Spanischer Immo-Markt kommt nicht auf die Beine

6. November 2010, 09:53
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Zahlreiche "Sonderangebote" warten auf Schnäppchenjäger - Viele Käufer warten aber ab, ob nicht die Preise noch weiter nach unten gehen

Zwei Häuser zum Preis von einem - auf diese Idee ist jetzt ein deutscher Hausbesitzer an der spanischen Costa Blanca gekommen: Wer ihm die 200 Jahre alte, renovierte Wassermühle "El Molino" im Weintal von Jalon mit 500 Quadratmetern Wohnfläche abkauft, bekommt ein ebenfalls komplett renoviertes Haus als Geschenk dazu. Bedingung: ein Kaufpreis von mindestens 790.000 Euro für das Anwesen, das seinen Angaben zufolge mehr als eine Million Euro wert ist. Die Aktion gilt bis Ende November, ist auf der Website des Immobilienbüros Spanish-Casas zu lesen.

Ob die Aktion von Erfolg gekrönt ist, wird sich weisen. Tatsache ist: Immer mehr solcher "Sonderangebote" sind nötig, um Immobilienkäufer in Spanien zu finden. Die Immobilienkrise auf der iberischen Halbinsel ist nämlich noch lange nicht ausgestanden. In den Jahren vor der globalen Finanzkrise schossen die Preise extrem in die Höhe, überall wurde gebaut. Dadurch hat sich der Markt völlig überhitzt, nun gibt es ein enormes Überangebot, das die Preise wieder ins schier Bodenlose rasseln lässt.

Mallorca als Schlusslicht

Besonders schlimm erwischt hat es die Balearen. Dort sind mittlerweile echte Schnäppchen zu bekommen, wie die Tageszeitung "Ultima Hora" kürzlich schrieb. Die Banken der Insel haben damit begonnen, ihre Immobilien regelrecht zu "verramschen". Preisnachlässe von bis zu 60 Prozent sind keine Seltenheit. 

Die Preise pendeln zwischen 50.000 Euro für eine Wohnung in der Touristenhochburg S'Arenal und bis zu 1,6 Millionen Euro für ein Chalet in Palmas Nobelviertel Son Vida. Allein La Caixa, die größte Sparkasse Europas, hat rund 1000 Immobilien auf diesem Niveau im Angebot. "Malle wird verramscht", titelte kürzlich die deutsche "Bild", unter nicht ganz sinnfreier Verwendung des Kosenamens für die spanische Insel - schließlich gilt sie immer noch als die Lieblings-Insel der Deutschen.

Manche Beobachter sehen das Schlimmste bereits überstanden, andere sind nicht so zuversichtlich. Derzeit warten nämlich viele potenzielle Käufer ab, ob es nicht doch noch weiter nach unten geht.

Vorsicht geboten

Interessenten wird ohnehin zur Vorsicht geraten. In Spanien wurden immer wieder Objekte ohne Baugenehmigung errichtet, Käufern kann es deshalb im schlimmsten Fall blühen, dass sie das eben erworbene Objekt abreißen lassen müssen. Nachträgliche Genehmigungen sind äußerst schwer zu bekommen. (red)

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    foto: derstandard.at/putschögl
  • Auch an der Plaça Maior mitten im Zentrum von Palma de Mallorca stehen zahlreiche Wohnungen zum Verkauf.
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    Auch an der Plaça Maior mitten im Zentrum von Palma de Mallorca stehen zahlreiche Wohnungen zum Verkauf.

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