Regierung Berlusconi liberalisiert W-LAN-System in Italien

6. November 2010, 13:47

Anti-Mafia-Behörden besorgt

Die Regierung Berlusconi liberalisiert das W-LAN-System in Italien. Der Ministerrat in Rom hat beschlossen, ein bis Ende dieses Jahres geltendes Dekret nicht zu verlängern, das aus Sicherheitsgründen strenge Regeln für die W-LAN-Verbindungen einführte. Das Dekret sah vor, dass Nutzer ihre persönlichen Daten mitteilen müssen, um Zugang zu einem W-LAN-System zu haben. Diese Maßnahme war vom Ex-Innenminister Giuseppe Pisanu zur Bekämpfung des Terrorismus ergriffen worden, sie hatte jedoch der Entwicklung des W-LAN-Systems in Italien schwere Schranken auferlegt. Ab dem 1. Jänner wird man auch in Internet-Cafes, auf Bahnhöfen, oder Flughäfen Zugang zu einem W-LAN-System haben können, ohne eine Fotokopie des eigenen Ausweises vorlegen zu müssen.

Entwicklung eingeschränkt

Das Dekret Pisanu wird abgeschafft, da es keine Vorteile im Kampf gegen den Terrorismus bewirkt, stattdessen auf beträchtliche Weise die Entwicklung des W-LAN-Systems in Italien beschränkt habe, berichtete Innenminister Roberto Maroni. Auch die Opposition begrüßte den Beschluss der Regierung.

Kritisch zeigte sich dagegen der Antimafia-Oberstaatsanwalt Piero Grasso. "Der freie Zugang zum W-LAN-System wird die Arbeit der Ermittler erheblich erschweren. Immer mehr Kriminelle werden das W-LAN-System nutzen, um keine Spuren zu hinterlassen", mahnte Grasso. (APA)

Lächerlich

Dass die Mafiabekämpfer glauben, die Mafia sei auf öffentliche WLAN-Hotspots angewiesen, um kommunizieren zu können, wirft ein bezeichnendes Bild auf diese Behörde.

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