Artenschutz

Zerstörte Umwelt rächt sich finanziell

9. November 2010, 15:06
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    Die Artenschutzkonferenz von Nagoya in Japan ist zu Ende: Erste Erfolge für den Naturschutz konnten trotz zähen Ringens der 193 teilnehmenden Ländern erzielt werden.

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    EU-Abgeordente Karin Kadenbach lud daher zu einer Ballonfahrt über den Stubenberg in der Steiermark, um die Ergebnisse zu diskutieren.

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    Die Schutzgebiete an Land sollen von heute 13 Prozent auf 15 Prozent vergrößert werden. Und statt bisher einem Prozent sollen künftig zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz stehen.

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    Umweltschutzorganisationen fordern mehr geschützte Fläche.

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    "Artenschutz ist kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit", sagt die EU-Politikerin.

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    In Österreich verschlinge zum Beispiel nach Abholzen der natürlichen Schutzwälder der Lawinenschutz nun enorme Summen, hebt Kadenbach die Bedeutung von nachhaltiger Planung hervor.

EU-Abgeordnete Karin Kadenbach fordert mehr Geld für Artenschutz und geänderte Subventionen für Land- und Forstwirtschaft

"Artenschutz ist kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Oft übersehen die Menschen, dass es richtig teuer werden kann, wenn das Ökosystem zerstört wird", sagt Karin Kadenbach, Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die Politikerin lud zu einer Ballonfahrt über die Steiermark, um die Ergebnisse der Artenschutzkonferenz von Nagoya in Japan vorzustellen. Sie fordert ein modifiziertes Fördersystem, damit der Artenschutz nicht nur als "frommer Wunsch" versandet.

Kadenbach ist überzeugt, dass die Vernachlässigung des Naturschutzes sich auch finanziell rächen werde. Erste Negativbeispiele in Österreich gebe es bereits, die EU-Abgeordnete nannte zum Beispiel den Lawinenschutz, der nach Abholzen der natürlichen Schutzwälder nun enorme Summen verschlingt. Ähnliches sei beim Hochwasserschutz zu beklagen. Andererseits reinigt ein funktionierender Fluss das Wasser oder ein gesunder Wald die Luft. "Die intakte Natur erbringt Leistungen für den Menschen und dieser Wert muss anerkannt werden", fordert Kadenbach.

Artenschutz statt Subvention

Sie möchte als ersten Schritt das Subventionssystem für Land- und Forstwirtschaft umstellen. So sollten nur noch jene Maßnahmen finanziell unterstützt werden, welche die Erhaltung der Artenvielfalt fördern. Bloß "keinen weiteren Schaden anrichten", sollte für die Gewährung von Subventionen nicht mehr ausreichen. Die dadurch freiwerdenden Mittel könnten in Artenschutzprojekte investiert werden.

Konferenz in Nagoya

International wird die Notwendigkeit des Artenschutzes bereits erkannt, nur um Vereinbarungen und Maßnahmen gibt es ein zähes Ringen zwischen den Ländern. Auch auf der Artenschutzkonferenz in Nagoya konnten sich die Teilnehmer aus 193 Ländern erst zum Schluss der fast zweiwöchigen Verhandlungen auf ein internationales Abkommen zum Schutz gefährdeter Pflanzen und Tiere einigen. Die Ziele sind, die aktuellen Schutzgebiete zu erweitern, um die dortige Artenvielfalt zu sichern.

Die Fortschritte im Überblick: Die Schutzgebiete an Land sollen von heute 13 Prozent auf 15 Prozent vergrößert werden. Und statt bisher einem Prozent sollen künftig zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz stehen. Ein Ergebnis, das aber Naturschutz-NGOs nicht zufriedenstellt: Sie halten 40 Prozent für notwendig.

Umweltfeindliche Subventionen sollen abgeschafft und die frei werdenden Summen dafür benutzt werden, eine schonende Bewirtschaftung der Natur zu belohnen. Die Überfischung der Ozeane soll gestoppt und das dramatische Aussterben von Arten verhindert werden. Umweltverschmutzung und Überdüngung sollen generell so stark reduziert werden, dass sie die lebensspendenden Prozesse auf der Erde nicht länger bedrohen.

Finanzielle Maßnahmen

Japan erklärte sich bereit, 1,44 Milliarden Euro für den Artenschutz auszugeben. Das Geld solle in den kommenden drei Jahren den Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt werden, sagte der japanische Regierungschef Naoto Kan. Mit der Initiative "Leben in Harmonie" solle den armen Ländern geholfen werden, ihre nationalen Strategien zu verbessern und umzusetzen. Der viel kritisierte Walfang oder der geplante Bau eines Atomkraftwerks am Rand eines Bioreservats nahe Hiroshima wurden während der Konferenz jedoch nicht erwähnt.

Frühe Bewusstseinsbildung

Damit der Wert eines funktionierenden Ökosystems erkannt wird, fordert die EU-Abgeordnete mehr Aufklärung und Bewusstseinsbildung. "Der Kontakt zur Natur muss schon ab einem frühen Alter wieder mehr gefördert werden", sagt Kadenbach. Sie plädiert zum Beispiel dafür Schulgärten einzurichten: "Die Kinder sollen Schmetterlinge sehen, Bienen beobachten oder zusehen, wie sich Sonnenblumen neigen." (jus, derStandard.at, 10. November 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
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+30.april+
00
16.11.2010, 21:57
Ausser dem menschen gibt es wohl kein lebewesen auf diesem planeten der seinen eigenen lebensraum kaputt macht.....also hochachtung vor unserer art....der verstand kann wohl grausamer sein als die natur selbst.....

flauschyflausch
00
14.11.2010, 04:51

Ja stimmt, ist vor allem mit Ketchup sehr zu empfehlen.Obgleich die Impertinenz als solches, natürlich stets im Auge des Betrachtes liegt

mikijbi007
00
15.11.2010, 14:04
nett aber zu spät!!!

wir menschen haben der natur genug
angetan,auserdem wird die natur in den
nächsten jahren sich rächen da wird auch
das ganze rummauscheln wegen
artenschutz nicht helfen!!! lieb von der
dame aber umsonst! MFG - MIKE

Jane Lane
 
00
10.11.2010, 12:11

Das kommt davon, wenn man mit dem Jahreszehent für unsere Maria ohne Gnaden in Verzug kommt!

Killer Bunny
00
10.11.2010, 07:54

Die ausgestorbenen Arten kann man eh schon als kleine Roboter nachbauen - und viel besser als es die Natur hergibt. Nix is no gschegn. Vorwärts nach Rückwärts!

Magdalena Kapplmüller
00
10.11.2010, 06:08

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass man die höchste Artenvielfalt in Europa auf nachhaltig genutzen landwirtschaftlichen Flächen findet! Wer verhindert das Zuwachsen einer vielfältigen Brache? Der Landwirt! Wer kümmert sich um das Management der Schutzwälder? Der Forstwirt! Man sollte vorsichtig sein, alle Bauern in einen Topf zu werfen! Ja, Landwirtschaft ist heutzutage ein hoher Gefährdungsfaktor, aber ohne sie würde es nicht viel Biodiversität geben!

kapitän nemo
00
10.11.2010, 08:22
**Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass man die höchste Artenvielfalt in Europa auf nachhaltig genutzen landwirtschaftlichen Flächen findet!***

also dieses argument ist keinesfalls (und schon garnicht "wissenschaftlich") nach zu vollziehen, denn es liegt ja im sinne einer landwirtschaftfläche vor allem nur eine bestimmte kulturpflanze wachsen zu lassen, während alles andere "unkraut" ist.
dies betrifft aber dann nicht nur die flora, sondern auch tiere welche teilweise andere planzen ,als die angebauten, als nahrung benötigen, und einen geschützten lebensraum benötigen, der nicht regelmäßig vom pflügen zerstört wird.

die natur hat, lange bevor der mensch in der evolution auftauchte, bereits einen enormen artenreichtum hervorgebracht und braucht daher kein einwirken durch menschen, die menschliche zivilsation hat unendlich mal mehr arten ausgerottet als neue geschaffen

MondXicht
00
10.11.2010, 12:08

Es ist aber unbestreitbar, dass es Lebensräume gibt die nur durch den Menschen in der Form existieren, zB Almen. Die betreffenden Arten sind oft andernorts bereits ausgestorben. Die Wiesenpflanzen auf der Alm sind zB Relikte aus der Eiszeit. Wenn die Alm zuwächst verschwinden diese Relikte auch. Hier hat der Mensch eindeutig Arten konserviert die ansonsten ausgestorben wären. Ginko-Bäume gehören wahrscheinlich auch in diese Kategorie.

kapitän nemo
00
10.11.2010, 12:32

die almen sind aber eine ausnahme und nur extensiv bewirtschaftet. das heisst der bauer greift nicht in die flora ein, ausser dass er sein vieh weiden lässt, was andernfalls vielleicht wildtiere machen würden.

insofern könnte man natürlich auch die vom menschen geschaffenen zoologischen gärten und botanischen gärten, als beitrag zur erhaltung der artenvielfalt betrachten, aber das sind ja nur kleine gegenmaßnahmen zur allgemeinen versklavung und ausrottung bzw verdrängung anderer arten durch die menschheit

MondXicht
00
10.11.2010, 06:37

Hier geht's ja auch um etwas anderes. Ich hab mir mal das Schwarzbuch Landwirtschaft besorgt und was da drin steht sind allesamt keine Geheimnisse: Die Subventionen gehen hauptsächlich an große Firmen und Großbauern. Abgesehen von der allgemeinen Absurdität und sozialen Ungerechtigkeit kann man sagen, kleinbäuerliche Strukturen dienen dem Arten- Boden- und Wasserschutz wesentlich mehr. Und diese werden ja durch so ein System und die ÖVP-Raiffaisen Knute gründlichst ruiniert.

Jimmy Neutron
01
9.11.2010, 21:08

Ein Problem ist aber, dass beim Abholzen der Wälder Firmen profitieren, diese bekommen dann für den Lawinenschutz neue lukrative Auftäge.

adalbert zillner
110
9.11.2010, 20:16
Mimimimi.

Ich hab so Angst.
Aber eh egal, denn zuerst ruinieren uns ohnehin die GrünossInnen.

Andreas Mittermayer
00
10.11.2010, 08:38
Leben Sie hinter´m Mond?

.
Oder haben Sie eine Art von Wahrnehmungsstörung??

MondXicht
10
10.11.2010, 06:38
Mimimi

Liebe Grüße aus der Parteizentrale
http://www.dietiwag.org/index.php?id=2920

rudolf schladming
 
09
9.11.2010, 20:46

bist du in den 80ern ins koma gefallen und grad eben aufgewacht? umweltschutz ist schon lange keine agenda für kauzige technologieverweigerer (denen hier zudem das attribut "vorreiter" gebührt) sondern eine auf wissenschaftliche fakten begründete notwendigkeit. das hat nichts zu tun mit verzicht sondern ist im gegenteil die vorraussetzung dafür, dass menschen auch in 10, 50 oder 100 jahren noch was zu essen haben und weiterhin rohstoffe zur verfügung stehen.

Chrifa
05
9.11.2010, 19:58
Eigenartigerweise

sind die Landschafts - und Lebensraumzerstörer genau dieselben, die von der EU als Förderung unter dem Titel "Landschaftspflege" das meiste Geld in den Hintern geblasen bekommen.

Stefan Weiss2
04
9.11.2010, 19:25
Österreich sollte einmal seine Aufgaben wahrnehmen

Österreich hat für das Natura 2000 Naturschutzgebietessystem 8% der Landesfläche gemeldet (Befürchtung wirtschaftlicher Nachteile) und deswegen läuft seit einiger Zeit ein Strafverfahren der EU. Zum Vergleich Deutschland (15%), Rumänien (30%) und Beitrittskandidat Kroatien (35%). Österreich ist im europäischen Vergleich im Bereich der Naturschutzausgaben beinahe Schlusslicht. Da Naturschutz Bundeslandsache ist erfüllen diese je nach Parteiführung die Vorgaben (Salzburg) oder auch nicht (Niederösterreich). Für einige Arten hat es in den letzten Jahren Verbesserungen gegeben (z. B.: Großtrappe) aber besonders die Kulturlandschaftselemente (Wiesen, Weiden, Gewässer) nehmen weiter ab oder verschlechtern sich in der Qualität.

per sonne
00
9.11.2010, 18:05
Diskrepanz

Im Artikel liest man: "Erste Negativbeispiele in Österreich gebe es bereits, die EU-Abgeordnete nannte zum Beispiel den Lawinenschutz, der nach Abholzen der natürlichen Schutzwälder nun enorme Summen verschlingt."

Unter http://www.proholz.at/holzistge... alt3_3.htm findet man: "Österreichs Waldfläche nimmt seit Jahrzehnten zu, im Schnitt um rund 7.700 ha pro Jahr. Sie hat derzeit eine Größe von 3,96 Mio. ha, das entspricht 47,2% der Gesamtfläche, und in den letzten 20 Jahren hat sie sich um 7% vergrößert." (Google-Suche "Waldbestand")

Auch wenn die beiden Aussagen keinen direkten Gegensatz darstellen, frage ich mich doch, auf wieviele Aussagen, die im Artikel gemacht werden, ich als richtig vertrauen kann.

Stefan Weiss2
04
9.11.2010, 20:20

Leider stellt die Zunahme der Waldfläche eine Gefahr für die Biodiversität dar. Die Zunahme beruht auf Aufforstungen und natürliche Wiederbewaldung von Almen und extensiven Wiesen. Diese Grünlandflächen sind Hotspots der Artenvielfalt und auch wirtschaftlich (z.B.: Tourismus, Landwirtschaft) bedeutsam.

G. B. Corner
10
9.11.2010, 22:55

Also das kommt mir arg übertrieben vor. Die Zunahme der Waldfläche ist prinzipiell positiv zu betrachten; Wiederaufforstungen sind heutezutage kaum mehr Monokulturen (hängt vom Bewirtschafter ab) und wenn nicht mehr bewirtschaftete Bauernhöfe verwalden, dann wird damit ja ein Kultur- zu einem Naturraum. Vor die Menschen eingewandert sind war Europa ziemlich durchgehend bewaldet.

Kathi 89
00
10.11.2010, 09:22

durch die menschliche kulturtätigkeit wurde diese eiheitliche bewaldung zu einem großen teil gerodet. zunächst entstanden wiesen und äcker, die durch die damaligen wirtschaftsformen extensiv genutzt wurden und eine große vielfalt von pflanzen zuließen. dadurch entstanden neue ökologische nischen die vielen verschiedenen tieren, vor allem insekten, unterschlupf boten.

mit dem einsatz von herbiziden und pestiziden wurden aber viele pflanzen und tiere wieder dezimiert.

sie sehen also, nicht der natürliche grundzustand europas bringt die maximale artenvielfalt mit sich, sondern die menschliche kulturtätigkeit, idealerweise ohne den einsatz von chemikalien. deshalb ist es auch wichtig, wiesen offen zu halten und extensiv zu bewirtschaften

MondXicht
00
10.11.2010, 06:43

In wirtschaftlichen Termen ausgedrückt haben zB Almen (man schätz ihr Bestehen auf 2500-3000 Jahre) einen massiven touristischen Wert! Die Touristen die zu uns kommen wollen genau das sehen!
Auf extensiv bewirtschafteten Wiesen wachsen Unmengen an unterschiedlichen Kräutern - Pflanzen die früher in der Medizin äußerst relevant waren und eventuell auch heute noch einen positiven Nutzen haben können.
Ich verstehe ja was sie meinen, ich bin auch versucht so zu denken, aber ich fürchte das Ganze ist nunmal komplizierter als das....

Citizen
00
10.11.2010, 00:39

Nicht die Menge (des Waldes) macht's, sondern die Qualität. Wald ist nun mal nicht gleich Wald.

greenling
08
9.11.2010, 17:41

vielleicht sollte man nicht nur frühe bewusstseinsbildung machen, denn welches kind hat noch nie einem schmetterling oder einer biene zugeschaut, sondern späte bewusstseinsbildung, für die ganzen 50+ jährigen, die in den verantwortlichen positionen stehen und sich einen dreck um die umwelt scheren!

Zoologe
02
9.11.2010, 20:37
nicht erst die 50+ sind´s!

schaut´s euch mal die sooo erfolgreichen Jungmanager an! und all die schicken lifestyle-Typen

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