RockMelt: Der Browser für die Facebook-Generation

8. November 2010, 09:42
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Netscape-Veteranen wollen Surf-Erlebnis ganz rund um das soziale Web aufbauen - Setzt auf Google Chrome auf

"Es ist eine fantastische Zeit eine neue Firma rund um einen Browser aufzubauen", sagt einer der einschlägige Erfahrungen in dieser Branche hat: Marc Andreessen, einer der Netscape-Gründer, hat sich mit anderen Veteranen aus der frühen Browser-Phase zusammengetan, um es noch einmal zu probieren. Mit RockMelt will man einen Browser anbieten, der seine Lehren aus der Tatsache zieht, dass viele Web-NutzerInnen mittlerweile einen großen Teil ihrer Online-Zeit in sozialen Netzwerken verbringen, dies berichtet die New York Times.

Aufbau

Dabei ist man freilich nicht so verwegen, alles von Grund auf neu gestalten zu wollen, immerhin ist gerade die Erstellung einer modernen Rendering Engine nicht gerade ein trivialer Akt. Also bedient man sich in dieser Hinsicht bei Google Chrome beziehungsweise dessen Open Source Basis Chromium und der auch von Apple genutzten Rendering Engine Webkit. Das Interface von RockMelt erinnert denn auch auf den ersten Blick stark an Chrome, fügt aber einige neue Elemente hinzu.

Interface

So fordert der Browser die NutzerInnen beim ersten Start dazu auf, ihren Facebook und/oder Twitter-Account (in Zukunft sollen hier noch weitere Services integriert werden) anzugeben, ist dies erfolgt, werden die wichtigsten Kontakte am linken Rand des Browser-Fensters mit Miniaturbild eingeblendet. Hier wird dann deren aktueller Online-Status eingeblendet, zudem gibt es die Möglichkeit sie direkt zu kontaktieren. Auf der gegenüberliegenden Seite finden sich Icons, mittels derer über aktuelle Status-Updates in den verschiedenen Netzen informiert wird. Neben den bereits erwähnten Services gibt es hier auch einen kleinen Chat-Client und die Möglichkeit RSS-Feeds zu beziehen. Aktuelle Updates werden dabei gleich direkt in der Browser-Oberfläche dargestellt werden, wenn auf das entsprechende Icon geklickt wird.

Ein weiteres wichtiges Design-Element von RockMelt ist ein "Share"-Knopf, der neben der Adresszeile prangt, und über den schnell interessante Info-Schnippsel mit Facebook und Co. geteilt werden können. Im Gegensatz zu Chrome gibt es bei dem neuen Browser ein eigenständiges Suchfenster, wobei die wichtigsten Ergebnisse gleich direkt beim Eintippen in Form einer Mini-Vorschau eingeblendet werden, zudem lässt sich schnell mit den Tasten durch diese Navigieren.

Tests

Derzeit befindet sich RockMelt noch in einer nicht-öffentlichen Test-Phase, wer die Software ausprobieren will, muss sich dafür zunächst mal auf der Webseite anmelden - dies mit dem eigenen Facebook-Account. Die Software soll kostenlos erhältlich sein, finanzieren will man sich - wie etwa auch Mozilla - über die Suchmaschinenanbindung. RockMelt ist übrigens nicht der erste Browser, der sich eine bessere Integration mit dem "sozialen Web" auf die Fahnen geheftet hat. So versucht sich mit Flock schon seit einigen Jahren ein anderes Produkt an dieser Sparte, dies bislang mit wenig Erfolg. (red, derStandard.at, 08.11.10)

Der WebStandard auf Facebook

  • Rockmelt stellt das eigene soziale Netzwerk ganz in den Vordergrund.
    grafik: rockmelt

    Rockmelt stellt das eigene soziale Netzwerk ganz in den Vordergrund.

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