Dem Big Bang einen wesentlichen Schritt näher gekommen

7. November 2010, 21:39
  • Oben und unten: Zwei der Kollisionen von Blei-Kernen beim ALICE-Experiment: Die Linien stellen die rekonstruierten Bahnen der entstehenden Teilchen dar, die Farben repräsentieren die Energie der Partikel. Die Zusammenstöße der Blei-Atomkerne produzieren bis zu 3.000 geladene Teilchen.
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    Oben und unten: Zwei der Kollisionen von Blei-Kernen beim ALICE-Experiment: Die Linien stellen die rekonstruierten Bahnen der entstehenden Teilchen dar, die Farben repräsentieren die Energie der Partikel. Die Zusammenstöße der Blei-Atomkerne produzieren bis zu 3.000 geladene Teilchen.

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  • Die Cern-Wissenschafter warten ungeduldig auf die ersten Ergebnisse nach den Kollisionen.
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    Die Cern-Wissenschafter warten ungeduldig auf die ersten Ergebnisse nach den Kollisionen.

LHC-Experimente treten in neue Phase und produzieren Zustand, wie er 0,00000000001 Sekunden nach dem Urknall herrschte

Genf/Didcot - Der LHC im Cern bei Genf hat einen wesentlichen Schritt in Richtung "Big Bang"-Simulation gemacht und damit Hand in Hand gehend auch einen neuen Hitzerekord aufgestellt: die Physiker am Europäischen Teilchenforschungszentrum ließen Blei-Atomkerne miteinander kollidieren und erzeugten damit für einen kurzen Moment subatomare, zehn Milliarden Grad heiße "Mikro-Feuerbälle".

Die erzeugten Zustände entsprächen "den höchsten Temperaturen und größten Dichten, die jemals in einem Experiment erreicht worden sind", sagte David Evans von der Universität Birmingham am Sonntag, der am Alice-Detektor des LHC arbeitet. 

Wesentlicher Schritt in Richtung Big Bang

Was die Wissenschafter da erreicht haben, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Urknall. Die diesen Experimenten zugrunde liegende Theorie geht davon aus, dass das Universum in der Vergangenheit kleiner war. Aufgrund thermodynamischer Gesetze muss es daher auch heißer gewesen sein; die Teilchen bewegten sich mit höheren Geschwindigkeiten und Kollisionsenergien.

Nähert man sich dem Urknall an, dann werden die Kollisionsenergien - und damit auch die Temperaturen - einmal so hoch, dass selbst Atomkerne nicht mehr ganz bleiben. Das Universum ist zu diesem Zeitpunkt voller freier Protonen und Neutronen. Dies sind die Energien, die notwendig wären, um einen Kernfusions-Reaktor wie ITER zu betreiben.

Der nächste Schritt ist dann ein vergleichsweise großer: bis 0,00000000001 Sekunden nach dem Urknall herrschten noch dramatischere Zustände. "Bei diesen Temperaturen schmelzen sogar Protonen und Neutronen, aus denen die Atomkerne bestehen", erläuterte Evans. Quarks und Gluonen erfüllen das Universum. Diese besondere Form von Materie wird "Quark-Gluon-Plasma" genannt, obwohl neuere Experimente am Relativistic Heavy Ion Collider (RHIC) im Brookhaven National Laboratory in Upton, New York, eher auf eine "Quark-Gluon-Flüssigkeit" hinweisen.

Dies ist jener Zustand, der in den aktuellen LHC-Experimenten für kurze Zeit erreicht wird - allen voran ALICE (A Large Ion Collider Experiment), ein Experiment, das genau für diesen Zweck entwickelt wurde. Aus dem "Quark-Gluon-Plasma" hoffen die Forscher, mehr über die Starke Kraft zu lernen, eine der vier fundamentalen Naturkräfte. Die Starke Kraft hält die Atomkerne zusammen.

Umstellung auf Blei-Atomkerne

"Wir sind begeistert von diesem Erfolg", jubelte Evans. "Ich freue mich darauf, ein kleines Stückchen von dem zu erforschen, woraus das Universum eine millionstel Sekunde nach dem Urknall bestand." Der Large Hadron Collider (LHC) war zum Wochenende erstmals auf die schweren Blei-Atomkerne umgestellt worden, nachdem sieben Monate lang Versuche mit leichten Wasserstoffkernen (Protonen) gelaufen waren. (red/APA/dpa)

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Beim Urknall gab es noch keine Blei-Atome

um das geht es auch gar nicht

eins noch

rein theorethisch und ich bleibe sehr realitätsfremd:
angenommen es würde bei den versuchen ein schwarzes loch entstehen. es würde sich langsam mit materie vermehren.langsam größer werden.ja so ganz langsam würde sich da was aufbäumen in den rohren des alice projektes ( der name schon uh uh )naja sowas kann man nicht mehr aufhalten.dann würde ein rießiges schwarzes loch entstehen bis es total groß ist sich zusammenpresst irrsinnig dicht wird und daraus dann ein neuer urknall entsteht.milliaren von jahren später wird sich wer fragen : woher kommen wir ? und einen teilchenbeschleuniger bauen. kreislauf der natur.leute zeigt humor den rein theoretisch wärs möglich.ganz nebenbei eine andeutung was vorher gewesen sein könnte

erinnert mich an diese asimov-kurzgeschichte:

http://www.multivax.com/last_question.html

fuer so ein konventionelles, kleines schwarzes loch braucht man schon cirka 2.5 mal die sonnenmasse.
das waeren 5*10^30kg, kurz, 1_000_000_000_000_000_000_000_000_000 lkw ladungen - wer soll denn das zahlen?

der Bund soll das bezahlen, die Länder übernehmen die Organisation und Verwaltung!

ganz schön originell. hatten wir hier noch nie.

doch hatten wir weiter unten (in leichter abwandlung) :D ich finde den Post aber leider in dem Gewirr von 581 anderen nicht mehr.

Au we jetzt sinds schon 582

hallo

hallo, sehr geehrte damen und herren. ich bin ein abkömmling des verarmten proleteriats.und um ehrlich zu sein es schlummert ein großer geist in mir. während ich am produktionsband stehe und meinen sozialistischen träumen nachhänge, denke ich auch viel nach.und das ist anstrengend.ja ein denkender proletarier. aber ich bin interstellarer weltraummüll wie ihr auch !

nun hier zum thema:
zuerst war gott- das war wissenschaftlich erwiesen.
-man kam drauf das es ziemlich abgefuckter bockmist war, bougeosr schmarrn um die massen zu unterdrücken.

wisst ihr mir is diese urknalltheorie schon viel lieber.
nur leute aus dem nichts entsteht nunmal nichts.
und dann kam man drauf....
sozialistische grüße bussal und freundschaft

das vor dem urknall in 4 dimensionen nichts war, bedeutet nicht, das nichts war, was von theoretikern auch nicht angenommen wird.
Die wissenschaft im popperschen sinn kann keine aussagen darüber treffen was davor war, oder ob etwas davor war. Das dieser umstand für viele menschen logische probleme beinhaltet, verstehe ich.
Versteht man die schwäche der gravitation, weiß man vielleicht einmal mehr....

Die Komplezität eines Modelles lässt sich sehr leicht reduzuieren, nimmt man nur mindestens einen zeitllich definierten Bezugspunkt an mit Randbedingungen an. Schwups die wup landen wir irgendwannn bei einer mathematischen Genauigkeit von 0.00...1s.
Doch wie hoch ist die Modelfehlerhaftigkeit?

Heutzutage können Wissenschaftler ja nicht einmal einstimmig das irdische Wetter/Klima vorhersagen (Modelle gehen von es wird kalt bis es wird wärmer).
Wissenschaftler können nicht einmal die Temperatur die am 01.01.2010 um 00:00 beim Stephansplatz vorgeherscht hat modelhaft rückrechnen.
Also ein Model das agenommene 14MrdJahre auf 0,0...1s außerirdisch rechnet impliziert bereits, die Modelfehlerwahrscheinlichkeit geht gegen unendlich ...

Lesen Sie Randall, Verborgene Universen. Ein populärwissenschaftliches Buch von einer brillianten Theoretikerin, für Ihren Erkenntnisgewinn.
Sie sollten die Wissenschaft nicht angreifen, wenn es um das Wetter/Klima, da die Einflussfaktoren zahlreich und hochkomplex sind.

"yomellamo" hat recht

außerdem geht es nicht um eine Hochrechnung! Es werden Bedingungen von extrem hohen Temperaturen erzeugt von denen man berechtigter weise ausgeht, dass sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben könnten.
Dann wird mit den verschiedenen Detektoren "Atlas, Alice,..." gemessen welche Teilchen sich wann, wie schnell, in welche Richtung bewegen, wie schnell sie zerfallen, usw.
Die Theorien der theoretischen Physiker sagen bestimmte Ereignise voraus, wenn diese Ereignise eintreten wissen wir, dass diese Theorie als Modell für diesen Prozess funktioniert.

ES GEHT NICHT UM EINE HOCHRECHNUNG IN IHREM SINN !

... wenn man von mathematik, physik und naturwissenschaft generell ueberhaupt keine ahnung hat, kann man eventuell ihren standpunkt einnehmen, wenn man nur egozentrisch genug orientiert ist.

Wär das nicht ein nettes Ende=Anfang für die Story:

Das Universum hat eine Art Periodizität dadurch, daß es immer dann neu beginnt wenn sich intelligentes Leben so weit entwickelt hat, daß die in Experimenten Zustände des Ursprungs des Universums wieder herstellen...

:)

Ich fände ein Universum mit Levels irgendwie spannnender.

Solang...

... wir nicht wissen können, WARUM etwas existiert, was vor dem Anfang war, wo das Ende des Universums liegt, ob außerhalb dieses Universums es noch etwas gibt und was es ist, bleibt das Universum absurd, weil mit dem Verstand nicht erfassbar. Daher ist es völlig * EGAL *, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, denn so wie wir Gott (oder wie auch immer wir ihn/sie/es nennen) nicht erfassen können, da wir nichts erfassen können, das keinen Anfang und kein Ende hat, so können wir das Universum ebenfalls nicht erfassen.

Daher jemandem rote Striche zu geben, weil er sagt "Ich WEISS NICHT, ob es Gott gibt, ich schließe es einfach nur nicht aus", beweist, wie beschränkt man ist und welche latente Angst man hat, als religiös zu gelten. :-)

Was ist für sie "das Universum" ?

Das Universum, an sich, ist nicht erklärbar, da wir über die Zeit vor dem Anfang nichts wissen können, wie auch nicht wo/ob das Universum endet. Kurz: Wir können das Universum nicht erfassen.

Daher weiß niemand, was das Universum tatsächlich ist.

Zumindest wissen wir was es nicht ist!

aha

das hat zwar nicht meine Frage direkt beantwortet, aber ich gehe davon aus, dass das Universum für sie ALLES ist was IST, ob wahrnehmbar oder nicht. Dazu kann ich nur sagen, es gib Theorien dazu, die, wie sie richtig sagten, nicht falsifizierbar sind. ABER warum soll mich etwas interessieren, das keinerlei messbare/beobachtbare Auswirkungen auf das hat, das wir wahrnehmen können. Etwas was wir nicht wahrnehmen/messen können, wie zum Beispiel das äußere des Universums oder die Zeit vor dem Urknall kann genau so gut vernachlässigt werden. (da wir das gleiche beobachten würden, als wäre es nicht da, denn wenn wir es beobachten könnten hätten wir Informationen davon und könnten ein Modell darüber erstellen, können wir es vernachlässigen)

ach ja, da wär noch was

Tautologisch gesprochen: Wenn das Universum alles ist was IST. Dann gibt es nichts was IST was nicht das Universum ist. Es hätte also keinen Sinn sich etwas "äuseres" bzw "vorheriges" des Universums vorzustellen. Wenn beim Urknall alles entstanden ist (also auch Raum und Zeit) gibt es keine Zeit vor dem Universum und kein äußeres des Universums.

...außer

beim Urknall ist auch "die Zeit davor" und "außerhalb des Universums" entstanden. Undenkbar? Vielleicht doch nicht ...http://www.astronews.com/news/arti... -011.shtml und http://de.wikipedia.org/wiki/Schl... ravitation

Bitte um rote Stricherln wegen abwegiger Gedanken!

das was sie hier schreiben, hat nur dann sinn, wenn sie das wahrheitsideal der wissenschaft auf messbarkeit und beobachtung beschränken.
Da dies dem menschen aus gutem grund unvollständig erscheint, gibt es die theoretische physik und die mathematik.

naja

Alle Physikalischen Theorien müssen überprüft werden können. Dazu benötigt man ein Experiment. Die theoretische Physik kann auch vorhersagen für Phänomene treffen, die wir nicht beobachten können. Kann aber nur für das beobachtbare Universum bewießen werden.

Man kann natürlich eine Theorie (z.B. die Multiversumtheorie) die auf einem nicht beobachtbaren Phänomen beruht verwenden um damit erfolgreich vorhersagen für das Universum treffen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass wenn ich das Phänomen mit dieser Theorie beschrieben habe, dass ich das nicht beobachtbare Phänomen bewießen habe.

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