Palästinensische Versöhnungsgespräche in Syrien

9. November 2010, 11:47

Hamas und Fatah reden wieder über eventuelle Versöhnung

Damaskus - Delegationen der beiden größten Palästinenser-Organisationen Hamas und Fatah sind am Dienstag in Syrien eingetroffen, um Aussöhnungsgespräche aufzunehmen. Ziel ist die Überwindung der Trennung zwischen dem von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen und dem unter Fatah-Verwaltung stehenden Westjordanland.

Bei dem Treffen in Damaskus, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, steht die Frage, wie die palästinensischen Sicherheitskräfte neu aufgebaut werden könnten, ganz oben auf der Tagesordnung. Hamas-Führer Khaled Mashaal hatte erklärt, einer umfassenden Einigung stünden nur noch kleinere Streitpunkte im Weg. Von beiden Seiten würden "ernsthafte und effektive Schritte" zur Versöhnung unternommen. Zugleich hat Mashaal Präsident Abbas aufgefordert, die Verhandlungen mit Israel abzubrechen.

Die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 hatte die Hamas mit absoluter Mehrheit gewonnen. Im Juni 2007 wurde die Fatah nach einem blutigen Machtkampf aus dem Gazastreifen verdrängt. Abbas löste damals die Hamas-geführte Einheitsregierung unter Ismail Haniyeh auf und setzte in Ramallah ein Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein. Die Hamas hat wiederholt erklärt, sie sei bereit, mit der Fatah über "alle Optionen" zu verhandeln, "die nicht unseren nationalen Interessen und den Rechten unseres Volkes zuwiderlaufen". Die Forderung nach Anerkennung der "zionistischen Entität" könne aber nicht Gesprächsgegenstand sein.

Abbas bezeichnete am vergangenen Wochenende die Weigerung Israels, den Siedlungsbau zu stoppen, als unüberwindbares Hindernis. Gleichzeitig kritisierte er den Iran, dem er vorwarf, Druck auf die Hamas auszuüben, um diese von möglichen Kompromissen abzuhalten. Die Hamas lehnt das Programm der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ab, weil darin Israel anerkannt wird. Die von der Fatah gelenkte PLO wird von der Staatengemeinschaft als legitime Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt und ist völkerrechtlich der Vertragspartner Israels. (APA)

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Makronaut
00
11.11.2010, 11:54
Hamas, Fatah fail to reach agreement at reconciliation talks

http://www.haaretz.com/news/dipl... s-1.324125

Dark Angel
 
00
10.11.2010, 17:34
Einigung unbedingt notwendig

Die palàstinensische Einigung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Demokratisierung der Besetzten Gebiete und einer wirklichen Volksvertretung, die für Verhandlungen mit Israel legitimiert ist. Man darf hierbei nicht vergesseb, dass der palästinensische Widerstand nie einheitlich war, sondern sich in unabhängige Gruppen mit differierenden politischen Zielen geteilt war. Wichtig, unabhängig von jedweden ausländischen Forderungen, ist die Einigung auf freie und faire Neuwahlen und die Verlagerung der Macht vom Präsidenten hin zum Parlament. Nur ein einheitliches demokratisches Volk kann stark gegenüber dem Besatzer auftreten und gleichzeitig notwendige Konzessionen machen.

Cutting Edge
00
10.11.2010, 23:17

Ihr Bericht erinnert mich ein wenig an die Geschichte der zionistischen Gemeinschaft unter der britischen Mandatsherrschaft.

Die Jischuw ('Jüdische Gemeinschaft') bildete schon in den 30ern eine staatsähnliche Organisation und Verteidigungsstreitkräfte gegen arabischen Terrorismus (-> Haganah).

Jedoch nur durch Bekämpfung militanter jüdischer Splittergruppen, Kooperation mit den britischen Besatzern und Kompromissbereitschaft erreichten die Zionisten ihr Ziel: die Bewilligung zur Gründung eines jüdischen Staates.

Die arab. Palästinenser waren unaufgeklärt und kompromisslos - und lehnten das Angebot eines eigenen Staates ab.
Heute fehlt noch viel, bis man die Palästinenser mit den jüd. Nationalisten vergleichen kann. Vor allem Einheit...

Cutting Edge
13
10.11.2010, 03:19
Wenn die PLO Israel jemals vollständig anerkannt hätte,

Dann wäre die gegenwärtige Debatte Netanjahus mit der Fatah über die offiz. Anerkennung Israels nur ein Witz!

Ein Witz sind aber nur diese Versöhnungsgespräche! Die letzten Gespräche zwischen Fatah und Hamas liegen erst einen Monat zurück und waren versöhnungsmäßig gesehen ein Disaster.

Auch nicht ernstzunehmend ist die Fatah, welche in einer in der Welt einzigartigen Situation als Vertreter besetzter Gebiete dem Besatzer Vorschriften machen, damit sie sich erst nach monatelanger Zögerung auf den Verhandlungstisch für Friedensgespräche setzen, um diese im nächsten Monat wieder abzubrechen, weil ihr Gegenüber ihnen nicht in allem zuvorkommt.

Sowas nenne ich nicht Friedenswillen sondern korrupte Politiker, denen ihr eigenes Volk egal ist!

Hubert Ungeist
 
62
10.11.2010, 05:01
Ist ja schon gut...

sonst betonen sie immer das die Palästinenser keinen Staat habne und daher auch nicht so behandelt werden können. Es können nur Staaten Staaten anerkenne.

Ach ja, wo ist den bitte die offizielle Anerkennung eines P-Staates durch Israel?

Cutting Edge
00
10.11.2010, 17:43
@ Hubert U.

Ich entschuldige mich hiermit, falls es von meinerseits so rüberkam, als würde ich die Rechte der Palästinenser aufgrund ihrer Staatenlosigkeit verachten.

Jedoch will ich betonen, dass sich die Palästinenser in einer schwierigen Lage befinden, denn wenn Israel ihnen temporär (oder zum. beschränkte) isr. Staatsbürgerschaftsrechte verleihen würde, gäbe es einen Aufschrei in der Welt weil dies als Versuch Israel dargestellt würde, das komplette WJL zu annektieren, andernfalls blieben sie aber weiterhin im Nachteil.

Aber ich kann Ihnen mit Sicherheit sagen, dass die Anerkennung des pal. Staates durch Israel sofort erfolgen wird, wenn die pal. Führung nach erfolgreichem Friedensschluss ihren Staat gegründet hat, aber dies dauert noch lange...

Makronaut
57
9.11.2010, 15:00

jetzt gibt sogar die hamas zu, bezüglich der opferzahlen im gazakrieg '09 recht heftig gelogen zu haben (im gegensatz zur idf):

"Hamas admits 600-700 of its men were killed in Cast Lead

The military group had previously claimed only 49 militants died during Gaza war, though Israel put the figure at 709."

http://www.haaretz.com/news/dipl... d-1.323776

wenn ich bedenke, wieviele hier diese lüge der hamas nachgebetet haben... -_-

King David
10
11.11.2010, 10:38

Sie sollten sich die Zahlen etwas genauer ansehen. Von der Hamas selbst wurden nur 200-300 Kämpfer getötet. Nicht einfach nur die Headline lesen sondern auch die Details.

""They say that it was the people who were harmed in the last war," said Hamad. "Are we not part of the people nation? On the first day of the war, Israel attacked the police command and killed 250 martyrs, from Hamas and other factions."

"This was in addition to the 200-300 members of the Al-Qassam Brigade [Hamas' military wing] and 150 security personnel," Hamad added. "The rest of the fatalities were from among the civilian population."

Makronaut
00
11.11.2010, 11:57

das ändert nicht an meiner aussage. oder der des artikels.

die "polizisten" wollen nicht weiterhin als zivilisten geführt werden (was normale polizisten im kriegsfalle sind) - sondern als kämpfer.

elsalvador
63
9.11.2010, 21:43
[...] gelogen zu haben - im gegensatz zur IDF

Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen aber die IDF ist (meistens) auch nicht ganz ehrlich.

Amnasty International sagt:
"Mehr als 1380 Palästinenser, darunter über 330 Kinder und Hunderte von Zivilpersonen, kamen ums Leben." *

Heißt für die "IDF-lamisten" hier das sie sich nun nun beruhigen und die restlichen hunderten Zivilen Opfer - zumeist Frauen und Kinder bedauern können.

Ob man im übriegen die Polizeikräfte den Hamaskämpfern zurechnen sollte halte ich für fraglich, da diese in den besagten "ersten Tagen" in keinen Kampfhandlungen involviert waren! Wie auch denn der Gaza Angriff erfolgte ohne Vorwarnung und durch Bombardements (nach 22 Tagen Waffenruhe).

*https://www.amnesty.de/jahresber... te-gebiete

Hubert Ungeist
 
10
10.11.2010, 05:02
Die Polizei war insofern in den Kampfhandlungen involviert

als einer der ersten Raketenschläge der IDF eine Angelobungsfeier der IDF gezielt getroffen hat.

Makronaut
12
10.11.2010, 10:15

tip: die hamas bezeichnet mittlerweile auch die "polizisten" als "kämpfer".

tut ihnen wahrscheinlich weh, ist aber so.

Georg Schütt
24
9.11.2010, 22:30
Und inwiefern widerspricht nun die AI-Darstellung der der IDF?

Diesen Widerspruch müssen Sie schon nachweisen, wenn sie behaupten, die IDF-Datstellung sei nicht ganz ehrlich.

elsalvador
22
9.11.2010, 22:47

Der unterschied liegt in der Einschätzung der Opferzahlen. (AI = unabhängig - IDF = international in der Kritik stehend)

Georg Schütt
24
9.11.2010, 23:34
Sie müssen schon etwas genauer ausführen, worin der Widerspruch bestehen soll.

Wenn die IDF behauptet, etwa 700 Hamas-Leute getötet zu haben, dann kann sich das durchaus mit der (sehr vagen!!) AI-Zahl von hunderten Zivilisten decken. Hunderte, das können 250, aber auch 500 oder 900 sein: Offenbar weiß AI nichts Genaues. Woher auch?

Aber den Beleg, die IDF schummele, konnten Sie bisher nicht liefern.

elsalvador
31
10.11.2010, 08:05

Es geht um die GESAMTOPFERANZAHL.

IDF sagt 709
AI sagt 1380

IDF unterschlägt dabei mal eben beinahe die Hälfte.

Andreas S.
01
10.11.2010, 15:53

erfinde keine maerchen.

Die IDF gesammt 1166 tote gezaehlt. Darunter 709 bewaffnete (hamas?). 89 kinder (kinder bis 16jahren gerechnet, nicht wie die p. bis 18 rechnen) 49 frauen, 295 nicht bewaffnete maenner. google ist den freund.

wo hast du die behauptung her das 709 die gesammt zahl sein soll??

Makronaut
12
10.11.2010, 10:15

ach ja, der irrationael hass der isr gegner und die daraus folgendne lügen... 8-/

Georg Schütt
12
10.11.2010, 09:32
Was soll man zu dieser Chuzpe eigentlich sagen?

Sie schreiben - vermutlich wissentlich - Falsches und unterstellen dann der IDF, Opfer zu unterschlagen, also zu lügen.

Die Zahlenangaben der IDF findet man leicht:
http://en.wikipedia.org/wiki/Casu... e_Gaza_War

Was also soll man zu Ihrer Chuzpe sagen?
Soll man sie so nennen, wie genannt zu werden, sie verdient?
Also: Lüge?

Scheint mir nunmehr wirklich angebracht.

Georg Schütt
12
10.11.2010, 08:59
Sie haben keine Ahnung, oder Sie sagen bewusst die Unwahrheit.

Die IDF listet konkret auf:

1.166 Tote insgesamt
davon:
709 Kombattanten

295 Nicht-Kombattanten

Von diesen 295 wiederum 89 Kinder unter 16 und 49 Frauen

http://fr.jpost.com/servlet/S... 2FShowFull
http://en.wikipedia.org/wiki/Casu... e_Gaza_War

Makronaut
12
10.11.2010, 10:20

Das traurige ist, dass anscheinend auch b'tselem offensichtlich keine unabhängigen untersuchungen angestellt, sondern einfach unkritisch die zahlen der hamas übernommen und leicht "angepasst" hat. 8-(

Georg Schütt
12
10.11.2010, 11:09
Interessiert mich nicht einmal am Rande, was diese Leute sagen. Sie sind nützliche Idioten der Hamas und der übrigen Israel-Hasser, freundlich ausgedrückt.

Entscheidend ist, ob der Militärschlag 2008-09 die Hamas davon abhält, weiter zu zündeln; und bisher ist das der Fall. Sie wissen, dass Israel bereit - und seit den Heeres-Reorganisationen ab 2007 auch wieder fähig ist, mit großer Härte zuzuschlagen. Diese Lektion hat die Hamas gelernt. Vielleicht hätte sie das nicht, wenn es wirklich nur 49 Tote gewesen wären?
Die Hamas hat ja 2009 nicht einfach nur verloren; bei einer Gefallenen-Relation von 70:1 kann man nur von einer Katastrophe sprechen. Ein Großteil der jungen Offiziere ging verloren. Die Hamas-Leute, sonst stolz auf ihre Bärte, liefen im Januar 2009 alle frisch rasiert herum, aus Angst, sonst festgenommen zu werden. Diese Würschtl nimmt keiner mehr ernst. Besiegte Maulhelden.

Makronaut
14
9.11.2010, 22:23

zivile opfer haben die idf nie bestritten. im gegenteil - es wurden bereits urteile gegen soldaten gesprochen, die gegen das kriegsrecht verstoßen haben.

dass ai seinen zahlen korrigieren sollte, wird auch dadurch deutlich, dass die neuen zahlen der hamas erstaunlich genau denen der idf entsprechen. vielleicht schafft ai das ja auch noch ;-)

elsalvador
52
9.11.2010, 22:51

Urteile ja ... aber die Strafverfolgungen sind nur Schauprozesse und nicht weitgehend genug. Allerdings auf beiden Seiten.

http://www.hrw.org/en/news/2... ed-justice

Georg Schütt
14
9.11.2010, 23:43
Wer wie Sie der IDF vorwirft, nicht immer die Wahrheit zu verbreiten, muss sich gefallen lassen, selbst an diesem Maßstab gemessen zu werden. Und da sehen Sie nicht gut aus. Tut mir leid.

AI hat NICHT BEIDEN SEITEN vorgeworfen, die Strafverfolgung gehe nicht weit genug. Der Hamas hat sie das nicht vorgeworfen. Das nämlich würde voraussetzen, dass es überhaupt eine Strafverfolgung durch die Hamas gäbe.

Gibt es aber nicht, wie in Ihrem Link steht: "In Gaza, Hamas has punished no one for ordering or carrying out hundreds of deliberate or indiscriminate rocket attacks into Israeli cities and towns, which killed three Israeli civilians during the war and wounded dozens more."

Sie versuchen offenbar, eine Gleichheit im Tun von IDF und Hamas zu insinuieren, Gleichheit im Statistikfälschen, Gleichheit im Justiz-Unrecht. Und dazu biegen Sie Statistiken um, zitieren AI-Berichte falsch.

Durchschaubar. Und erfolglos.

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