Schmerzwochen

Arme Menschen haben häufiger und stärkere Schmerzen

5. November 2010, 09:49

"In der Schmerz-Therapie muss der Mensch immer im Kontext seines Lebensumfeldes betrachtet werden."

Wien - Sozial schwächere Menschen empfinden häufiger und stärker Schmerzen als Menschen mit einem höheren Sozialstatus. „Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der auftretenden Schmerzen, der Schmerzintensität und dem sozio-ökonomischen Status", berichtete Burkhard Gustorff (Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener Wilhelminenspital; Vorstandsmitglied der ÖSG) anlässlich der 10. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG. Basis für diese Erkenntnisse war eine Analyse der Daten der Austrian Health Interview Survey 06/07. Ausgewertet wurde der sozio-ökonomische Status der Befragten (Einkommen, Beruf, Ausbildung) und die Schmerz-Häufigkeit und -Intensität, die Anzahl der schmerzenden Stellen und der Grad der schmerzbedingten Beeinträchtigung im Alltag. 

Menschen mit niedrigerem Schulabschluss und geringerem Einkommen empfinden weit häufiger Schmerzen, als Menschen mit höherem Einkommen und besserer Bildung: 50 Prozent der befragten Arbeitslosen hatten im Jahr vor der Befragung Schmerzen verspürt, 36 Prozent der Arbeiter und 31 Prozent jener, die keine körperliche Berufstätigkeit verrichteten.

Direkter Zusammenhang

„Je niedriger der sozio-ökonomische Status, desto intensiver empfinden die Betroffenen ihren Schmerz. Außerdem haben sie häufiger mehrere schmerzenden Stellen und sind aufgrund dieser Schmerzen stärker in ihrem Alltag eingeschränkt", so Gustorff. So hatten Befragte mit einer Pflichtschulausbildung die Intensität ihrer Schmerzen in der Woche vor der Befragung im Durchschnitt mit sechs Punkten (Skala 1 bis 10, wenig bis sehr) bewertet, Universitäts-Absolventen mit zirka fünf Punkten. Es zeigte sich auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Depressionen, heftigeren Schmerzen und einem niedrigerem sozio-ökonomischen Status.

Am deutlichsten war das sozio-ökonomische Gefälle bei der Frage nach Einschränkungen im Alltag durch Schmerzen zu beobachten. So fühlten sich 14 Prozent der Befragten mit Pflichtschulausbildung durch Schmerzen stark in ihrem Alltag beeinträchtig, von den Universitäts-Absolventen 2,7 Prozent. 

„Wir können also davon ausgehen, dass das Auftreten von Schmerzen nicht isoliert betrachtet werden darf", so Gustorff. „Gerade in der Schmerz-Therapie muss der Mensch immer im Kontext seines Lebensumfeldes betrachtet werden."

Kommentar posten
16 Postings
Phryx Sodalis
02
7.11.2010, 16:45

"Je niedriger der sozio-ökonomische Status, desto intensiver empfinden die Betroffenen ihren Schmerz."
Empfinden- blanker Hohn für jeden Arbeiter.
Vermutlich würde die Oberschicht auch "intensiver empfinden", wenn sie selbst körperlich schwere Arbeit verrichten würde.

Erwin Wolfram
01
7.11.2010, 16:13

Komisch es liegt nciht daran, dass Arme aus der Arztpraxis und der Krankenkasse geworfen werden und falsch behandelt werden, weil es den Arzt erregt. So ist es aber und die Autoren decken das. Wieso wohl?

Dagmar Rehak Wien
 
02
6.11.2010, 15:33
Das ist ja logisch meingott!

Arme müssen eine Stunde lang mit der Straßenbahn in die Hackn fahren, dabei auf harten Sitzen sitzen oder sogar stehen, Reiche fahren mit dem gemütlichen warmen Auto in bequemer Sitzposition.

Arme müssen zuhause selber putzen, Reiche liegen derweil vorm Fernseher und schauen beim Putzen zu.

Arme müssen nach dem Essen selber Geschirr abwaschen oder Geschirrspüler einräumen, Reiche essen und legen sich dann vor den Fernseher.

Arme müssen ihren Mist und ihre Altglas selber runtertragen, Reiche nicht.

Die beste Schmerztherapie ist also so viel Geld, dass ein gemütliches Leben möglich ist. Was soll da Kontextbetrachten bringen? Ist doch eh wieder nur so eine besonders aggressive Form der Onanie.

yomellamo
00
6.11.2010, 12:07
lieber reich und gesund

als arm und krank

Wastl Steinbeisser
00
5.11.2010, 23:40
Henne oder Ei

oder sind nicht vielleicht wehleidige (nicht belastbare) Menschen eher arm?

Der_Klingone
00
7.11.2010, 11:04

Erinnert mich ein wenig an die Calvinisten ihre Aussage, die davon ausgehen, daß Reichtum ein Zeichen von Gottes Gnade ist und die Armen deswegen zwangsläufig nicht erlöst werden.

sonne-licht
 
00
5.11.2010, 20:00
so ein irrsinn

arm ist schmerzempfindlich!

wer beurteilt sowas?

das schmerzempfindungen viel mit der gehirnfunktion zu tun hat, oder mit sensibilität die umwelt zu spüren, wird ganz ausser acht gelassen!

irgendwie bewegt sich die medizin im ahnenkreis der ahnungslosen!

ein armer mensch der abstumpft kann genau so schmerzunempfindlich werden wie ein manager ohne gewissen! im prinzip sind beide gleich abgestumpft gegenüber schmerzen!

Der_Klingone
00
7.11.2010, 11:16

Der einzig Ahnungslose hier sind Sie scheinbar.

Das arme Menschen schmerzempfindlicher sind hat doch nichts mit der Gehirnfunktion zu tun. Dies wäre nur dann relevant, wenn es um Menschen gehen würde, die gleicher Belastung ausgesetzt waren und sind.

Arbeiten sie einmal trotz Bandscheibenproblemen zehn Stunden am Bau. Dann reden wir weiter!

Schön einen Sessel warm halten und beim kleinsten Schnupfen für zwei Wochen in Krankenstand gehen und dann große Reden schwingen, daß kann jeder!

sonne-licht
 
00
8.11.2010, 18:36
anscheinend das posting missverstanden

die gehrinfunktion ist sehr wohl auslöser von schmerzempflindlichkeit und nicht!

ich finds ja lustig, wenns beim arbeiten ums geld geht werdens schmerzunempfindlich!
macht geld wirklich so geil?
oder verzichten viele menschen auf ihre gesundheit im alter fürs geld?

habe übrigens geschrieben, dass dies nicht nur arbeiter betrifft sondern auch manager!

hab schon manager erlebt mit drei schläuchen in bauch die trotzdem noch unbedingt im kh am lapi ihre prognosen abgeben mussten!

es gibt zwei möglichkeiten du hörst auf dein gehirn wenns schmerzt oder dein körper wirds dir zeigen in einer krankheit!

natürlich ist es das gefühl, was bei vielen im kopf im gehirn liegt, dass dir sagt wie weit dast gehen kannst, nur wer hört schon darauf?

LCMSMS2
13
5.11.2010, 16:01

Ist ja klar: wehleidige Menschen jammern gleich wegen jedem Wehwehchen, sind wenig belastbar, hören so schnell wie möglich mit der Schule auf, machen daher keine Karriere, sind deshalb arm.

Der_Klingone
01
7.11.2010, 11:09

Für die einen ist es der andere Glaube. Andere wiederum ziehen die Herkunft heran. Dritte hingegen meinen, es liegt an den sozialen Grundvoraussetzungen. Und Sie, sie haben jetzt die Theorie, "Die sind nur deshalb arm, weil sie wehleidig (=sprich "faul") sind".

Jene denen es besser geht auf dieser Welt haben immer einen Grund gefunden, wieso die Armen selber schuld an ihrer Armut sind.

Das aber jemand zwangsläufig ärmer sein muss, damit wer anderer reicher (Sie?) sein kann, daran denkt so gut wie keiner.

Gold und Silber kaufen
 
00
5.11.2010, 14:51
Manche Leute

zahlen sogar dafür, Schmerzen haben zu dürfen: Sado-Maso.

greenling
00
5.11.2010, 14:32
dafür sind sie nicht so wehleidig

wie die parkemed,ibuprofen,paracetamol-leidenden!

Regis 1
04
5.11.2010, 13:08
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der auftretenden Schmerzen, der Schmerzintensität und dem sozio-ökonomischen Status

frage: wieviele hilfsschulabsolvent/inn/en haben einen managerposten bei einer bank und wieviele hochschulabsolvent/inn/en arbeiten auf dem bau?

kann es sein, dass wir hier einen anwärter für den IGNOBLE-preis haben?

Frederik Radunsky
01
5.11.2010, 11:39
Deshalb ist die Allgemeinmedizin so wichtig

Einzig eine persönliche Langzeitbetreuung erlaubt es, den Menschen und nicht nur eine Krankheit in den Mittelpunkt zu stellen.

Sie bietet eine persoenbezogene Betreuung durch Kontinuität und Einbeziehung des Umfelds sowie eine einzigartige Patient-Arzt-Beziehung.

Sie bietet ein ganzheitliches Modell unter Sicht der physischen, psychisches, sozialen, kulturellen und existentiellen Faktoren.

Petition zur Stärkung der Allgemeinmedizin in Österreich
http://www.ipetitions.com/petition/... inmedizin/

living reef
07
5.11.2010, 10:33
vollkommen richtig

kann das aus eigenem erfahren bestätigen, da ich jedesmal nach anblick meines minusbetrags am girokonto starke schmerzen verspüre....

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