Eine mysteriöse Nacht-Dreifachhaltestelle

3. November 2010, 10:43
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Freitagabend staunten etliche Wiener, die nach Mitternacht den 41er vom Schottentor nehmen wollten, nicht schlecht

Wien - Die Bim fuhr an - und an den Wartenden vorbei: Freitagabend staunten etliche Wiener, die nach Mitternacht den 41er vom Schottentor nehmen wollten, nicht schlecht: Da in der Doppelhaltestelle zwei Bim-Garnituren standen, dachten sie, dass der dahinter in der Schleife - mutmaßlich - wartende 41er sie aufnehmen würde, sobald die Station frei sei. Falsch gedacht: Der 41er fuhr nämlich - im Windschatten der Kollegen - an ihnen vorbei. Hinaus in die Nacht.

Den Unmut der Zurückgelassenen bekam dann Fahrer des nachfolgenden 38ers ab. Der Mann verstand den Ärger nicht: "In der Nacht ist das keine Doppel- sondern eine Dreifachhaltestelle", erklärte er mehrmals. Sonst wäre es ja nicht möglich, zeitgleiche Abfahrtszeiten von bis zu drei Linien einzuhalten. Von der Existenz des Dreifachhalts nichts zu wissen sei halt Pech für die Fahrgäste: "Rufen Sie 79 090. Beschweren Sie sich. Aber das ist so." Der Mann räumte ein: "Ich hab das selbst nicht gewusst - bis ich hier zu hackeln begonnen habe."

Die nächtliche Stationsmutation stellt aber auch für die Wiener Linien ein Mysterium dar: Das Jonasreindl ist laut Öffi-Sprecher Michael Unger nämlich "auch in der Nacht eine Doppelhaltestelle". (rott/DER STANDARD-Printausgabe, 3.11.2010)

  • Dreifach- oder Doppelhalt? Das Jonasreindl.
    foto: andi urban

    Dreifach- oder Doppelhalt? Das Jonasreindl.

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