Muslime wählen, lassen sich aber bitten

8. November 2010, 18:45
  • Schakfeh, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft, mit Sprecherin Baghajati: "Wir erwarten eine Verdoppelung der Anzahl."
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    Schakfeh, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft, mit Sprecherin Baghajati: "Wir erwarten eine Verdoppelung der Anzahl."

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Die Wahl ihrer Vertretung gestaltet sich für die Muslimen mühsam - Oberhaupt Anas Schakfeh klagt über schleppende Anmeldungen

Wien - Die heimischen Muslime wählen ihr Oberhaupt samt Vertretung erstmals nach neuem Modus. Allerdings haben sich von geschätzten 500.000 Gläubigen im Land bisher bloß 45.822 für den Urnengang registrieren lassen. Anas Schakfeh, der als langjähriger Präsident der Islamischen Glaubengemeinschaft seit längerem als amtsmüde gilt, sprach am Montag von "einer schwierigen Aufgabe", die in manchen Bundesländern "enttäuschend" verlaufen ist - und hofft, dass sich mit der noch nicht abgeschlossenen Registrierung in Wien die Zahl der Mitglieder noch verdoppelt.

Zähe Anmeldung

So musste in der Steiermark die Frist verlängert werden, da sich dort bis jetzt auffallend wenige zur Glaubensgemeinschaft bekennen. Zum Vergleich: 2165 Personen gehören der Religionsgemeinde in Graz an, in Vorarlberg haben sich 9835 registrieren lassen. Im Burgenland musste die Wahl gar abgeblasen werden, da es nur 445 Bekennende gibt.

Als Grund für die schleppenden Anmeldungen führt Schakfeh unter anderem an, dass sich viele angesichts der einstigen Verfolgung der Juden unbehaglich fühlten, all ihre Daten herauszurücken. Außerdem hätten islamische Familien oft eine große Kinderanzahl, und wahlberechtigt seien Muslime erst ab dem 14. Lebensjahr. Schakfeh selbst hat mittlerweile veranlasst, dass die Religionslehrer Schüler und deren Familien dazu anhalten, sich registrieren zu lassen.

Die Wahl selbst beginnt am 21. November in Kärnten. Bis 17. April sollen die Muslime, gestaffelt nach Bundesländern, neun Gemeindeversammlungen bestimmt haben. Im weiteren, komplizierten Wahlprozess werden dann 36 Mitglieder in den 61-köpfigen Schura-Rat ensandt, der den Obersten Rat beschickt - welcher zu guter Letzt im Juni aus seinen Reihen den neuen Präsidenten kürt.

Gerüchteküche

Als Schakfehs Nachfolger wird hinter vorgehaltener Hand mittlerweile der türkische Religiongspädagoge Fuat Sanac gehandelt. Schakfeh selbst will Spekulationen zur Nachfolge nicht kommentieren, nur so viel: Mindestens die Hälfte der registrierten Muslime hat einen türkischen Hintergrund, verrät er. Zu der Vereinigung der liberalen Muslime, die türkische Migranten in der Gemeinschaft zu wenig repräsentiert sieht, hält Schakfeh fest: Sie bestehe aus höchstens acht Mitgliedern. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD Printausgabe, 9.11.2010)

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Der privatrechtliche Verein IGGÖ hat ca. 300 Mitglieder.

Als Grund führt Schakfeh unter anderem an, dass sich viele angesichts der einstigen Verfolgung der Juden unbehaglich fühlten, all ihre Daten herauszurücken.

Diese Partie sollte man aus der öffentlichen Wahrnehmung verbannen, es handelt sich um eine sektiererische Kleinstgruppe mit einem despotischen Knallkopf an der Spitze.

Ich bin Muslim

und dazu brauche ich keine Vertretung und auch keine Vereinsmeierei.
Religion ist für mich eine sehr intime Angelegenheit.
Auch ist im Islam keine Hierarchie und kein Klerus vorgesehen - und das sollte auch so bleiben.
Ausserdem gibt es nicht DEN Islam, sondern sehr viele verschiedene Gruppierungen. Da will ich nicht in einem undefinierbaren Einheitsbrei herumschwimmen.
Bevor man sich an eine Vertretung für einen interreligiösen Dialog heranmacht, wäre es nötig sich erstmal um einen anständigen innerreligiösen Dialog zu kümmern!

nach dem berauschenden erfolg in einer der sogenannten glaubensgemeinschaften sollte man dieses modell auch bei allen anderen anerkannten religionen einführen.

verpflichtend natürlich

der Begriff Religion sollte hier definiert werden :
eine Schrift a.d. 7.Jhdt , von einem Verfasser ,dessen vita hier nachgelesen werden kann
http://www.ex-muslime.de/indexArchiv.html
und die zum Töten aller "Ungläubigen " (woran ?)
aufruft - sollte gemessen werden an Schriften wie
http://www.buddha.at/ oder Organisationen wie
http://www.tzuchi.org/ - von einer Frau geleitet
oder der friedfertigen Religion der Jain in Indien
http://www.bbc.co.uk/religion/... s/jainism/
sowie der Bahaii: http://www.bahai.org/

Einfach an Sozialleistungen koppeln.

Dann ham´s eine Wahlbeteiligung von 100%.

Ansonsten interessiert die in Österreich rein gar nix, nicht mal die eigene Religion.

Was soll das für eine "Vertretung" sein ?

Wofür oder gegen wen braucht eine Religion in einer säkularen Gesellschaft eine Vertretung ?
Oder leben wir in Ö. vielleicht nicht in einem säkularen Staat ???
Dann würde ich mich als Atheist aber ganz schön diskriminiert fühlen, wo ist meine Vertretung die mich vor deren Vertretung schützt ?

Hahaha - vielleicht www.atheistische-religionsgesellschaft.at oder www.laizismus.at bzw. "Zentralrat der Konfessionsfreien"?

Mein Lieblingsthema, seit 35 Jahren - Religion

Und immer wieder erwischt es mich, ich kann mich nicht raushalten. Zu der neuen Religionsdiskussion von den Zuwanderern heraufbeschworen, und von der Mehrheit der Bevölkerung, der Politiker und Medien dankbarst aufgenomme, möchte ich folgendes bemerken.
Der Koran ist eine Schrift (wie die Bibel auch) aus einer Zeit der Altvorderen. Er müsste daher interpretiert werden. Dies ist allerdings auf Grund der Tatsache, dass der Koran direkt von Gott stammt und daher unfehlbar ist, gar nicht möglich. Die Bibel und das Christentum unterscheiden sich sich in Punkt wesentlich.
Zweitens der Koran spricht zwar von der Pflicht der Muslime zum heiligen Krieg, allerdings trennt er klar zwischen großer und kleiner Sharia !!!

Fortsetzung folgt

ich kannd iese kopftuchtanten einfach nimmer sehen. u den schakfeh sowieso nicht

Hass hat einen neuen Namen.

fuchstritt.

Wie ändert der Moslemwähler Öserreich wenn er Orientale wählt?

... Indem er Orientale wählt.

herr shakfeh: die moslems in Ö haben schon gewählt wie zu sehen ist;und es ist nicht die IGGIÖ,auch wenn sie das nicht wahrhaben wollen und nun die religionslehrer "zum keilen" anhalten bzw. auf die moslems(vor allem auf schüler über die sie die familien "erreichen" wollen) einen druck ausüben; das kann nur nach hinten losgehen; kommunikation ist,nach so vielen jahren, noch immer ein fremdwort für sie!was ist das für ein weltbild,auf die art:wer nicht für mich ist,ist gegen mich! ???

Frage

Gibt es auch Moslems, die im Standard posten? Wie ist eure Meinung dazu?

na da schau her!

mittelalterliche, unaufgeklärte muslime wählen ihre vertretung, während die katholiken schon im finstersten absolutismus angekommen sind :)

dafür können sie sich den verein nicht aussuchen.

die iggiö ist den meisten echt kein anliegen.

tja fortschrittliche menschen,egal welchem glauben angehörig,können eben differenzieren; sie nicht!

unter 10%

eine Art Minderheitenfeststellung.

Wird Zeit, den Alleinvertretungsanspruch der IGGIÖ abzuschaffen. Die röm.kath. Kirche in Österreich vertritt ja auch nicht alle Altkatholiken, Evangelische (A.B. H.B.), Anglikaner, usw. gleich mit.

Das gehört mündlich gemacht

Da ein großer Teil der Muslime in Österreich nicht der Schrift mächtig ist, kann ein solcher Aufruf nur durch Mundpropagande erfolgen.
Alternativ wäre auch ein Muezzin möglich der laut genug schreien kann um von alen gehört zu werden.

Wie heißt das Wort nochmal? Ist es wirklich "Mundpropagande"?
Wie kann eigentlich eine Person "möglich" sein? Ich denke es gibt eine Person oder es gibt sie nicht.
Sind "ale" eine neue Tierart?

Hauptsache Sie reden über mangelnde Sprachkenntnisse.

gehts noch tiefer? sie sind der schrift anscheinend mächtig, aber weiter oben haperts doch ziemlich, beim denken

Satzanfänge, Substantiva und hauptwörtlich gebrauchte Verben werden groß geschrieben.

was Meinen sie BLoß Mit ihrer Klugen anleitung Zur groß- und kelinschreibung?

Leider

muss man auch sagen, dass viele Muslime in Österreich nicht einmal wissen, dass es so etwas wie die Islamische Glaubengemeinschaft gibt, woher als wählen. Und wenn doch, dann ist die IG auch unter den Muslimen nicht unumstritten.

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