Durchwegs von Ärztinnen betreut

4. November 2010, 14:05
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Drei Frauen-Ärztinnen haben sich zusammengetan, um Patientinnen zu sämtlichen Bereichen des Fachbereichs zur Seite zu stehen

Wien - Viele Gesundheitsprobleme zeigen sich bei Frauen und Männern in sehr unterschiedlicher Form: dieselben Ursachen rufen bei beiden Geschlechtern keineswegs die gleichen Symptome hervor. Dafür sind - neben biologischen Gender-Spezifika - auch die bei Frauen und Männern oft sehr verschiedenen psychosozialen Belastungsfaktoren verantwortlich. Beides verlangt nach einer geschlechterspezifischen Ausrichtung der medizinischen Behandlung.

Diesem Wissen will das Anfang November 2010 gegründete Gesundheitsnetzwerk "Die-Frauen-Aerztinnen" der Fachärztinnen für Gynäkologie und Geburtshilfe Micha Bitschnau, Elisabeth Kucera-Sliutz und Katharina Schuchter - sie alle sind auch Lehrbeauftragte im universitären Bereich - Rechnung tragen: Basierend auf den Erkenntnissen geschlechtsspezifischer wissenschaftlicher Studien bieten sie frauenorientierte Medizin neuen Standards an.

Zusätzlich zu sämtlichen Bereichen der Gynäkologie und Geburtshilfe deckt das Netzwerk medizinische Betreuung durch Ärztinnen aller Fachrichtungen wie etwa der Kinderheilkunde, Internen Medizin, Dermatologie, Neurologie, Chirurgie oder Strahlentherapie ab. Darüber hinaus werden bei Bedarf im Rahmen der Beratung und Behandlung Gesundheitsexpertinnen der Bereiche Ernährungsberatung, Akupunktur, Homöopathie, TCM, Fitness, Entspannungstechnik, Coaching, Burn-out-Prävention und -Behandlung, Psychologie und Psychotherapie hinzugezogen.

Persönliche ärztliche Vertretung

"Viele unserer Patientinnen legen großen Wert darauf, durchwegs von Ärztinnen betreut zu werden"; erklärt Kucera. "Über unser Gesundheitsnetzwerk bieten wir eine umfassende, individuell ausgerichtete Betreuung durch Expertinnen der verschiedenen medizinischen Fachgebiete - sowohl im niedergelassenen als auch im stationären Bereich." Sollte eine Ärztin etwa aufgrund von Fortbildung oder Lehrtätigkeit nicht zur Verfügung stehen, erweist sich die enge Zusammenarbeit des Teams als Vorteil: "Die vertretende Ärztin ist über alle für die ärztliche Versorgung wesentlichen Details vertraulich informiert. Sie kann mit dem entsprechenden Vorwissen auf die aktuellen Anliegen und Probleme der Patientin eingehen sowie lückenlos an die bisher erfolgte medizinische Versorgung anknüpfen. Die persönliche Ärztin der Patientin erhält wiederum sämtliche Informationen zur erfolgten Behandlung und bleibt damit up to date."

Gesundheitscoaching

Als Frauen-Ärztinnen verstehen sich die drei Medizinerinnen generell als Ansprechpersonen für alle Gesundheitsaspekte ihrer Patientinnen und begleiten sie, auch über den gynäkologischen Bereich hinaus, bei Gesundheitsfragen: Diese können körperliche oder psychische Probleme betreffen - nicht selten besteht ein enger Zusammenhang zwischen beiden. Darüber hinaus bieten Die-Frauen-Aerztinnen Gesundheitscoaching, um Krankheiten vorzubeugen sowie Mädchen und Frauen zu einem selbst- sowie körperbewussten Lebensstil zu führen.

Gegen Schönheitsdruck

Bitschnau sieht es als eine wesentliche Aufgabe frauenspezifischer Medizin, die Fokussierung auf Schönheitsideale zu vermeiden und auf eine gesunde Lebensweise zu richten. "Im Mittelpunkt der Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen stehen für uns - neben medizinischen Aspekten - psychosoziale Faktoren wie die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Förderung eines befriedigenden Sexuallebens sowie ein adäquater Umgang mit Stress-Situationen." (pte)

  • Micha Bitschnau, Elisabeth Kucera-Sliutz und Katharina Schuchter sind "Die-Frauen-Aerztinnen".
    foto: stephan huger/studio huger

    Micha Bitschnau, Elisabeth Kucera-Sliutz und Katharina Schuchter sind "Die-Frauen-Aerztinnen".

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