen...

PeAcE

der schalldämpfer
015
9.11.2010, 16:21

Und weil das alles so bekannt ist, sorgen unsere gewählten Vertreter für umfassende Betreuungs- und Therapiemöglichkeiten. Da wir ja für unsere Wirtschaft und das Finanzsystem genug Geld haben, kann’s daran ja nicht liegen. ’S würde sich ja allein für die Kinder um rd. 90 Millionen handeln, was ja eine Unsumme ist im Gegensatz zu den Milliarden für… *kotz \ironie off\

wuca
02
11.11.2010, 16:02

ja die versorgung is wirklich toll, nimm einen wahlarzt wenn du bald nen termin haben willst und zahl in selber oder warte monate...

+Postingname+
03
10.11.2010, 08:06

Sie müssen die Zusammenhänge sehen - geht's der Wirtschaft gut, geht's uns a l l e n gut!

Wowbagger
02
10.11.2010, 10:45

Die bittere Ironie ist, dass es Berechungen gibt die besagen, dass es volkswirtschaftlich günstiger wäre, Therapie- und Behandlungskosten zu übernehmen, Stichwort Krankenstände und langjährige Fehlbehandlunden von körperlichen Symptomen.

Harald Schoenknecht
02
19.1.2011, 17:28

... ja, aber dann fuehlen sich die "Erfolgreichen" nicht mehr so erfolgreich, wenn sie nicht genug haben, auf die sie "herabsehen" koennen 8-/

Menschen ticken in der Hinsicht "seltsam", es ist ihnen wichtiger besser als der Durchschnitt zu sein, egal wie gut oder schlecht es dem Durchschnitt geht...

Ich glaub' nicht das dieses Verhalten "bewusst" ist, aber anderswo kann man das beobachten. Was kostet etwas Essen, ein Bett? Und trotzdem gibt es Obdachlose (waehrend Andere im "Burj al Arab" naechtigen). Je groesser die Gruppe der "Schwachen" ist, desto besser fuehlen sich die "Starken".

PeAcE

Wolkengedanken
00
21.1.2011, 15:08
DIE PSEUDOSTARKEN

wären sie tatsächlich stark, hätten sie es ja nicht nötig ihr Selbstwertgefühl auf der scheinbaren oder tatsächlichen Schwäche anderer aufzubauen

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