Klage gegen UPC

Piratenpartei: Rechteverwerter wollen "chinesische Zustände"

3. November 2010, 10:41
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    foto: apa/dpa

Partei übt harsche Kritik an VAP - "Zensurwahn der Rechteverwerter"

40.000 Mal wurde Michael Hanekes "Das weiße Band" auf der Webseite kino.to von Nutzern durch Download oder Streaming bereits angesehen, bei Hollywoodfilmen bewegen sich die Zahlen in Millionenhöhe. "Das, was hier passiert, ist offensichtlich illegal", meinte Rechtsanwalt Andreas Manak am Dienstag, bei einer Pressekonferenz des "Verein Anti Piraterie" (VAP).
Gemeinsam mit den Produktionsfirmen Wega Film, Constantin Film und Satel Film reicht der VAP daher heute eine Unterlassungsklage gegen einen der größten Breitbandanbieter Österreichs, die UPC Telekabel Wien GmbH, ein. Die Forderung: Die Webseite zu sperren und damit den Zugang in Österreich zu unterbinden - der WebStandard berichtet.

"Es geht uns mit der Domain-Blockierung nicht um Zensur"

"Ich persönlich bedaure, dass wir den Weg der Klage gehen müssen", meinte Werner Müller, Geschäftsführer des Fachverbands der Film- und Musikindustrie und Generalsekretär des VAP. Vergangene Woche sorgten außergerichtliche Aufforderungsschreiben der VAP an zahlreiche heimische Internet Service Provider für Aufsehen. Die ISPA, die Dachorganisation der heimischen Internetwirtschaft, warf der Urheberrechtsindustrie "Wegelagerer-Praktiken" vor. "Für uns ist es ein natürlicher Schritt, das nun prozessual zu klären", so Müller. "Es geht uns mit der Domain-Blockierung nicht um Zensur, sondern um regulatorische Maßnahmen. Bei kino.to handelt es sich um hundertprozentige illegale Verbreitung, das muss unterbunden werden."

Täter

Das Urheberrechtsgesetz, so Manak, sehe in dieser Sache vor, dass neben dem "unmittelbaren Täter", also den Website-Betreibern, auch der Vermittler, also der Provider, für eine rechtsverletzende Website verantwortlich ist, "wenn er trotz Abmahnung die weitere Vermittlung nicht unterlässt". Manak: "Das entspricht nicht nur dem österreichischen Urheberrechtsgesetz, sondern deckt sich auch mit den europäischen Vorgaben der Info-Richtlinie aus dem Jahr 2001." Da alle Mahnschreiben von den Providern "höflich abgelehnt" wurden, so Müller, bleibe nur noch die Entscheidung vor Gericht.

Die Klage sorgte für Schlagzeilen und stieß auf Unverständnis - der WebStandard berichtete.

„Zensurwahn der Rechteverwerter"

Harsche Kritik kommt von der Piratenpartei Österreichs. In einer Aussendung spricht man vom „Zensurwahn der Rechteverwerter" und zeigt man sich „entsetzt, wenn auch nicht überrascht", dass der VAP sich „chinesische Zustände für Österreich wünscht. Originell ist der Vorstoß aber allemal, bei dem der VAP betont, die Nutzung des Portals sei zwar vollkommen legal, aufgrund ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen aber dennoch zu blockieren."

Für die Piraten stellt die Klage „ nur einen weiteren Versuch der Rechteverwertungsindustrie dar, ihr überkommenes Geschäftsmodell durch Beschneidung der Grundrechte und Beugung des Rechtsstaates künstlich am Leben zu erhalten." (red)

Der WebStandard auf Facebook

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Posting 1 bis 25 von 198
1 2 3 4 5
assimilatah
00
10.11.2010, 19:31
VAPPLA!

dub_selecta
00
9.11.2010, 11:46
diese vap LOBBY hatt sie ja nicht mehr alle...

Dein schönster Traum
03
8.11.2010, 13:25
Was kommt als Nächstes?

Kondomhersteller fordern Verbot der Masturbation?

t ttttt
20
4.11.2010, 15:07
nieder...

...mit dem datenschutz!!! für alles und jeden!!!

Bastian Balthasar Bux
02
4.11.2010, 14:46
He, Redaktion, nichts beschönigen!

Der Verein heißt tatsächlich 'Verein *für* Antipiraterie'.
Ein Name der IMHO den intellektuellen Plafond der Protagonisten deutlichst dokumentiert!

Nicht zu verwechseln übrigens mit http://www.vap.or.at/ ;-)

unterumständen
00
4.11.2010, 12:42
ab wann...

... wird man eigentlich bei uns (wie z.B. in Deutschland schon seit Jahren) Filme via iTunes streamen können?

innerand
12
4.11.2010, 12:49
Viel zu teuer

Einen Film bei iTunes leihen kostet zwischen 2,99€ und 3,99€.
In der Videothek bezahlt man 0,50€ bis 1,20€

Hier werden die Vorteile des digitalen Vertriebs nicht nur nicht an den Kunden weitergegeben, nein, dieser soll auch noch mehr dafür bezahlen.

Ein digitales Angebot muss preislich jedenfalls unter dem von physischen Datenträgern liegen.

whei
00
4.11.2010, 13:05

Weiß eigentlich wer, ob man Netflix auch mit einer europäischen Daten verwenden kann? Die amerikanische IP Adresse hab ich.

honni soit
10
4.11.2010, 11:40
Ha ha! VAPÖ! war das nicht so eine terroristische Organisation in den 90ern?

hellfast
00
4.11.2010, 11:42

O (wie opposition) nicht Ö...

Dr. Bitter
11
4.11.2010, 11:35

Es mag schon sein, dass das Geschäftsmodell der Rechteverwertungsgesellschaften in die Jahre gekommen ist.

Aber es gibt derzeit kein anderes Geschäftsmodell.

Nur ein Beispiel: Es wird immer wieder gesagt, dass Künstler "ihr Geld durch Auftritte verdienen" sollen.

Komponisten und Autoren sind in der Mehrzahl aber keine Bühnenkünstler und Songs werden von anderen Bühnenkünstlern vorgetragen.

Wie kommt der Komponist ohne Verwertungsgesellschaft zu den Tantiemen?

Oder sollen Komponisten und Autoren gar nichts verdienen, sondern nur mehr die Leute, die ihre Werke vortragen?

Wo bleibt hier das neue Geschäftsmodell?

Eben. Es gibt keines, oder?

Markus KA
00
5.11.2010, 10:36

Klar gibt es die, das Problem ist, dass der gierige Dschungel von Rechteverwertern einfach nicht damit zurecht kommt weil er versucht in jedem Land einzeln die Bevölkerung abzuziehen.

Das ist kein Modell, mit dem man in einer vernetzten, globalisierten Welt Geld verdienen kann.

Woodpecker
10
5.11.2010, 07:40
Schlafwagenschaffner sind heller ...

... die verkaufen schon mal Kleinigkeiten oder die Morgenzeitung "im Vorbeigehen".
Die "Rechteverwerter" haben das Digitalzeitalter leider verschlafen und sich nicht europa- oder weltweit zu einem Verbund vereinigt, der ein akzeptables Mikro-Bezahlsystem ins Leben rufen hätte können.
Da würden die meisten der zur Zeit noch eher p0rno^Wwerbefinanzierten "illegalen" Inhalteanbieter (Streamingsites, p2p-Portale) sicher gern mitmachen und auch ihren Anteil mitkassieren - aber es ist eben nicht passiert.

t ttttt
01
4.11.2010, 15:43
die...

...aufnahme und vervielfälltigungstechnik hat diesen industriezweig geboren jetzt kann sie ihn auch wieder zerstören!!!
ich persönlich bin für das time warner aol konzept!!! aktien anteile eines telekommunikations riesen mit film industrie kopeln und mit den gebühren die unterhaltungsindustrie finanzieren!!!
ich persönlich zahl für meinen internetzugang 60 euro!!! ich hab im leben noch nie so vielgeld für medien (videos/musik) im monat ausgegeben!!! und ich glaub ich bin nicht der einzige!!!

youtroll
00
4.11.2010, 19:55

Urheberrecht gab's schon vorher - man kann ja auch mit einer Live-Kapelle die Kompositionen von wem anderen nachspielen und dafür Geld verlangen das man aber nur teilweise selber verdient hat.

t ttttt
00
5.11.2010, 11:40
es...

...gab keine platten industrie bevor es platten gab!!! und das kopieren von noten nur durch das mit schreiben war bei damaliger musik etwas schwerer da sie einfach mehr noten hatte!!! abgesehen davon hätte man sich sehr genieren müssen wenn man im publikum mit schreibt!!! was aber wahrscheinlich durch mangel an vernünftigen schreibwerkzeug sowie so unmöglich gewesen wäre!!! neben ganz anderen problemen die vom marketing bis zum aufführungsort reichten!!!

innerand
11
4.11.2010, 12:43

Wenn der Künstler nur Sänger ist und der Song von jemand anderem geschrieben wurde spricht ja nichts dagegen, das ein angemessener Teil an den Komponisten geht.

Das Problem mit den Verwertungsgesellschaften ist eher, dass sie oft völlig überzogene Forderungen stellen.

mr. kawumman
12
4.11.2010, 11:11

in unserer Bananenrepublik kaufen sich die Wegelagerer einfach das Recht, wollen wir wetter?

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
00
7.11.2010, 15:33

die wette haben sie schon gewonnen...und nicht nur diese industrie. jetzt beginnt der grosse ausverkauf: investitionen in politiker sind eben viel lukrativer als in anlagen und produkte.

her wig
11
4.11.2010, 11:32

In unserer Bananenrepublik kopieren sich die Leute einfach die Daten, da braucht man garnicht mehr zu wetten, das ist schon entschieden.

galiontariaho
11
4.11.2010, 12:22
richtig..

das tun sie... daten dürfen bei uns kopiert werden... auch wenn das natürilch jene ärgert, die tausendfach mitkassieren wollen ;)

innerand
11
4.11.2010, 12:20
Zu Recht

Immerhin bezahlen wir ja auch Leermedienabgabe dafür.

mr. kawumman
10
4.11.2010, 11:14

Ja aber unsere Politiker wollen ja nur dumme Wähler, keine intelligenten Menschen

Und ich meine damit nicht Arbeits-Intelligent in irgendeinem unwichtigen Job

Geld Beutel
 
04
4.11.2010, 10:32
Der Vergleich hinkt sicher, aber ...

... wenn der Provider belangt werden kann, was ein einzelner im Internet macht, dann müssten auch Waffenverkäufer bei jedem Waffendelikt mithaften.
Oder ein Messerverkäufer bei Stichverletzungen?
Ist das nicht die Argumentation der VAP?
Oder sehe ich das falsch?

GB

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