US-Filesharer in drittem Prozess zu 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt

Patrick Drexler, 4. November 2010, 16:09

Jammie Thomas-Rasset geht erneut in Berufung - Jury will Strafzahlung von 62.500 Dollar pro Song

In den USA verurteilte ein Geschworenengericht die 33-jährige Jammie Thomas-Rasset, im mittlerweile dritten Gerichtsverfahren, zu 1,5 Millionen US-Dollar Schadenersatz. Ihr wurde vorgeworfen mutwillige Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing begangen zu haben. Im ersten Verfahren lag die Strafe noch bei vergleichsweise milde 222.000 Dollar.

Insgesamt verbreitete Thomas-Rasset 24 Musikstücke im Internet, für jedes davon sprachen die Geschworenen eine Strafzahlung von 62.500 Dollar aus.

Gemildertes Urteil

Bereits im Jahr zuvor war Thomas-Rasset zu 80.000 Dollar Schadenersatz pro Titel verurteilt worden, ebenfalls durch eine Jury. Damit belief sich die Strafe auf 1,92 Millionen Euro, welche der damalige Richter Michael Davis als unverhältnismäßig empfand. Er senkte die zu zahlende Summe auf 54.000 Dollar, also 2.250 Dollar pro Song. Sowohl Thomas-Rasset als auch die klagende Partei, der US-Musikindustrie-Verband RIAA waren damals in Berufung gegangen.

Gesetz

Die Anwälte Thomas-Rassets meinen, das nunmehrige Urteil sei verfassungswidrig, da das die zu zahlende Summe weit über den tatsächlichen Schaden hinausgehe. Das US-amerikanische Copyright-Gesetz sieht vor, dass pro Verstoß zwischen 750 und 150.000 Dollar Schadenersatz gezahlt werden müssen.

RIAA will abschrecken

Dem RIAA scheint es darum zu gehen ein möglichst abschreckendes Exempel zu statuieren. Der Verband zeigte sich mit dem Urteil der Jury zufrieden, nicht aber mit jener des Richters. Laut CNN habe der Verband Thomas-Rasset angeboten den Streit gegen Zahlung von 25.000 Dollar beizulegen, dafür müsse die damalige richterliche Entscheidung allerdings gestrichen werden. (pd)

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12 Postings
Matjis
00
19.11.2010, 11:53

eine privatperson wegen filesharing zu 1,5 millionen zu veruteilen ist einfach nur pervers.
wolln sie die Frau in den Freitod drängen?
wie soll sie jemals in ihrem Leben so eine Summe bewältigen können?

Cafe Corretto
01
6.11.2010, 17:19
Ich möchte von jedem Konzern ..

der Daten von mir sammelt, speichert und weitergibt ebenfalls 1,5 Mio Dollar Schadenersatz. Ich möchte aber ein noch abschreckenderes Urteil, da 1,5 Mio $ für einen Menschen einer wirtschaftlichen Privathinrichtung gleichkommt. Deshalb möchte ich von jedem Konzern der meine Daten verwertet und zu Geld macht 15 Milliarden US$ pro Jahr.

Im Nachhinein veranstalte ich dann Vernissagen und lade Politiker zum Schlemmern ein, geh mit ihnen zu Sportveranstaltungen wo ich meine VIP-Loge habe, lade zu Tagungen nach Barbados ein und vergebe Beraterverträge.

gwendo
15
5.11.2010, 05:18
wunderbares beispiel dafür

wie korrupt ein system wird/ist, in dem sich lobbies die gesetzgebung kaufen können.

die Resi-Tant Evil
00
7.11.2010, 21:34

(SCNR)

Wunderbare Gelegenheit, das Thema, um so zwischendurch auf 10 Sekunden den kapitalismuskritischen Sonntags-Kommunisten raushängen zu lassen ... aber eh nicht, dass man jetzt gleich das kapitalistische Marktwirtschaftssystem an sich in Frage stellte. Kommunismus bitte nur dort, wo man dadurch Geld spart und sein Kapital vermehren kann.

Mathias
 
21
5.11.2010, 15:14
in dem sich lobbies die gesetzgebung kaufen können

Etwas, was die USA mit Kuba gemeinsam haben :-)

the troll with no name
00
5.11.2010, 00:55

auch wenn das auf dem photo nicht so klar erkennbar ist, aber sollte es nicht eigentlich "US-Filesharerin" heissen" ?

Knattlhuber
01
4.11.2010, 18:35

Und wenn sie 100.000 filesharer verurteilen belaeuft sich der Schaden auf 150.000.000.000 oder wie???

Verzweifelnd
00
5.11.2010, 09:42

Würde jeder Filesharen wäre die Wirtschaftsleistung des Sonnensystems nicht genug. Das zeigt wie wichtig die Contentindusrie ist.

hugolino
 
01
4.11.2010, 19:22

ich würde von weltweit mehr als 100.000 filesharern ausgehn und auch davon, dass diese jeweils mehr als 24 songs online stellen
insofern wäre bei dieser strafe pro song die musikindustrie mehr wert als alle anderen güter auf dem planeten (und das noch ohne filme, spiele etc miteinzuberechnen)

Quargelbrot
03
4.11.2010, 17:56

Für SIE würde ich gerne spenden.
Wo?

BTW: 62.500$ pro Song...ich glaube, ich weiß, was ich zu tun habe!
(Irgendeinen Song schreiben, egal wie mistig der wird, und warten...)

a b1
02
5.11.2010, 00:17
Schliesse mich an

Gibt es ein Spendenkonto? Wenn jeder von uns nur ein paar Euro an jeden zahlt, der zu hohen Summen verurteilt wird, dann geht die Abschreckung ins Leere :-)

Rubens Dabro
07
4.11.2010, 16:27
GESTAPO Methodik

Diese korrupten Blutsauger von derMusikindustrie....

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