Führungsthema: "Mein Mitarbeiter hat Krebs"

9. November 2010, 17:34
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    foto: ap/roland

    Laut Zahlen der Krebshilfe leben 400.000 Österreicher mit einer Krebserkrankung, bundesweit erkranken pro Jahr 38.500 Menschen.

Der Umgang von Chefs mit kranken Mitarbeitern war Thema beim HR-Circle - 400.000 Österreicher leben mit Krebserkrankung

Einen Vortrag über das heikle Thema "Meine MitarbeiterIn hat Krebs" gestaltete Anfang November im Rahmern des HR Circles das Team der Österreichischen Krebshilfe Wien. Gerhard Matschnig, CEO Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft, betonte in seinem Statement, dass ein Großteil der Führungskräfte und Kollegen bei diesem Thema überfordert seien: "Niemand ist dazu ausgebildet, mit Krebskranken umzugehen. Dazu braucht man vor allem ein breites Wissen. Eine wertschätzende Kommunikation und ein professioneller Umgang mit erkrankten Mitarbeitern ist einerseits eine Riesenchance für ein Unternehmen, Verantwortung zu zeigen. Andererseits sind gesunde Mitarbeiter stolz darauf, für so ein Unternehmen zu arbeiten".

Rund 60 Prozent der erkrankten Menschen werden wieder gesund. "Man braucht wohl nicht extra zu betonen, wie stark die Motivation und das Engagement von geheilten Mitarbeitern ist, die während ihrer Erkrankung vom Unternehmen gut betreut wurden."

38.500 Menschen erkranken pro Jahr

Gaby Sonnbichler Geschäftsführerin Österreichische Krebshilfe Wien zeigte drastisch die Zahl der Krebsstatistik auf. 400.000 Österreicher leben mit einer Krebserkrankung, bundesweit erkranken pro Jahr 38.500 Menschen. Also hier ist wirklich Hilfe und Unterstützung für Betroffene dringend gefordert.

Der Arbeitspsychologe Stefan Haslinger, Klinischer u. Gesundheitspsychologe zeigte, wissenschaftlich fundiert, in welchen Phasen der Beratungsbedarf auftritt und legt die wesentlichen Aspekte der Beratung dar. Die Chancen eines Beratungsprozesses sieht Haslinger in "der Stärkung des Zusammenhalts und der Solidarität im Arbeitsteam, im Vermittlung von Lösungskompetenzen, in der Bewegung und Entwicklung in zwischenmenschlichen Beziehungen".

Und: "Weiters können Energien wieder auf die eigentlichen Aufgaben und Ziele fokussiert werden, was eine Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und einen gewaltigen Motivationsschub mit sich bringt." Die Beratungseinheit ( 50 Minuten) kosten 200 Euro zzg. MwSt. Beratungen erteilen die Psychologen und Mitarbeiter der Österreichischen Krebshilfe Wien. (Christine Wirl, Magazin Training, 10.11.2010)

Link

www.hrcircle.at

Nächster HR Circle Termin:

18. November um 9.00 Uhr: HR-Circle Breakfast mit Roman Szeliga: Humor - Power in Personalwesen und Kommunikation

Kommentar posten
20 Postings
defjak
00
13.11.2010, 10:34
firmen

kündigen menschen im krankenstand, wie sollens dann mit schweren krebserkrankungen menschlich umgehen?

WeirdST
02
11.11.2010, 09:12
Wie geht man mit einem Chef um, ...

... der in Flammen steht?

Ich würde aufhören, auf ihn zu pinkeln.

Petronius Arbiter
03
11.11.2010, 12:15
Wie wärs mit grimmigem Humor?

Letztes Jahr musste ich mich einer Operation unterziehen, und eine Krebserkrankung war ein mögliches, ja wahrscheinliches Resultat eine bevorstehenden Biopsie. Ich informierte meinen Abteilungsleiter von meinem bevorstehenden Krankenstand ( ich bin im berüchtigten mittleren MAnagement), und seine erste Frage war, ob ich an meine Nachfolgeregelung gedacht hätte...

trollvottel
25
10.11.2010, 15:54

Die übliche Reaktion ist ein Anruf in der Rechtsabteilung: "Du, die X hat an Krebs. Wie kömma diue schnellstmöglich feuern, bevor wir der Kuh noch jahrelang den Spitalsaufenthalt finanzieren müssen?"

Jana Botkiwana
00
22.11.2010, 14:15
wenn du für die Antwort "Kündigung des Dienstvertrages unter Einbehaltung der Kündigungsfrist" die Rechtsabteilung brauchst,

bist du aber als Führungskraft deplaziert.

Pe Sa
01
11.11.2010, 12:24

hä ?
behandlungen und spitalsaufenthalte während dem krankenstand bezahlt die krankenversicherung, nicht der arbeitgeber. (er muss die gehaltszahlung fortsetzen, aber ich glaub auch nur für 6 oder 8 wochen oder irgendsowas, danach übernimmt diese fortzahlung irgendie gestaffelt die krankenkasse)

natoll
01
11.11.2010, 13:40

stimmt. aber bei krebs bist nicht automatisch monatelang im krankenhaus. sondern oftmals eben nur alle paar wochen für einige tage (oder wochen). und das wissen auch die arbeitgeber.

gute arbeitgeber leben damit solange es monetär irgendwie geht. schlechte feuern für die dividende.

Mork vom Ork
14
11.11.2010, 00:47

ich nehme mal an SIE würden so reagieren.

In dem Großunternehmen in dem ich arbeite ist niemand, auch nicht der Vorgesetzte, darauf vorbereitet. Die leute stehn sich aber schon so nahe, dass sie diesen Menschen nicht extra Knüppel zwischen die Füße werfen. Ich gehe davon aus, dass oie meisten unternehmen so agieren.

Überdenken sie ihr menschenbild

Gegenflieger
01
10.11.2010, 22:02

Oder sie werden gemieden,damit man nicht mit der tatsache der Sterblichkeit konfrontiert wird.

Nathaniel Winerib
02
10.11.2010, 13:53

240 Euro (brutto) für 50 Minuten Beratung zusätzlich zu den Millionen, die von privaten Spendern und der öffentlichen Hand kommen, scheinen in Summe ein gutes Geschäft zu sein.

gurgl
20
10.11.2010, 16:59
zu nathaniel

...und wieder keine Ahnung. Von solchen Beratungen macht man wenige im Monat, und sie erfordern mehr qualifikation, als sie sich vorstellen können. viel mehr.

Angelika70
08
10.11.2010, 13:53

Bei uns musste ein krebserkrankter Mitarbeiter auch während der schwersten Chemo zumindest 1 Tag pro Monat in die Firma kommen, da er sonst alle Zulagen verloren hätte, die nahezu die Hälfte des Gehalts ausmachen.

DAS ist der Umgang mit Krebskranken.

natoll
02
11.11.2010, 13:45

das ist aber ein entgegenkommen der firma. denn damit müssen sie den mitarbeiter auch die ganze zeit selbst bezahlen. inklusive zulagen. und es zögert die berufsunfähigkeits- bzw. invaliditätspension (die deutlich geringer ist) hinaus.

du raunzt also mangels wissen in die völlig falsche richtung. aber das ist ja modern.

Pe Sa
00
11.11.2010, 12:27

das sind aber gesetzliche auflagen weil sonst der arbeitgeber nicht zur fortzahlung verpflichtet ist, sondern die krankenkasse die fortzahlung übernimmt (die dann wahrscheinlich zulagen, da die nicht teil des gehalts sind, nicht fortzahlt)

da kann die firma aber nichts dafür

ich finde es aber bemerkenswert das die firma ihm überhaupt die Möglichkeit dazu gegeben hat und scheinbar lieber selbst das Gehalt bezahlt hat als das von der Krankenkasse tun zu lassen.
(auch im krankenstand ist man kündbar, dann gibts 6 monate fortzahlung glaub ich und dann muss der arbeitgeber nix mehr zahlen, das hat die firma in dem beispiel ja nicht getan)

Mork vom Ork
11
11.11.2010, 00:49

Erstunken und Erlogen.

keine Unterstellung. Wissen

trollvottel
00
10.11.2010, 15:54

Die haben ihn nicht gefeuert? Wow, das ist IMO selten.

mbli
00
10.11.2010, 09:12
menschlichkeit und mitgefühl wie bei jeder krankheit sollten eigentlich ausreichen.

Harry Y.
 
00
16.11.2010, 01:00

Na ja, aber ausreichend Geld wär' auch nicht schlecht.

pereswon
09
10.11.2010, 10:46
Natürlich reichen Menschlichkeit und Mitgefühl.

Aber Sie müssen verstehen, dass sich HR-Fuzzis immer neuen Schmafu ausdenken müssen, immer neue Faktoren ausfindig machen müssen, die angeblich für das Unternehmen eminent wichtig sind, um ihre Existenz zu rechtfertigen.

Emilix
00
10.11.2010, 09:59
Natürlich haben Sie absolut recht,

aber in einem betrieblichen Umfeld ergeben sich wohl auch noch andere Aspekte im Umgang mit erkrankten Menschen. Und diese Aspekte aufzuzeigen, finde ich wichtig - das kann ein wertvoller Input sein.

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