Schmerzmedizin

Neue Behandlung durch innovative Schmerzmedikamente

3. November 2010, 14:33

Einige der neuen Schmerzmittel werden nicht von den Krankenkassen bezahlt

Wien - Etwa 1,5 Millionen Österreicher über 16 Jahren haben chronische Schmerzen. Die Palette der Behandlungsmöglichkeiten, die ihnen zur Verfügung steht, hat sich zuletzt um einige Optionen erweitert und wird das auch in Zukunft tun, so Hans Georg Kress, Vorstand der Abteilung Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie an der MedUni Wien am AKH anlässlich der 10. Österreichischen Schmerzwochen. Bei weitem nicht alle innovativen Arzneimittel auf diesem Gebiet würden aber durch die Krankenkassen bezahlt.

Eine neue Substanzklasse wurde mit der Innovation Tapentadol eingeführt, in schnell wirksamer (immediate release, IR) Form und als Retard-Präparat (prolonged release - PR). "Tapentadol vereinigt in seinem Molekül erstmals zwei unabhängige analgetische Wirkprinzipien", erklärte Kress in einer Aussendung. Die Substanz wirkt sowohl am Opioidrezeptor als aus als Hemmstoff für den Nervenbotenstoff Noradrenalin. Die Experten sprechen bereits von einer neuen Klasse der MOR-NRI-Wirkstoffe.

Gute Verträglichkeit

In Studien zeigte sich, dass IR-Tapentadol bei postoperativen und anderen Akutschmerzen vergleichbar wirksam ist wie rasch wirksames Oxycodon bzw. Morphin. Retardiertes Tapentadol wurde in Studien unter anderem bei chronischen Rückenschmerzen, bei Arthrose des Hüft- und Kniegelenks und bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie untersucht. Kress: "Bei der Behandlung dieser chronischen entzündlichen, nozizeptiven und zum Teil neuropathischen Schmerzen erwies sich PR-Tapentadol als zumindest ebenso wirksam wie entsprechende Dosierungen von Oxycodon." Allerdings dürfte die neue Substanz besser verträglich sein.

Das Problem, so Kress: "Tapentadol wurde zwar in 26 Ländern der EU zugelassen, nicht jedoch in Österreich, weshalb Schmerzpatienten hierzulande nicht davon profitieren können." Er fügte hinzu: "Es gibt auch eine Reihe innovativer Schmerzmedikamente, die in Österreich zwar zugelassen sind, nicht jedoch in den Erstattungskodex aufgenommen wurden. Das bedeutet für Patienten, dass die Erstattung dieser Medikamente im Einzelfall beantragt werden muss und diese nur mit ausdrücklicher kontrollärztlicher Erlaubnis von den Krankenkassen in Österreich bezahlt werden. Das ist aus schmerzmedizinischer Sicht hochproblematisch und schafft eine Zwei-Klassen-Medizin." (APA)

NGH
00
3.11.2010, 22:37
Hört sich nach Pressekonferenz der Firma Grünenthal an.

Und inhaltlich ist jedenfalls eines falsch: Die auf Noradrenalin bezogene Wirkung dieser Substanz ist keine Hemmwirkung auf Noradrenalin, sondern im Gegenteil: eine Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung. Das heißt, die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt (dem Wirkort) in die Nervenzellen wird gehemmt und damit wird die Wirkung von Noradrenalin (in dem Fall eine schmerzstillende am Hinterhorn des Rückenmarks) verstärkt, nicht abgeschwächt.
Schade, dass die APA solche Artikel freigibt...

Tom Bisch
 
10
3.11.2010, 15:31
Kasse zahlt nur bei Medizin mit Nebenwirkung

Sie zahlt ja auch keine Wärmepflaster. Die Verwendung von Marihuana usw. wäre auch ein Alternative. Da verdient natürlich die Pharmaindustrie nichts daran. Alles Augenauswischerei, was die Kassen gegen die Pharmabranche vorbringen. Sie hätten eine Kostensenkung ohne Zweiklassen-Gesellschaft selbst in der Hand!

onlooker
00
3.11.2010, 21:45
ich war in einem spital in wien,

hatte wahsinnige schmerzen, der OA meinte um 2:00 morgens, die medikamente würden schon ausreichen, 1 tag später kam die schmerzambulanz und erhöhte nicht nur die dosierung, aber ich bekam ein wesentlich stärkeres schmerzmittel,nämlich "HYDYL 2.6mg", diese hochgestochenen ärzte, wissen nicht was schmerzen sind, und bei schweren schmerzen, sollte ganz einfach kompetente ärzte zugezogen werden, diese überdrüber ärzte können einem dies schmerzen nicht mehr wegnehmen, aber sie könnten einem erleichterung verschaffen, was eben verabsäumt wird

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