"Tiroler Woche" kündigt Mitarbeiter

5. November 2010, 15:25

Gewerkschaft kritisiert Verleger scharf - Moser-Holding-Chef Petz: Entscheidung "unvermeidlich"

Die "Tiroler Woche" kündigte Donnerstag 31 Mitarbeiter ihrer Ausgaben Stubai/Wipptal und Kitzbühel sowie "Tip" und "Haller Lokalanzeiger". Bestenfalls ein Drittel der Mitarbeiter könne in andere Blätter übernommen werden, vermutet Michael Kress, Präsident der Mediensektion Kommunikation und Publizistik in der Gewerkschaft GdG-KMSfB, in einer Aussendung. Laut Regionalmedien Austria (RMA), dem Gratiszeitungsring von Moser Holding und Styria, sind weniger Mitarbeiter von der Kündigung betroffen. Genaue Angaben wollte der RMA zunächst nicht machen.

"Damit steht fest, dass den verlegerischen Flop, vor drei Jahren alteingesessene Lokalzeitungen wie etwa die 'Außerferner Nachrichten' in Gratisblätter umzuwandeln, nun die JournalistInnen und andere MedienmitarbeiterInnen ausbaden müssen", kritisiert Kress die Verleger. Dies sei nach der "Oberösterreichischen Rundschau" das "zweite Paradebeispiel dafür, wie erfolgreiche Lokalblätter durch die Geldgier von Verlegern als Gratisblätter ruiniert werden können."

Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding, zeigt sich in einer Stellungnahme gegenüber etat.at "überrascht von der Tonalität dieser Aussendung". Es handle sich um eine Entscheidung der RMA "die wir voll mittragen". Die Moser Holding betreibt den Gratiszeitungsring gemeinsam mit der Styria Media Group. "Produkte können sich im Markt nur halten, wenn auch das zugehörige Businessmodell stimmt", sagt Petz. Die Entscheidung bezüglich "Tiroler Woche" sei "unvermeidlich".

Die Gewerkschaft kritisiert weiters die Kollektivvertragsflucht durch Auslagerung des Redaktionspersonals. Kress fordert eine gesetzliche Regelung. Petz will "davon unbeeindruckt die konstruktiven Gespräche mit der Gewerkschaft fortsetzen", der VÖZ stehe "weiterhin für eine sozialpartnerschaftliche Lösung".#

"Es tut uns um jeden Mitarbeiter leid"

"Ich weiß nicht woher die Gewerkschaft ihre Informationen bezieht", sagt RMA-Vorstand Werner Herics, "sie sind in diesem Fall jedenfalls unrichtig. Wir haben vor Wochen transparent und gesetzeskonform die Veränderungen in der Tiroler Woche angekündigt. Einige Ausgaben der Tiroler Woche haben sich leider wirtschaftlich nicht so entwickelt wie erwartet. Wir mußten so reagieren, um anderen Unternehmsteilen und somit auch den dort beschäftigten Mitarbeitern die Chance zur weiteren Entwicklung zu ermöglichen."

Herics: "Es tut uns um jeden Mitarbeiter leid den wir verlieren und wir haben uns redlich bemüht, so viele wie möglich in unseren Unternehmen zu halten, betont Herics. Die Behauptung der Gewerkschaft, wir hätten 31 Mitarbeiter gekündigt und würden bestenfalls ein Drittel von ihnen in andere Blätter übernehmen ist schlichtweg falsch, sagt der RMA Vorstand. Richtig ist, dass wir uns von 14 Mitarbeitern trennen mussten, aber 14 Mitarbeiter der Tiroler Woche weiterbeschäftigen. (red)

Kommentar posten
10 Postings
Der Tip

hätte eine richtige Innsbrucker Zeitung werden können. Die moho hat ihn mühsam ruiniert. Von selbst ist das nicht gegangen.

gut für bio-abfall

ich verwende das ungelesen tip als verpackung für gemüseschalen. für den bioabfall eignet es sich hervorragend!

das Niveau der Tiroler Tageszeitung

kann man nur im Vergleich mit Gratisblättern sehen, denn auch diese Zeitung ist redaktionell völlig abgewirtschaftet.
So müssen mit der Zeit alle Gratisblätter dieses Verlages verschwinden, dass wenigstens kein vergleich mehr möglich ist.
Man bedenke, dass die Krone in Tirol im Vergleich zur TT ein redaktionell hochwertiges Blatt ist.

Vor 10 Jahren war das noch nicht so.

die tt finanzierte sich zum großteil ja schon immer über die katholischen todesanzeigen...

wobei hierorts das spezifikum zum tragen kommt, dass man die todestage jährlich mit einer neuerlichen todes-Erinnerungs-anzeige abfeiert... oft 3 seiten voll davon: ein geschäft!

der markt bereinigt sich...

Petz und das Businessmodell:

Der "größenwahnsiggste Verleger aller Zeiten" kennt nur ein Businessmodell. Kosten reduzieren, Mitarbeiter abbauen, Gewinn maximieren.
Warum er gescheitert ist ist daher sonneklar. Keine Zukunft ohne Vision, Investition und zufriedene Mitarbeiter. Petz ist kein Verleger sondern ein kleinkarierter Buchhalter! (Sorry Buchhalter)

dumm, dümmer moser holding

Man bemerke

ausserdem die Wortwahl: Die "Tonaiität" der Aussendung gefällt diesem Meister der Sprache nicht!! Karl Kraus rotiert im Grab und die NFP erscheint als leuchtendes Beispiel von Qualität gegen diesen Vollkoffer!

Hermann Petz - bitte weitermachen

Die Gratisbezirksblätter sind so interessant wie das Altpapier, in das sie UNGELESEN hineinfliegen. Je früher sie hin sind, desto besser.

stimme voll zu .... nur sie hätten´s groß scheiben sollen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.