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Bis 2014 will das Wissenschaftsministerium im Bereich der außeruniversitären Forschung 28,1 Millionen einsparen: vier Millionen Euro 2011 und ab dann jährlich 8 Millionen. Konkret bedeutet das, dass knapp 50 Einrichtungen noch bis Mitte 2011 ihre Basisfinanzierung kriegen und diesbezüglich ab 1. Juli vor dem Nichts stehen. Etliche davon werden diese drastischen Kürzungen wohl nicht überleben.
Die Liste der betroffenen Institute ist lang und ihre wissenschaftliche Qualität schwer vergleichbar. Angesehene und international tätige Forschungseinrichtungen wie das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik (ESI), das Internationale Forschungsinstitut Kulturwissenschaften (IFK) oder das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) sind ebenso darunter wie das Institut für Höhere Studien (IHS), das Zentrum für Soziale Innovation (ZSI), das Österreichische Institut für Internationale Politik (ÖIIP) oder das Europäische Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, die eher anwendungsorientierte Forschung auf hohem Niveau betreiben. Viele der betroffenen Institute gerade auch im sozialwissenschaftlichen Bereich werben zudem eine ganze Menge an Drittmittel aus der EU ein.
Von der Radikalkürzung ausgenommen sind die Institute der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG), die erst kürzlich reformiert wurde. Sie seien mit ihrem Budget von über drei Millionen Euro zu groß, heißt es. Der Fortbestand sei ihnen herzlich vergönnt. Vielleicht hat es auch geholfen, dass an der LBG-Spitze Raiffeisen-General Christian Konrad steht.
Noch wichtiger als die Drittmittel ist der wissenschaftliche Mehrwert von Instituten wie dem ESI, dem IFK oder dem IWM in puncto Nachwuchsförderung und Internationalisierung. Durch die Vernetzung mit Spitzenforschern und internationalen Top-Unis wie Harvard, Oxford, Princeton oder ETH Zürich profitieren natürlich auch die heimischen Uni-Forscher sowie der Forschungsstandort insgesamt.
In - Daumen mal Pi - dreißig der vierzig Fälle ist dieser Standort übrigens Wien. Da wird auch gerade über Budgets verhandelt. Man darf freilich davon ausgehen, dass die Stadt Wien wohl nicht für den Bund einspringen wird. Offen allerdings bleibt die Frage, was mit Instituten wie dem IWM passieren wird, bei dem sich bisher Bund und Stadt die Basisfinanzierung teilten.
Die betroffenen Institute sind vergleichsweise billig. Die Basisfinanzierung des international evaluierten und für exzellent befundenen ESI beträgt zum Beispiel 750.000 Euro jährlich. Das sind gerade einmal die Kosten von zehn Metern der 130 Kilometer langen Koralmbahn. Aber unsere Regierung scheint im Moment weniger in kluge Köpfe, sondern lieber in Bohrköpfe zum Tunnelbohren investieren zu wollen.
Die Schaden für den Wissenschaftsstandort Österreich sind angesichts der geringen Einsparungen in jedem Fall enorm. Gerade durch die internationale Vernetzungsarbeit von Instituten wie dem ESI, dem IFK oder dem IWM haben sich die dramatischen Nachrichten in der Wissenschaftswelt längst herumgesprochen. Wissenschaftsministerin Karl in der Zwischenzeit allein rund 100 Protestbriefe auch von Nobelpreis- und Fields-Medaillengewinnern erhalten, die gegen die Einsparungen beim ESI protestieren. Daneben läuft auf lokaler Ebene die Protestplattform wissenschaft.research.at, auf der auch schon über 3000 Personen gegen den budgetären Kahlschlag der Wissenschaft mit ihrer Unterschrift gezeichnet haben.
Ob sich dadurch noch etwas verhindern lässt, bleibt abzuwarten. Angeblich gibt es geringe Sondermittel im Ministerium, mit denen das eine oder andere Institut an einer Universität weiterfinanziert werden soll. Nach welchen Gesichtspunkten diese Auswahl getroffen wird, bleibt abzuwarten. Wissenschaftliche Qualität war bei den bisherigen Kürzungen klarerweise kein Kriterium.
Politische Legitimationsbeschaffung könnte hilfreich sein. Bernhard Felderer, Chef des von den Kürzungen bedrohten IHS, hat - als so ziemlich einziger Experte überhaupt - den Koralmtunnel jedenfalls schon einmal für volkswirtschaftlich sinnvoll erklärt.
Protokoll der Archivsuche und Antwort des Suchenden
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Meine erste und wohl auch letzte Begegnung mit dem Neurologen und Sachbuchbestsellerautor Oliver Sacks schaffte es sogar selbst in ein Buch, wenn auch irregulärerweise. Das trägt den Titel "Wie Franz Beckenbauer mir einmal viel zu nahe kam" und enthält mehr oder weniger originelle Zufallsbegegnungen mit Prominenten. Meine Begegnung in der Akademie der Wissenschaften war nicht ganz zufällig, aber immerhin recht witzig.
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Unter den von der Schließung bedrohten außeruniversitären Einrichtungen nimmt das Erwin-Schrödinger-Institut (ESI) eine Sonderstellung ein
Die Invektiven fliegen offenbar wieder niedrig, diesen Herbst.
Der Autor mag viel von der Praxis der Wissenschaft verstehen, aber das mit der Infrastruktur ist ein wenig komplexer: Es beginnt mit der Banalität, das Schienen immer teuer, Ihre Planung und Betrieb sehr langfristig angelegt und Eisenbahnen (ähnlich wie Krankenhäuser oder Universitäten) auf intrikate Weise nicht sehr zur rein marktwirtschaftlichen Betrachtung geeignet sind.
Es ist halt nicht alles ein Argument, nur weil es gut in der Hand liegt...
Aber das ändert rein gar nix an der Kernaussage des Artikels: Dieses Budget fährt die Wissenschaft und ihre Lehre mit grandioser Gleichgültigkeit an die Wand!
es ist ja auch nur ein vergleich - würde man es damit vergleichen, wie viele ÖBBler oder vorgebliche "hackler" direkt vom schreibtisch mit knapp über 50 in pension gehen und wie viele bauern ihre möst. um das geld zurückerstattet bekommen werden, wird es noch viel ärgerlicher...
da haben wir nämlich nicht mal schieneninfrastruktur drum, sondern nur einen haufen holzköpfe, die aus dankbarkeit für so viel bevorzugung beim nächsten mal wieder brav ihr kreuzerl bei gewissen anderen holzköpfen machen werden...
Nicht das der Red. nicht promoviert hätte. Dr.T. ist allerdings Wissenschaftshistoriker!
Also kein "richtiger" Wissenschafter, weder Natur- noch sonst was und auch nicht Wirtschafter. Seine Vita sagt Studien der Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien.
Na ja, ob man sich damit einer qualifizierten Aussage über ein Bauprojekt, das bei Volks- und Wirtschaftswissenschaftern Uneinigkeit hervorruft entledigen kann, sei dahingestellt. Qualifikation dafür besteht offenbar ausbildungsmäßig dazu keine.
Aber Dr.T. gibt uns ja auch im Science-Bereich Gelegenheit für manchen Schmunzler. Vielleicht ein würdiger Nachfolger als Bahn-Schreck für Frau U.
...soll sein. Wenn´s noch lieferbar wäre, hätte ich´s mir bestellt - im Zweifel kann man´s ja noch wo unterlegen.
Ulrike Felt ist mir natürlich ein Begriff, auch vom CERN, da ich selbst theoretische Physik studiert habe. Allerdings dürfte das die eintige Zusammenarbeit mit T. gewesen sein.
Aus Helga Nowotny ist dann auch was geworden, immerhin Präsidentin des ERC uvm.
Und Dr.T ist Redakteur beim Standard.....
Wenn man sich bemüßigt fühlt, irgendetwas bewerten zu müssen ("Das sind gerade einmal die Kosten von zehn Metern der 130 Kilometer langen Koralmbahn."), dann muß man das auch bewerten KÖNNEN.
Denn spätestens seit der BauMax Werbung mit Preis und Wert sollte auch der wirtschaftlich Unbedarfste den Unterschied erkannt haben.
Unbenommen des Bedarfs der Institute ist der Preis für die jeweiligen Leistungen und der Wert für den Einzelnen und die Gemeinschaft nicht vergleichbar!
Man könnte ja auch entgegenhalten, dass die Sozialausgaben rein akademisch "Perlen vor die Säue" wären und viel besser im Wissenspotential Österreichs aufgehoben wären. Das ist natürlich politisch nicht tragbar, aber rein formal genauso probat wie o.g. Vergleich.
ohne jetzt ins detail zu gehen, und zu hinterfragen, wieso sie das studium der theoretischen Physik zum Fachmann fuer Tunnelbau und Langzeitfolgen macht, und was 'wirkliche' Wissenschaften sind:
der gute Herr T ist noch gnaedig, weil jeder der in Ö Zahlen lesen kann, weiss, das das am Ende der Bauzeit (das wird wahrscheinlich 2050 sein) wahrscheinlich ein halber Meter Koralmtunnel ist. Das wird - ich vermute hier ins blaue - auch in etwa der gesamtsumme des 'spezialgeraete-spezialfirmen-maessiggenauspezifizierterarbeitsauftrag' anteil der in der umgebung fliessen wird entsprechen.
blos so.
>Die betroffenen Institute sind vergleichsweise billig. Die Basisfinanzierung des international evaluierten und für exzellent befundenen ESI beträgt zum Beispiel 750.000 Euro jährlich. Das sind gerade einmal die Kosten von zehn Metern der 130 Kilometer langen Koralmbahn. Aber unsere Regierung scheint im Moment weniger in kluge Köpfe, sondern lieber in Bohrköpfe zum Tunnelbohren investieren zu wollen.<
In diesem Absatz finde ich nicht nur eine Aussage zum Bauprojekt, ich finde ihn sogar als Verächtlichmachung jener, die ein solches projekt ausführen.
Man sollte halt die Verhältnisse wahren.
Auf der einen Seite werden mit einem Selbstverständnis Einzelprojekte in der Infrastruktur bewilligt und finanziert, die jährlich teilweise mehrere hundert Millionen Euro kosten und ihre Baukosten meist noch enorm überschreiten.
Andererseits wird bei der Wissenschaft offenbar um jede Million gefeilscht.
Da wird nicht gefeilscht. da wird offenschtlich kaputtgespart. Ohne grosse Relavanz für's Budget.
Absichtlich
um sich Konkurenz vom Leib zu schaffen.
http://derstandard.at/128866010... er-richtig
Es gibt riesige Einsparungpotentiale, nur muß man sie erkennen - wollen.
Ein Beispiel:
Regionenring um Wien, Einsparungspotential mindestens 10 % von rund 2.000 Mill EURO: 200 Mill EURO
Damit könnte man problemlos die beschriebenen - and weitere - Institutionen finanzieren.
http://so-for-humanity.com2000.at SFH-3336, SFH-3310, SFH-1905 etc
Über die Irrtümer der ''Wissensgesellschaft''. Über Pisa, Bologna und die Millionenshow. Von Konrad P. Liessmann, österreichischer Philosoph. Ich lese das gerade als Nichtakademiker und finde es sehr spannend!
.. der herr felderer 1. aus seinem fehler gelernt hat, und 2. ob die resultierende bestrafung dafür (schliessung des instituts) nicht ein wenig hart ist.
ansonsten schliess ich mit den postings weiter unten an: den tunnel ein fach die einen oder andern 10m kürzen :)
da greift man sich auf den Kopf wenn man sich ansieht wie eine andere Zeitung dieses Thema aufgreift:
http://diepresse.com/home/scie... e/index.do
hier erfolgt ein kahlschlag der außeruniversitären sozialwissenschaftlichen forschung, den nicht einmal gehrer in diesem ausmaß gewagt hat.
diese institute sind u.a. höchst erfolgreich im einwerben von eu-mitteln. deren anteil am gesamtbudget beträgt nicht selten 70% und mehr. ABER: keine basisfinanzierung - so gut wie keine eu-mittel.
und damit ja nicht zu viele eu-mittel eingeworben werden, werden der FFG die mittel zur förderung der antragstellung bei der eu gekürzt.
rotschwarz übertrifft hier schwarzblauorangebraun.
Ja, das ist die Zukunftstrategie: wir behalten uns nur die zehn besten Forscher und alle anderen schicken wir heim (Forscherinnen sowieso zurueck an den Herd). Damit haben wir sofort die schon so lange ersehnte Weltspitze erreicht. Fuer die Ausbildung der Studenten an der Uni schulen wir einfach ein paar beamtete Postler um und sparen somit doppelt Geld. Problem geloest.
Das frei werdene Geld sollte dann an die Politker als Boni ausbezahlt werden, fuer die weltklasse Leistung die sie erbringen.
wie viele % der koralmfinanzierung geht eigentlich an dubiose beratungsfirmen, lobbyisten, parteinahe manager (egal welcher partei), ...? und wie viel geld wird wirklich in den tunnel investiert?
ich vermute, dass alleine mit dem ersten teil die wissenschaft in österreich für mehrere jahre gesichert wäre...
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