CASTOR-Transport

Atommüll in Gorleben eingetroffen

9. November 2010, 17:08
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    foto: foto: joern haufe/dapd

    Die Tieflader auf dem Weg nach Gorleben. Mittlerweile sind sie dort eingetroffen.

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    foto: thomas lohnes/dapd

    Feuer des Widerstands.

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    foto: dapd

    Aktivisten von Greenpeace lichteten den Zug mit einer Wärmebildkamera ab. Hier gibt es mehr Fotos davon

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Zuvor hatte die Polizei die Blockade der bis zu 4000 Gegner geräumt

Gorleben - Mit über eintägiger Verspätung und nach den größten Anti-Atom-Protesten in der Region seit über 30 Jahren ist der Atommüll-Transport im deutschen Zwischenlager Gorleben eingetroffen. Am Dienstagvormittag erreichten die elf Tieflader mit den Castor-Behältern aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ihr Ziel. Damit dauerte der bisher längste Castor-Transport 92 Stunden, also rund vier Tage. Er war durch Widerstand von Zehntausenden Demonstranten immer wieder aufgehalten worden.

Die Anti-Atom-Bewegung bezeichnete die Proteste als großen Erfolg und kündigte weitere Proteste gegen die Atompolitik der Regierung an. Die Demonstrationen zeigten, dass die Menschen "die verlogene und konzernhörige Atompolitik" der Regierung satthätten, sagte Tobias Riedl von Greenpeace. "Angela Merkel ist eine Kanzlerin ohne Volk." Der Protest-Mitorganisator Jochen Stay sagte: "Die Demonstranten hier im Wendland haben in den letzten Tagen mehr politische Verantwortung bewiesen als die Regierenden in Berlin." Ein Endlager sei in Gorleben nicht durchsetzbar. "Jetzt muss die Regierung reagieren."

Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann sagte, nach einer ersten Bilanz seien 78 Beamte von den Atom-Gegnern verletzt worden. Gegen 172 Demonstranten seien Strafverfahren eingeleitet worden. Ein Sprecher der Bundespolizei sprach aber von insgesamt weitgehend friedlichen Protesten.

Polizeigewerkschaft kritisiert Regierung

Auch die Polizeigewerkschaft GDP kritisierte die Regierung und sprach von einer politischen Irrfahrt. Die Polizei sehe sich immer mehr als Erfüllungsgehilfe zum politischen Machterhalt, sagte GDP-Chef Konrad Freiberg. "Es war ein politischer Fehler, den mühsam errungenen Atomkonsens aufzukündigen." Zudem sei die Polizei in den vergangenen Jahren personell geschwächt worden. "Ich fordere die Bundesregierung und die Länder auf, diese fatalen Irrfahrten zu korrigieren." Ein Einsatz in dieser Größenordnung - es nahmen 17.000 Polizisten teil - müsse einmalig bleiben.

Der Zug mit den elf Atommüll-Behältern war am Freitag in Frankreich gestartet. Ursprünglich sollte der Transport Montag früh im Zwischenlager eintreffen. Demonstranten hatten aber immer wieder Gleise besetzt und teilweise auch versucht, den Schotter an den Schienen zu entfernen und die Strecke so unpassierbar zu machen. Nach der Umladung auf Lkw wurden auch Straßen blockiert.

Blockade in der Nacht aufgelöst

Um 08.35 Uhr am Dienstag verließ der erste von elf Tiefladern den Verladebahnhof in Dannenberg, um die letzten 20 Kilometer bis zum Atommüll-Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen. Der Konvoi schwenkte auf die nördliche der beiden möglichen Routen nach Gorleben ein. Zuvor hatte die Polizei in einer 13-stündigen Aktion eine Blockade der Umweltorganisation Greenpeace mit einem umgebauten Bierlastwagen als Straßensperre nahe dem Verladebahnhof beseitigt. Im Inneren hatten sich Aktivisten in einem Betonblock verankert. Parallel dazu hatten Einsatzkräfte am Zwischenlager in Gorleben begonnen, eine Sitzblockade von bis zu 4.000 Atomkraftgegnern zu räumen. Dies war gegen 07.30 Uhr Dienstag früh abgeschlossen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte Reuters TV, insgesamt seien die Proteste friedlich gewesen.

Der Castor-Konvoi brauchte für die letzten 20 Kilometer vom Verladebahnhof Dannenberg bis ins Zwischenlager Gorleben mit den elf Tiefladern nur rund 80 Minuten - weitaus weniger Zeit als sonst auf der letzten Etappe üblich. Die während der vergangenen Jahre harten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Atomkraftgegnern auf diesem Schlussstück waren diesmal weniger ausgeprägt.

An Kundgebungen und Blockaden im Wendland hatten sich dieses Jahr deutlich mehr Menschen beteiligt als bei früheren Castor-Transporten. Der Zulauf wird auch mit dem Ärger über die umstrittene Akw-Laufzeitverlängerung erklärt.

Im Zwischenlager in Gorleben befinden sich nach Angaben des Betreibers, der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), mit der Ankunft des jüngsten Transports 102 Castoren voll hochradioaktiver Abfälle. Der nächste Transport aus La Hague ist für 2011 geplant. Weitere Castoren aus der britischen Aufarbeitungsanlage Sellafield werden voraussichtlich in den Jahren 2014 bis 2017 folgen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 3414
zombie69
 
00
26.3.2011, 19:13
Ignorieren

Da sind sie wieder alle versammelt die am lautesten brüllen wenn man ihnen den Strom für die Stereoanlage, den PC und den TV abschaltet. Lediglich zu ignorierende Heuchler.

tignosa
00
26.1.2011, 21:10
wenn die Wärmebildkamera schon so viel aufzeichnen kann (was sie ja nur kann, wenn Wärme für sie erreichbar ist)

na dann gute Nacht- wie dicht werden da die Castoren sein?

Christine Berndl
06
10.11.2010, 18:56
Persönlicher Beitrag gegen Atomenergie

Allein Gegen AKW's zu sein und sogar an Protestkundgebungen teilnehmen ist für mich zu wenig. Deshalb bin ich vor 6 Jahren zum Ökostromanbieter Alpen Adria Energie www.aae.at gewechselt und bezahle für zertifizierten Ökostrom bei meinem Verbrauch um ca. 60€ weniger als beim ortsüblichen Anbieter.
Kein Wunder also, dass auch Greenpeace zu den Kunden der AAE zählt.
100% sauberer Strom - klar ohne CO2 und Atom! Ein Preisvergleich mit dem derzeitigen Anbieter lohnt sich in jedem Fall für die Umwelt und die Geldbörse!

Greenpeace hat vor kurzem die Händlermixe (GEHANDELT wird) der Landesversorger unter die Lupe genommen und sich auch kritisch über den Verbund geäußert:
http://marktcheck.greenpeace.at/index.php?id=8560

Lausbub
01
13.11.2010, 20:38
Stromanbieter

Mein Gott, wie recht Sie haben!
Ich verzweifle seit Jahren an diesem Thema. Klar ist man gegen Atomkraft, aber man kann ja eh nichts machen! Dass man aber mit dem Ausfüllen eines lächerlichen A4-Zettels den Stromanbieter wechseln kann und somit den Atomstromproduzenten keinen Cent mehr aus der eigenen Tasche zukommen lassen kann - dagegen gibt's dann tausende Ausreden der sogenannten Kernkraftgegner!

Sogar meine eigenen Eltern, die sich voller Überzeugung während der Tschernobyl-Zeit gegen Atomkraft engagiert haben, sind völlig immun gegen die Tatsache dass ihr Stromanbieter 15% Atomstrom im Händlermix hat!

tignosa
00
26.1.2011, 21:08
schmarrn- wieso sollen Kernkraftgegner da Ausreden haben?

erst nachschauen, dann besserwissen: www.plage.cc --> Ökostrombörse!

Harald Egger
02
11.11.2010, 08:07
grünes Stricherl

Auch ich "kauf" den Strom von dort ...

Nick (FMO)
05
10.11.2010, 04:34
gängige Missverständnisse

...in Asse wird seit 1979 kein Atommüll mehr eingelagert (das Lager wurde nicht als Endlager genehmigt) - in Gorleben wiederum ist der Salzstock ebenfalls nicht als Endlager genehmigt. Dort befindet sich noch kein einziges Stück Atommüll. Dieser wird oberirdisch (!!) in einer gewöhnlichen (!!) Halle mit Blechdach gelagert. Dorthin fuhr gestern auch der Castor-Transport. Merke: Die Castoren kommen in eine gewöhnliche Halle ober der Erde, nicht unter die Erde! http://www.zeit.de/2003/48/Gorleben

icybobo
00
10.11.2010, 16:58
Und?

Da können sie auch noch 100 Jahre stehen ohne das etwas passiert. Endlagerung heißt ja Lagerung für 100.000 Jahre, das hat nicht unbedingt Eile...

nix fir unguad
44
9.11.2010, 23:15
Man muss die Meinungen hier im Standard zu denen der Frankfurter Allgemeinen vergleichen

Das ist wie Tag & Nacht.
Liegt aber wahrscheinlich an der Bildung der Leserschaft.

Lausbub
00
13.11.2010, 20:43

Das ist die Argumentation der selbsternannten "Bildungselite", die gerade im Zusammenhang mit Atomkraft immer wieder und wieder heruntergeleiert wird:

Pro-Kernkraft =
technisch gebildet, der Realität ins Auge sehend, wirtschaftlich denkend, Experte in Kernkraft

Contra-Kernkraft =
relitätsverweigernder selbergs'trickter Ökofuzzi, der (oder besser noch: die) keine Ahnung von Technik und Wirtschaft hat und die nur gegen Atomkraft ist, weil sie nichts darüber weiß.

tignosa
00
26.1.2011, 21:09
wer technisch gebildet ist UND Atmokraft befürwortet

dem/ der ist nicht mehr zu helfen!

Ottinger
00
11.11.2010, 22:23

Liegt wohl eher daran, dass die FAZ die Hauspostille der deutschen Großbourgeoisie ist.

mikromalist
 
02
10.11.2010, 08:38
Liegt wahrscheinlich an

der Eindimensionalität der FA Leser/innen?

Entropix
00
10.11.2010, 11:15
na,

gar so mehrdimensional sind Sie aber offensichtlich auch nicht ;-)

mikromalist
 
03
10.11.2010, 11:21
Oh, ein Hypercube?

Entropix
00
10.11.2010, 15:05
Quadrat reicht schon ;-)

mikromalist
 
00
10.11.2010, 17:11
;)

(nicht)stiller beobachter
05
10.11.2010, 02:15

...kann aber auch daran liegen dass die FAZ konservativ-neoliberal ausgerichtet ist und sich somit die meinungen dort fast ALLE einig sind.
~seltsam~
aber bitte, wer will das schon hören, dass tageszeitungen politisch ausgerichtet sind!

:X

schokojunkie
11
10.11.2010, 01:13

"Liegt aber wahrscheinlich an der Bildung der Leserschaft."

Bei der FAZ posten anscheinend die ganzen Frankfurter Gangsta-Rapper, beim Standard Österreichs Bildungselite :-p

Acheron2033
01
10.11.2010, 10:00

ouch, dann ist es um uns noch schlimmer bestellt als befürchtet :)

AhJa
41
9.11.2010, 19:19

dass akw-befürworter und ökofreaks offensichtlich keine seelenverwandten sind, rechtfertigt mMn nicht, dass man noch weiter polarisieren sollte

Faun
00
10.11.2010, 02:57

wie wär´s mit einem energiefrei erzeugten Cappuchino ?

xD

schokojunkie
03
10.11.2010, 01:14

Klar, lieber alles unter den Tisch kehren und hoffen, dass alles gut geht.

gigngogn
 
51
9.11.2010, 19:21
die '100 gute Gründe' Seite sind 100 gute Gründe warum die Betreiber dieser Seite offensichtlich sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben

z.B. Argument Nr 1
Alles Uran muss importiert werden
Ganz im Gegensatz zu Stahl, Aluminium, Erdöl, Erdgas, Zement, Chemiegrundstoffe, Nahrungsmittel......oder brauchen wir das alles jetzt auch nicht mehr?
Echt 'gute' Argumente

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