Israels Verteidigungsminister am Pranger

4. November 2010, 17:20

Kritiker in der Arbeiterpartei drängen nach Affäre auf Ablöse von Parteichef Barak

Ehud Barak hat sich in den letzten Monaten schon einiges anhören müssen. Nun aber hat ein prominenter Parteifreund den israelischen Verteidigungsminister in einem Fernsehinterview gar als "Dummkopf" bezeichnet.

Das Ansehen der früher so stolzen Arbeiterpartei hat mit der Querele einen neuen Tiefpunkt erreicht, und die Tage ihres Vorsitzenden Barak scheinen gezählt. Der grobe Angriff kam vom populären und mächtigen Gewerkschaftsboss Ofer Eini, der sich noch im März 2009 für Barak stark gemacht hatte. Das gab den Ausschlag dafür, dass Barak die Arbeiterpartei in die Koalition mit dem rechten Likud führen konnte. Das Hauptargument Einis war dabei die Wirtschaftskrise gewesen, der man mit einer breiten Koalition besser begegnen könne.

Ansatzpunkt für Einis Ausfall war die Affäre um eine philippinische Hausgehilfin. Vor einigen Wochen war aufgeflogen, dass die Familie Barak eine Illegale bei sich zu Hause beschäftigte. "Barak hat eine Eigenschaft: Es gibt keinen Fehler, den er nicht macht", ätzte Eini. "Man muss ein Dummkopf sein, um so etwas zu machen."

Eini benützte dabei den eigentlich nicht salonfähigen arabischen Slang-Ausdruck "Ahbal". Der 68-jährige Barak kritisierte die Art der Attacke und schob die Schuld seiner Frau Nili zu. Sie habe mit der Beschäftigung der Philippinin einen Fehler begangen und sei bereit, Buße zu tun.

Die Arbeiterpartei, die in ihrer Blütezeit vor mehreren Jahrzehnten bis zu 56 Mandate eingefahren hatte, hat heute nur noch 13 Mandate. Laut Umfragen könnte sie bei den nächsten Wahlen zu einer Kleinpartei mit acht oder weniger Mandaten werden. Für manche ist Barak der "Totengräber" der Partei, Gegner arbeiten offen auf seine Ablöse und den Austritt aus der Regierung hin. (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2010)

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12 Postings
Toni Gruber
20
5.11.2010, 08:49

auch diesbezüglich ist er Rabin ähnlich, der 1976 sein Prmiersamt verlor weil er im Ausland ein Konto besaß, von dem Lea Rabin bei einem offiziellen Besuch in den USA abgehoben hatte, was natürlich den strengen Devisenvorschriften Israels widersprach

venere nera
00
4.11.2010, 21:37

naja... ich gebe trotzdem nicht auf, dass es wieder mal über 20 abgeordnete werden ;-)

Makronaut
00
5.11.2010, 12:58

jup. es haben ja viele avoda-wähler für kadima gestimmt, um das gegengewicht zum likud zu stärken.

Fritz Wunderlich
00
6.11.2010, 16:04

ist jetzt aber ein wenig widersprüchlich, findest du nicht?

Makronaut
20
6.11.2010, 23:36

nö. die sind ja alle nur zur kadima, weil der likud in den umfragen so stark war.

wenn es mal wieder ein wahl gibt, bei der das land nicht vorher mit raketen behalgelt wird, werden wieder mehr avoda und meretz wählen.

Fritz Wunderlich
00
7.11.2010, 15:27

wenn das so stimmt, hoffentlich

omar chamra
23
4.11.2010, 21:32
Eine ausländische illegale Hausgehilfin

In Österreich recherchiert niemand bei Politikern wen sie beschäftigen. Denn wir haben ja keine recherchierenden Journalisten.
In Israel hat man Ministerpräsidenten und sogar einen Präsidenten angeklagt. Sollte uns als Beispiel dienen.
Denken wir nur wie lange die Staatsanwaltschaft die Untersuchung der Affairen des "idealen Schwiegersohns" Grasser, der zur Buberl-Partie von Haider gehörte herausgeschoben hat.

Dirty Sanchez
 
10
5.11.2010, 10:28
Bei Jörgeles illegalen Bosniaken ist doch auch nix passiert.

khaleb
07
4.11.2010, 22:01
ja, bei uns wird das Gesetz korrigiert

wenn die Schwiegamama vom Wolfi S. im Pfusch gepflegt wird.

Hubert Ungeist
 
00
31.12.2010, 17:06
Nur das die Geschichte nicht stimmt

und die Zeitung dafür verurteilt wurde.

khaleb
00
so wie ich es geschrieben habe stimmts aber

ich hab ja nicht behauptet, dass sich der christlich-soziale Wolfi S. um die Pflege seiner Schwiegermama was geschert hat, oder ?

Hubert Ungeist
 
00
Der Alt BK Schüssel hat damit nichts zu tun..

seine Verwandtschaft hat im Krankenhaus angefragt und dort eine Vermittlung bekommen. Die hat sich IMHO auch korrekt verhalten.

Aber das wird immer wieder so behauptet wie wenn Schüssel quasi geschaut hätte, und das natürlich persönlihc das hier eine Schwarzbeschäftigung zu stande kommt.

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