Google Maps-Fehler schürt Konflikt in Mittelamerika

  • Search Engine Land zeigt den Grenzverlauf zwischen Nicaragua und Costa Rica auf Google Maps und Bing zum Vergleich.
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    foto: searchengineland.com

    Search Engine Land zeigt den Grenzverlauf zwischen Nicaragua und Costa Rica auf Google Maps und Bing zum Vergleich.

Truppen aus Nicaragua in Costa Rica - angeblich wegen fehlerhafter Grenzziehung auf Google Maps

Eine falsch gezogene Grenze auf Google Maps soll einen seit langem schwelenden Konflikt zwischen Nicaragua und Costa Rica zum Ausbruch gebracht haben. Ein nicaraguanischer Militär-Kommandant soll auf dem Gebiet von Costa Rica ein Camp errichtet und eine Flagge von Costa Rica entfernt haben. Das berichtet Search Engine Land unter Berufung auf Costa Ricas größte Zeitung La Nacion.

Streit um Grenzgebiet

Truppen Nicaraguas seien auf die Insel Calero und damit auf das Gebiet Costa Ricas vorgerückt, klagte die Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla. Sie warf dem nördlichen Nachbarland den "eklatanten Bruch" eines Grenzabkommens aus dem 19. Jahrhundert vor. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wollte sich am Donnerstag erneut mit dem Konflikt befassen. Die Regierung Nicaraguas wies die Vorwürfe Costa Ricas zurück. Die Insel am Grenzfluss San José gehöre eindeutig zu Nicaragua, und es gebe deshalb auch keine Truppen auf dem Gebiet Costa Ricas. Ganz im Gegenteil habe Costa Rica Polizeieinheiten auf die Insel entsandt und damit auf das Hoheitsgebiet Nicaraguas. Costa Rica hat seine Streitkräfte 1948 abgeschafft.

Falsche Grenzziehung

Die Zeitung wirft dem nicaraguanischen Militär vor, eine falsche Google Maps-Zeichnung als Vorwand für den Einfall in Costa Rica zu nehmen. Die offiziellen Karten beider Länder würden den richtigen Grenzverlauf zeigen, ebenso Microsofts Bing-Maps.  Präsidentin Laura Chinchilla habe die Bevölkerung im Fernsehen aufgerufen, sich nicht provozieren zu lassen.

Google will Grenzen überarbeiten

Eine Google-Sprecherin habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass man den Ursprung des Fehlers nicht kenne. Erst vor einigen Monaten hatte das Unternehmen angekündigt die Grenzzeichnungen in über 60 Regionen überarbeiten zu wollen. (red/APA)

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