Wahlbeteiligung bei 50,1 Prozent - Manipulationsvorwürfe der Opposition
Baku/Istanbul - Bei den Parlamentswahlen in der
östlichen Kaukasusrepublik Aserbaidschan hat sich erwartungsgemäß ein
Sieg der Partei von Staatspräsident Ilham Alijew abgezeichnet. Wie
Nachwahlbefragungen am Sonntag ergaben, konnte Alijews Partei Neues
Aserbaidschan (YAP) mehr Sitze erringen als jede andere angetretene
Partei. Der Urnengang wurde begleitet von Manipulationsvorwürfen der
Opposition, die die internationale Gemeinschaft zur Beobachtung und
Bewertung der Wahl in dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land
aufforderte.
4,8 Millionen Wahlberechtige, Wahlbeteiligung lag aber nur bei 50,1 Prozent
"Ich bin sicher, dass wir gewonnen haben. Wir sind mit unseren
Ergebnissen sehr zufrieden", sagte der YAP-Vizechef Ali Ahmedow
Journalisten in der Hauptstadt Baku. Die Wahl sei ein erfolgreicher
Schritt zur Entwicklung der Demokratie. Wie die aserbaidschanische
Nachrichtenagentur Trend weiter berichtete, lag die amtlich
festgestellte Wahlbeteiligung in der Kaukasus-Republik bei 50,1
Prozent und damit etwas höher als fünf Jahre zuvor. Mehr als 4,8
Millionen Wähler waren aufgerufen, unter fast 700 Kandidaten ihre
Vertreter in dem 125 Sitze zählenden Parlament zu bestimmen.
Seit der vergangenen Wahl im Jahr 2005 hat die Regierungspartei
64
der 125 Sitze in dem Einkammerparlament in Baku inne. Auch damals
waren Betrugsvorwürfe erhoben worden. Alijew regiert das erdgasreiche
Land seit dem Jahr 2003 als Nachfolger seines Vaters Hejdar. (APA/AFP/dpa)