Sausgruber droht Bund mit Klage beim Verfassungsgericht

8. November 2010, 10:31
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    foto: apa/georg hochmuth

    Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber erwägt zur Entschärfung des geplanten Familiensparpaket.

Vorarlberger Landeshauptmann fordert Abmilderungen im Familienbereich, sonst drohe "sehr ernster Konflikt"

Bregenz - Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) erwägt zur Entschärfung des geplanten Familiensparpakets den Gang zum Verfassungsgerichtshof. Der Landeshauptmann fordert sowohl die Beibehaltung des Mehrkindzuschlags als auch eine Verbesserung der Regelung für die Familienbeihilfe der Studenten. Er empfehle der Bundesregierung dringend, die Stellungnahme von Vorarlberg ernst zu nehmen "und zumindest einen Kompromiss zu suchen", erklärte Sausgruber in den "Vorarlberger Nachrichten" (Montag-Ausgabe).

"Sehr ernster Konflikt"

Sollte sich die Bundesregierung in den angesprochenen Punkten nicht bewegen, so würde dies zu einem "sehr ernsten Konflikt" führen, sagte Sausgruber. Letztlich könnte es zu einer Verfassungsklage kommen, die Sausgruber gegenüber der Tageszeitung mit "gleichheitswidrigen Elementen" begründete. Er hoffe aber, dass der angestrebte Kompromiss zustande komme, betonte der Landeshauptmann.

Die einhellige Forderung der Vorarlberger Landtagsparteien nach einer Rücknahme der Sparmaßnahmen in den Bereichen Familie und Pflege hält Sausgruber zwar für begründbar, "realistischerweise gehe ich aber davon aus, dass ein Teil davon erreichbar ist". Dieses Minimum habe die Landesregierung nun definiert, so Sausgruber. Eine erste Stellungnahme der Landesregierung werde bis 11. November vorliegen.

Dass der von Sausgruber geforderte Kompromiss auf den Familienbereich beschränkt ist und die Pflege ausklammert, sieht die Vorarlberger Opposition ihrerseits als schweren Affront. Der Landeshauptmann ignoriere klar den Auftrag des Landtags, erklärten die Klubobleute Johannes Rauch (Grüne) und Dieter Egger (FPÖ) in Aussendungen. Beide forderten Sausgruber auf, sich an die Vorgaben des Landtags zu halten. "Sollte Sausgruber an seiner Einstellung festhalten, werden wir uns einen Misstrauensantrag überlegen", kündigte Egger an. 

Protest der SPÖ Oberösterreich

Die SPÖ Oberösterreich verlangt die Rücknahme "sozial unverträglicher Maßnahmen" im Budget. Eine entsprechende Erklärung an den Bund wurde am Montag vom Landesparteivorstand einstimmig abgesegnet.

"Die Menschen erwarten sich eine andere Antwort von der SPÖ, als jene sie geben, die ein ungebrochenes Verhältnis zur Finanz- und Wirtschaftspolitik vor dem September 2008 haben", heißt es in der Erklärung. Gefordert wird die Rücknahme der Anhebung der Mineralölsteuer, der Kürzung der Familienbeihilfen und des Wegfalls des Alleinverdiener-Absetzbetrags. Sozial ungerecht sei auch die Pensionsregelung. Als "Armutszeugnis" bezeichnet Ackerl, "wenn es Zugangsbeschränkungen gibt, weil man nicht ausreichend Studienplätze zur Verfügung stellen kann". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 65
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Jeff Freeman
00
Den Bund klagen ?

Den Landtag abschaffen und den LH klagen !!!

Pierre d´Aubusson
00
8.11.2010, 16:53

Wäre dem Herrn Sausgruber lieber, Herr Hundstorfer ginge zum VfGH und würde sich beim Pflegegeld der Kompetenzüberschreitung bezichtigen?
Da bliebe den Ländern dann die Pflege im Kompetenz- und Machtbereich und der Bund hätte für vieles andere plötzlich einen Haufen Geld. Zum Bleistift für die Familien, sofern man sich einigt daß das in Bundeskompetenz kommt.
Ansonsten ist "Famile" beim Bund eigentlich eher aufs Steuerrechtliche beschränkt und sonst meist Landessache...
(auch wenn ich jetzt gegen meine eigenen Interessen argumentieren muß)

prof. hans wurst
01
8.11.2010, 16:19
Bevor die Landeshauptleute

sich aufplustern, sollten sie erst mal sinnvolle Vorschläge für eine ordentliche Verwaltungsreform machen. Es ist lächerlich, was in so einem Kleinstaat wie Österreich an Geld für föderalen Schnickschnack verbraten wird.
Aber da will keine Partei ran, weil sie die Pöstchen braucht, um ihre Freunderl unterzubringen.

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
00
8.11.2010, 15:05
Und ich werde Sausgruber und das Land klagen,

weil ich die Strompreiserhöhung der im Geld schwimmenden VKW widerwärtig und sozial höchst "unausgewogen" empfinde...

prof. hans wurst
00
8.11.2010, 16:15
Gut gebrüllt, Archaebakterium

....aber die Herrschaften glauben noch immer, die Leute wüssten nicht, wem die VKW gehört :-))

Mathias
 
00
8.11.2010, 14:29
Sollte sich die Bundesregierung in den angesprochenen Punkten nicht bewegen, so würde dies zu einem "sehr ernsten Konflikt" führen

Ach, erklärt jetzt Vorarlberg Wien den Krieg??

Was ist denn bittesehr ein "sehr ernster Konflikt"? So wurde doch schon der Afganistaneinsatz oder die Zustände in Nahen Osten genannt ;-)

Robert Nissel
00
8.11.2010, 13:02
Ich hab schon so eine Ahnung wo viele Probleme Österreichs ihren Urspung haben

Asylwiener
07
8.11.2010, 12:36
ich hätt da eine idee zur abmilderung

Sg Hr LH
gebens ein paar ihrer Geldverbrennungsbereiche auf - am besten konzertiert mim Kollegen aus StPröllten. zB die 300 Mio die jetzt als Zuckerln in die Bundesländer fliessen. Die sind in der Familienbeihilfe sicher näher am Volk als im Investmentportfolio der Landeshauptmanschaft.

King David
10
8.11.2010, 12:55

Sie meinen die pauschalen Lottogewinne für die ÖBB-Pensionisten?

Aber ich gebe Ihnen recht. Steuerliche Autonomie für die Bundesländer. Jedes Bundesland soll Ihr Budget komplett selbst verwalten, dann werden wir sehen, wer die besseren Konzepte hat.

sakul
01
8.11.2010, 12:33
Schmäh....

Der normale Schmäh der Schwarzen, einer nimmt, der andere Schwarze spielt sich als "Volksvertreter" auf.
Mies, doch die Dummen durchblicken es nicht......

Murrr!
02
8.11.2010, 12:28
Inhaltlich richtig! Diesen Kahlschlag im Sozialstaat darf man nicht zulassen!

Spricht diese Regierung denn mit überhaupt niemandem mehr vor einem so schwerwiegenden Budget-Entwurf?
Nicht nur mit den Betroffenen nicht, auch nicht mit Landeshauptleuten, Experten, WIFO, Sozialpartnern, Kirchen, NGOs u.s.w ?

4 Maxe, offenbar ohne große Sachkenntis und Realitätssinn, entscheiden über das Schicksal, Sein-oder-Nichtsein von zahllosen Familien.
Wenn es misslingt, verschwinden sie im Glücksfall aus der Politik in die Privatwirtschaft oder in andere hoch bezahlte Polit-Posten (Marek). Für sie konsequenzenlos, hinter ihnen die Sintflut, uns bleibt der Schaden.

Demokratie: Dialoge, Diplomatie, Bürger-Mitspracherecht, Respekt... abgeschafft?

Das ist doch eine antidemokratische Dampfwalzenpolitik- nur für reiche Eliten!

ego n
02
8.11.2010, 12:13
er hat sicher die tel-nummer seiner parteifreunde pröll!

Murrr!
01
8.11.2010, 13:28

Pröll war scheints für keinen zu sprechen.
Das war offenbar ein Geheim-Budget, hinter verschlossen Türen erdacht.

Das ist eine Herrenmenschen-Politik der vollendeten Tatsachen - die aber keiner braucht- außer vielleicht Raiffeisen&Co: http://derstandard.at/128865977... forumstart

merlot46
33
8.11.2010, 12:01
Eine christlich-soziale Rarität

Meine Hochachtung. Offensichtlich gibt es auch noch christlich-sozial denkende Spitzenleute in der ÖVP. Sie sind zwar eine Rarität, aber es lässt doch Hoffnung aufkeimen, dass auch in dieser Partei Vernunft einkehren kann.

Wenn man bedenkt, dass von den anderen ÖVP-Landeshauptleuten zu diesen Budgetbeschlüssen kein Mucks zu hören ist, ist das doch eine Wohltat zu wissen, dass es auch in dieser Partei ein familienpolitisches Gewissen gibt.

ino
02
8.11.2010, 12:16
christlich-sozial?

die familienförderung, die bedürftigen genauso zugute kommt wie den meinls und swarovskis, ist bestimmt ein ganz wichtiges kernstüch der christlichen soziallehre. dass hingegen das pflegegeld für chronisch kranke gekürzt wird, ist ihm kein wort wert.

und sowas finden sie begrüßenswert? sind sie sicher, dass ihr moralischer kompass noch funktioniert?

Murrr!
01
8.11.2010, 12:44

Hier fehlt einiges! Z.B. spricht und schreibt nie jemand in den Medien über die Kürzungen bei jugendlichen und alten, kranken Arbeitslosen oder über die Probleme der Alleinerzieherinnen, wo die Familienbeihilfe eine Existenzgrundlage bildet. Es ist ausschließlich von den Studenten die Rede, die eine Streichung natürlich ebenso schmerzt, welche sich aber immerhin selbst etwas Lobby sein können.
Arbeitslose Jugendliche haben niemanden und sind nur mehr Freiwild für die Wirtschaft.

Dennoch gewinnt man den Eindruck, die Landespolitiker hätten noch nicht völlig den Bezug zur Realität der Bevölkerung verloren, so wie es Pröll, Faymann, Marek, Mitterlehner, etc. vermitteln, die in einer anderen Welt leben dürften.

didi111
03
8.11.2010, 12:09
So würde ich das nicht sehen..

Beispielsweise könnte man sich vom Tiroler Landkieberer Platter doch kein ernsthaftes Eingehen in diese Thematik erwarten.

Der wäre doch dabei heillos überfordert...

Es reicht bei diesem Menschen nur für ein Nachplappern der machtgeilen Thesen vom glatzenbongo und vom klanen Seppi aus OÖ.

Erinnern Sie sich bitte an die TV-Auftriotte Platters in der ZIB als Innenminister..

Diese gelten in der Szene derzeit als Lehrbeispiele für das Zeigen von intellektueller Überforderung.

monoton
04
8.11.2010, 11:48

diese selbstgefälligen landeshauptläute ertrage ich nicht mehr!
blockieren mit ihrem narzisstischen machtgehabe jede reform in österreich, da es ihnen macht und geld zum missbruch wegnehmen könnte um dann über einsparungen an der falschen stelle sich selbst zu profilieren!
dieses korrupte heuchlerpack soll verschwinden, solch eine aufgeblähte verwaltung braucht so ein kleines land nicht.
aber das geht ja wieder nicht, da nicht das land und die menschen wichtig sind sondern nur der machtmissbrauch und das Mästen all der freunderl

jürgen schmid
00
8.11.2010, 13:08
ein komischer

Kommentar zum obigen Artikel.

warum soll ein gewählter LH nicht seine Ablehnung gewisser Reformen zum Ausdruck bringen? Sausgruber kenne ich durchaus als integere Prerson ist also sicher nicht heuchlerisch oder gar korrupt.

MedicalDioctonary
23
8.11.2010, 11:47
Wichtigkeit Absurd

Die Absurdität des Föderalismus in A ist, dass VBG ein Bundesland ist mit ca 320000 Einwohner. Das ist etwa soviel wie Donaustadt und Favoriten in Wien.
Wer schert sich um die Äußerungen eines Bezirksvorstehers? Niemand! Eben!
Warum hat daher ein besserer Bezirksvorsteher wenn er vom Land kommt soviel Macht. Weil wir eben feudal föderal sind. Also Favoriten und Donaustadt sollen auch einen LH bekommen, dann ist Absurdistan endlich total real.

dieDritteGeneration
00
9.11.2010, 00:07

Wenn Österreich wirklich föderal wär, würde Vorarlberg noch viel besser dastehen. Die Blockierer und Reformverweigerer sind in Wien und seinem Umland.
Als ob Größe so entscheidend wäre. Lebensqualität zählt, und wer will schon in Favoriten wohnen? Übrigens, in der Schweiz gibts einen Kanton, der grad mal 15.000 Einwohner hat. Kriminalität und Arbeitslosigkeit sind dort nahezu unbekannt.

frank_the_tank
01
8.11.2010, 13:27

Ihrer Föderalismuskritik schließe ich mich an. Dennoch kann es nicht der Weisheit letzter Schluss sein, Macht über die Bevölkerungsanzahl zu definieren. Mit dieser Einstellung wäre beispielsweise die EU nicht realisierbar. Und vielleicht schauen sie auch nochmal nach, wie viele Einwohner Vorarlberg denn nun wirklich hat. Ihre Schätzung geht dann doch leicht daneben.

MedicalDioctonary
00
8.11.2010, 14:37
Stat Austria

Vorarlber 2009 376 000 Inhab. Wikipedia 370294 ( 2010) also die 50 k machen aus einem BV noch keine LH

felix2006
00
8.11.2010, 12:23
und in der EU?

wenn nur einwohnerzahlen zählen hätte auf eu-ebene gesehen österreich dann aber ganz schlechte karten.

King David
01
8.11.2010, 12:16

Genau meine Meinung. Warum dann also keine Autonomie für Vorarlberg?

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