Auf die Plätze, fertig, Technikrallye

4. November 2010, 14:36
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Mädchen in der Steiermark lernen das Berufsleben ihrer Verwandten kennen - und bestenfalls Perspektiven abseits von Friseurin & Co.

Am ersten Freitag im November verbringen 10- bis 14-jährige steirische Schülerinnen einen gemeinsamen Arbeitstag mit einem Elternteil oder einer anderen erwachsenen
Bezugsperson. Beim vom Verein Mafalda veranstalteten TöchterTag werden die Mädchen schon frühzeitig dazu ermutigt, ihren beruflichen Horizont zu erweitern und erste praktische Erfahrungen in für sie noch ungewohnten oder wenig bekannten Berufen zu machen.

Was machen Mama und Papa den ganzen Tag?

Die Eltern oder andere Bezugspersonen können an diesem Tag ihren Töchtern ihren Beruf näher bringen, sie den ArbeitskollegInnen vorstellen und ihnen erste Erfolgserlebnisse in der Praxis vermitteln. Dadurch werden auch die Gespräche über die zukünftige Berufswahl in der Familie
intensiviert und die Mädchen können sich besser vorstellen, wie der Arbeitsalltag abläuft.

Denn die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg und Beruf sollte nicht dem Zufall oder einem Passen ins Rollenbild überlassen werden - aber gerade bei Mädchen scheint immer noch mehr von bestehenden Rollenbildern als von ihren individuellen Fähigkeiten abhängig zu sein. Das betrifft sowohl
die Wahl des Lehrberufs als auch die Studienwahl. Bei einem Angebot von derzeit rund
260 Lehrberufen entschieden sich laut Statistik der WKO Steiermark von 2009 immer
noch 61,56 Prozent der Mädchen für einen von nur sechs "traditionell weiblichen" Lehrberufe im
Einzelhandel, im Büro, als Friseurin oder im Gastgewerbe. Tatsache ist, dass Mädchen aus
einem bedeutend engeren Berufsspektrum wählen als Buben. Die Palette an Talenten und
Fähigkeiten der Mädchen ist jedoch weitaus bunter, als diese eingeschränkte Berufswahl
vermuten ließe.

Männerdomänen

Genauso wie technische und handwerkliche Berufsbilder in den Köpfen junger Mädchen noch kaum verankert sind, sind Mädchen in "Männerdomänen" in den Köpfen vieler Unternehmer/innen bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit. Die steirischen Unternehmen sind deshalb wichtige Projektpartner. Die Betriebe werden darin bestärkt, junge Frauen für die Ausbildung in Berufen mit geringem Frauenanteil zu berücksichtigen und sie als zukünftige Fachkräfte wahrzunehmen. 

 Die Technikrallye

Für jene Mädchen, die keine Möglichkeit haben, den TöchterTag in einem Betrieb zu
verbringen, veranstaltet Mafalda eine Technikrallye mit Ersatzplätzen für ca. 100 Mädchen. Das Veranstaltungskonzept hat einen handlungs- und erlebnisorientierten Zugang. Es werden Mit-Mach-Stationen aufgebaut, an denen die Mädchen kleine Werkstücke herstellen. Die Stationen sind so aufbereitet, dass sie einen Einblick in die Tätigkeiten bestimmter Berufe bekommen. Und die Schülerinnen können durch das praxisorientierte Arbeiten ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und weiterentwickeln. (red)

  • Jeden ersten Freitag im November können rund 1.400 Schülerinnen aus 75 Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen in allen steirischen Bezirken die Chance auf Berufsorientierung der etwas anderen Art nützen. Zeitgleich probieren etwa 90 Schülerinnen bei der sogenannten Technikrallye in den Räumlichkeiten des neuen Mafalda-Mädchenzentrums JAM ihre technischen und handwerklichen Fertigkeiten aus.
    foto: verein mafalda

    Jeden ersten Freitag im November können rund 1.400 Schülerinnen aus 75 Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen in allen steirischen Bezirken die Chance auf Berufsorientierung der etwas anderen Art nützen. Zeitgleich probieren etwa 90 Schülerinnen bei der sogenannten Technikrallye in den Räumlichkeiten des neuen Mafalda-Mädchenzentrums JAM ihre technischen und handwerklichen Fertigkeiten aus.

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