Bjarne Riis

134.000 Euro für Doping

8. November 2010, 16:31
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    foto: reuters/charles platiau

    Riis über Doping: "Das war nichts, was ich als etwas total Verbotenes erachtete, das war etwas völlig Natürliches. Die Presse wusste es auch."

Saxo Bank-Teamdirektor Riis plaudert anlässlich der bevor­stehenden Präsentation seiner Biografie über Details von Dopingpraktiken

München/Kopenhagen - Bjarne Riis, Gewinner der Tour de France 1996, hat in seiner Radsport-Karriere bis zu 134. 000 Euro für Doping ausgegeben. "Ich habe Doping-Mittel für gut und gerne eine halbe bis eine Million Kronen gekauft", sagte der Teamdirektor des Rad-Rennstalls Saxo Bank der dänischen Tageszeitung Politiken anlässlich der bevorstehenden Präsentation seiner Biografie 'Riis' am Dienstag.

Riis hatte bereits 2007 eingeräumt, in der Zeit von 1993 bis 1998 das Dopingmittel Erythropoietin (EPO), Wachstumshormone und Cortison zur Leistungssteigerung eingenommen zu haben. Auch seinen Tour-Sieg für das damalige Team Telekom hatte er auf illegale Weise erreicht.

"Dopingspritzen völlig undramatisch"

Nun räumte er ein, bereits in den 1980er Jahren gedopt zu haben. "Das schwerste war die erste Spritze mit Vitaminen und Mineralien, die wir alle bekommen haben und die wir mit der Zeit lernten, uns selbst zu geben. Deshalb hatte ich keine Probleme mit den ersten Dopingspritzen, das war völlig undramatisch. Es war ja nur etwas anderes in der Spritze drin als Vitamine", sagte Riis.

In einem weiteren Interview mit der Internetseite sporten.dk betonte Riis, dass in seiner aktiven Zeit "alle" über den Gebrauch von Dopingmitteln Bescheid wussten: "Das war nichts, was ich als etwas total Verbotenes erachtete, das war etwas völlig Natürliches. Die Presse wusste es auch, das war nichts Heimliches."

Riis erzählte zudem, dass er 1998 bei einer Polizeirazzia beinahe erwischt worden wäre. In letzter Sekunde spülte er den Inhalt eines Behälters, unter anderem EPO, die Toilette hinunter. "Aus heutiger Sicht betrachtet ist das eine ganz absurde und groteske Geschichte", sagte Riis. Von seinem Doping-Missbrauch wussten in seiner aktiven Zeit nur seine Frau Mette Riis und seine spätere Partnerin, die ehemalige Handballspielerin Anne Dorthe Tanderup, betonte Riis.

Nach der Tour 1998 hatte Riis eigenen Angaben zufolge genug vom Doping. "Es hing mir schon zum Halse heraus, nur eine Vitaminpille zu nehmen", sagte er. 1999 beendete er seine Karriere nach einem schweren Sturz bei der Tour de Suisse. (SID)

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11 Postings
lemming0815
20
9.11.2010, 13:10
wie passt das

In einem weiteren Interview mit der Internetseite sporten.dk betonte Riis, dass in seiner aktiven Zeit "alle" über den Gebrauch von Dopingmitteln Bescheid wussten
und weiter unten
Von seinem Doping-Missbrauch wussten in seiner aktiven Zeit nur seine Frau Mette Riis und seine spätere Partnerin

1116er
01
9.11.2010, 15:50
ich habe das so interpretiert:

in der radler-szene wussten alle bescheid.

in seinem privaten umfeld waren seine lebenspartnerinnen die einzigen eingeweihten.

Denksportler
11
9.11.2010, 03:22
Mir gefällt die Offenheit

der geschilderten Details. Solchen Vorbilder erzeugen halt den Alltag, den wir alle täglich erleben. Und vor lauter massenmedialer Ablenkung gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Wie ein dauerzugekiffter Junkie.

vray
12
8.11.2010, 23:55

Einfach auf andere Sportarten schauen wo das Doping nicht so einfach ist.
Wellenreiten, Schach, die meisten Freestylesportarten sind nicht olympisch weil da einfach Hauptsächlich gekifft wird...

Tschick Tschaikowsky
00
9.11.2010, 13:50
...die meisten Freestylesportarten sind nicht olympisch weil da einfach Hauptsächlich gekifft wird...

So ein Bledsinn. 60er nicht überstanden?

vray
00
9.11.2010, 21:54

Zumindest die Kollegen auf der Arctic Challenge meinten sie wären ja deppert sich von der Wada kontrollieren zu lassen...
und jetzt rate Mal was da täglich die Runde gemacht hat...
(Nein, ich fahre nicht, ich fotografiere nur).

Schlaudia Ciffer
02
8.11.2010, 21:12
Und auch heute...

... wissen die Journalisten, dass alle dopen.

Und. Hoppala...

...wir ja auch.

pussycat.1337
113
8.11.2010, 18:10

und dreimal darf man raten warum jukic mit 24 schon zurücktritt. wenn man sich anschaut, wie sich ihr gesicht in kürzester zeit verändert hat, kann man fast schon mit graf vergleichen .. das st echt deprimpierend. sport schafft sich so bald selber ab. man fragt sich warum es noch immer genug sponsoren gibt, die solche wahnwitzigen summen in einen athleten stecken!

Part of the Game
00
10.11.2010, 13:37

Das mit Jukic ist mir neu.

Aber wundern tut mich gar nix. Sieht man sich an, wie in Österreich und sonst wo auf der Welt, Sportjournalisten beinahe hysterisch auf nationale Erfolge oder sonstige Rekorde reagieren, wundert mich gar nix. Da wird im Moment des Erfolgs jede Kritikfähigkeit auf Null runtergedrosselt.

Ich kann mich noch erinnern wie geil die Reporter seinerzeit auf die Sprintrekorde von der mittlerweile leider verstorbenen Florence Griffith-Joyner reagiert hatten.
Das war doch nur mehr grotesk.

Und dieselben Leute pudeln sich dann auf, wenn der arme Jan Ulrich oder sonst wer, ertappt werden.

Blödheit rules here and everywhere.

1116er
00
9.11.2010, 15:52
weil es (noch immer) soviele sportkonsumenten gibt,

die auf diese weise die botschaft des sponsors eingehämmert bekommen.

nicht die sportler selbst sind schuld.
nicht ihr umfeld ist schuld.
nicht die sponsoren sind es.

WIR konsum-deppen sind die tatsächlich verantwortlichen!

leo_nardo
53
8.11.2010, 22:00
warum

tritt sie also zurück, die jukic ?
wenn doping der grund ist, hätten wir eine wahre flut an rücktritten ;-)
eher geben ehrliche sportler (wegen erfolglosigkeit) auf, die es ohne doping versuchen.
ürbrigens ist 24 kein aussergewöhnliches rücktrittsalter für schwimmerinnen.

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