Wundkontrolle

Verband macht Infektionen sichtbar

3. November 2010, 13:08
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    foto: © fraunhofer emft

    Hat sich die Wunde entzündet, so zeigt das neuartige Verbandmaterial dies durch eine Farbänderung an.

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    Das gelbe Pflaster färbt sich violett.

Wissenschafter haben Verbandmaterialien und Pflaster entwickelt, die krankhafte Veränderungen der Haut zeigen

Wunden müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit Komplikationen während des Heilungsprozesses frühzeitig erkannt werden können. Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT in München haben jetzt Verbandmaterialien und Pflaster entwickelt, welche krankhafte Veränderungen der Haut anzeigen: Liegt eine Infektion vor, ändert das Material seine Farbe. Das neuartige Material ermöglicht außerdem die Wundkontrolle ohne Verbandswechsel, teilt die Fraunhofer-Gesellschaft in einer Aussendung mit.

Schmerzhafte Wundkontrolle

Ob ein kleiner Schnitt mit dem Obstmesser, eine Operationswunde oder eine größere Verletzung durch einen Sturz: das körpereigene Abwehr- und Reparatursystem wird sofort aktiv und versucht, die Wunde so schnell wie möglich zu schließen. Kleine Verletzungen verheilen meist innerhalb weniger Tage. Klaffen Wundränder jedoch auseinander, dauert der Heilungsprozess länger - es kann noch Tage später zu einer Infektion kommen. Ein Verband schützt die angegriffene Haut zwar, zur Wundkontrolle muss er jedoch entfernt werden. Dies kann für den Patienten nicht nur schmerzhaft sein, es besteht zudem die Gefahr, dass Keime in die Wunde gelangen.

Die Münchner Forscher haben jetzt Verbandmaterialien und Pflaster entwickelt, welche krankhafte Veränderungen der Haut sichtbar machen: Im Falle einer Infektion, sieht man einen Farbwechsel von gelb nach violett.

Sabine Trupp, Wissenschafterin am EMFT, erklärt die chemische Reaktion: "Gesunde Haut und abgeheilte Wunden weisen in der Regel einen pH-Wert von unter 5 auf. Steigt dieser Wert, so bewegt er sich vom sauren in den alkalischen Bereich. Dies deutet auf Komplikationen bei der Wundheilung hin. Bei einem pH-Wert zwischen 6,5 und 8,5 liegt häufig eine Infektion vor, der Indikatorfarbstreifen färbt sich violett." Das intelligente Verbandmaterial ermöglicht somit eine regelmäßige Wundkontrolle von außen, die den Heilungsverlauf nicht störend beeinträchtigt.

Erste Tests erfolgreich

Ein Prototyp des Verbands liegt bereits vor, erste Tests sind erfolgreich verlaufen. Auch über eine Weiterentwicklung ihres Produkts denken die Forscher bereits nach. Künftig sollen in den Verband integrierte optische Sensormodule den pH-Wert messen und die Ergebnisse am Display eines Lesegeräts anzeigen. Mit dieser Methode ließe sich der Wert präzise ablesen, ein Rückschluss auf den Wundheilungsprozess wäre möglich.

Als nächstes steht die klinisch-dermatologische Anwendung in der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Regensburg an. Derzeit ist das Wissenschafter-Team auf der Suche nach einem Industriepartner, um den Verband kommerziell produzieren zu können. (red)

astemp79
30
4.11.2010, 08:16
vollkommen unnötig!

Typisch Pharma: etwas Simples entwickeln, das niemand braucht - und damit Geld verdienen. Denn die Folge ist auch klar: den Verkauf von Wundheilungsmitteln erhöhen.
Ist eine Wunde so klein, dass man eine Entzündung nicht sieht - was sehr unwahrscheinlich ist -, so wird der Körper sie von selbst heilen. Dazu braucht man keine Pflaster.
Ist eine entzündete Wunde größer, so wird man sie behandeln - auch dazu braucht man keine Pflaster, die den Prozess "beobachten".

Sinnvoller könnte die Einarbeitung von Modulen in größere Verbände, z.B. bei Schwerstverletzungen, bei Hautverbrennungen etc. sein.

Godesberg
00
4.11.2010, 18:13

Entschuldigung, aber haben Sie den Artikel gelesen oder nur das Photo gesehen?

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
00
4.11.2010, 17:21

ich hätte das gerne für meine Katze.. die Kastrationsnarbe sieht seltsam aus, aber was weiß ich schon, wie das aussehen muss.

Ich halte das für sehr sinnvoll bei Patienten, die selber nicht sagen können, aus welchen Gründen auch immer, ob es wehtut, etc.. Zudem ist ja ein Verbandswechsel nicht unproblematisch, wenn der Verband gut hält, schützt er auch.
bei jedem Wechsel besteht die neuerliche Gefahr, dass Keime in die Wunde kommen. So ein Pflaster kann unnötige Wechsel ersparen.

Got Your Noes!
00
3.11.2010, 21:46

eigentlich eine ganz logische sache stofe in den verbaneinzzuarbeiten die bei kontakt mit bestimmten mediatoren die farbe ändern....

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