Österreich

Rückenschmerzen kommen dem Staat teuer

3. November 2010, 10:13
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    foto: thomas max müller / pixelio.de

    Zwei Drittel der chronischen Schmerzen betreffen den Bewegungsapparat, am häufigsten "zwickt" der Rücken.

    Foto: Thomas Max Müller / www.pixelio.de

Direkte und indirekte Kosten sind enorm - Sozio-ökonomischer Status ist beim Schmerzempfinden mitentscheidend

Wien - Rund sechs Milliarden Euro betragen in Österreich die jährlichen direkten und indirekten Kosten aufgrund von Rückenschmerzen, erklärte Hans Georg Kress, Vorstand der Abteilung Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie an der Universitätsklinik am Wiener AKH, anlässlich der 10. Österreichischen Schmerzwochen. Diese Schätzung stützt sich auf eine Studie aus Deutschland, wonach dort der entsprechende Betrag 2,2 Prozent des BIP ausmacht. Sozial Benachteiligte leiden generell häufiger an chronischen Schmerzzuständen, hieß es.

Aufgrund der ähnlichen demografischen Situation sei ein direkter Vergleich mit Deutschland legitim, so Kress: "Dabei handelt es sich aber nur um die sozioökonomischen Kosten von Rückenschmerzen. Berechnet man die volkswirtschaftliche Belastung, die allgemein durch chronische Schmerzen wie Kopfschmerz und Migräne, neuropathische Schmerzen, Krebsschmerzen oder Schmerzen durch Unfälle entsteht, dann übertreffen sie sogar die sozioökonomischen Kosten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Indirekte Kosten enorm

Für Großbritannien belegte eine 2006 veröffentlichte Studie, dass etwa 17 Prozent der Bewohner an chronischen Rückenschmerzen leiden, gefolgt von Schmerzen durch Arthritis (16 Prozent) oder Verletzungen (sechs Prozent). Die direkten Kosten, die durch chronische Schmerzen ausgelöst werden, belaufen sich auf 1.800 Britische Pfund (2.057 Euro) , die indirekten Kosten auf 12.200 Pfund (13.944 Euro) pro Person und Jahr. Sie sind damit weitaus höher als die indirekten Kosten von anderen Volkskrankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen (11.000 Pfund, umgerechnet 12.573 Euro).

Sozio-ökonomischer Status spielt bei Schmerz mit

Sozial schwächere Menschen empfinden häufiger und stärker Schmerzen als Menschen mit einem höheren Sozialstatus. "Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der auftretenden Schmerzen, der Schmerzintensität und dem sozio-ökonomischen Status", berichtete Burkhard Gustorff (Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener Wilhelminenspital; Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft - ÖSG).

Basis für diese Erkenntnisse war eine Analyse der Daten vom Austrian Health Interview Survey 06/07. Ausgewertet wurden der sozio-ökonomische Status der Befragten (Einkommen, Beruf, Ausbildung) sowei die Schmerzhäufigkeit und -intensität, die Anzahl der schmerzenden Stellen und der Grad der schmerzbedingten Beeinträchtigung im Alltag.

Das Ergebnis: Je sozio-ökonomisch schwächer der Betroffene, desto häufiger und intensiver die Schmerzen. So hatten 50 Prozent der befragten Arbeitslosen im Jahr vor dem Interview Schmerzen verspürt, das traf auch auf 36 Prozent der Arbeiter und 31 Prozent jener, die keine körperliche Berufstätigkeit verrichteten, zu. Weiters fühlten sich 14 Prozent der Befragten mit Pflichtschulausbildung durch Schmerzen stark in ihrem Alltag beeinträchtigt, von den Universitäts-Absolventen waren es nur 2,7 Prozent. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Van the Man
00
4.11.2010, 15:33
Kiffen hilft!

chief joseph
01
4.11.2010, 13:36

rueckenschmerzen sollte man per gesetz verbieten!

stuffy
02
4.11.2010, 10:26

Und was sollen die Betroffenen da sagen - das Leiden ist schlimmer als das Geld.

Außerdem braucht der Staat nicht jammern, denn er verdient genug an Steuereinnahmen von den Firmen und den Arbeitnehmern.

Dass jede sitzende Tätigkeit "Gift" für den Rücken ist ist wohl mehr als klar - die Anatomie des Menschen ist für Bewegung ausgelegt nicht für die tägliche Computer/Schreibtischkauerstellung !

Da hilft auch Ausgleichssport nichts, wenn der Mensch den Großteil seines Lebens sitzend verbringt / verbringen muss!

Der Unkurze
00
4.11.2010, 10:17

könnte es am mangelnden ausgleich liegen, den sich leute mit weniger geld oft nicht leisten können bzw nicht leisten wollen?

wenn man den ganzen tag sitzt sind zb rückenbeschwerden und spannungsschmerzen kein wunder. wenn man hier nicht aktiv einen ausgleich sucht wird es kaum besser werden. vl sollte z.b. bei rückenschmerzen hier angesetzt werden.

astemp79
52
3.11.2010, 19:32
Nachsorge statt Vorbeugung

Würde man den Menschen wirklich nahelegen, selbst auf die Gesundheit zu achten - durch gesunde Ernährung, durch gutes Schuhwerk, durch geeigneten Sport oder, noch besser, Qigong: dann würden sich die Kosten für degenerative Störungen von selbst minimieren.
Aber in Wirklichkeit ist eine Stelle daran überhaupt nicht interessiert: die Pharmaindustrie, die mit "chronisch Kranken" ihr fettes Geld macht. Und die Ärzteschaft ist auch nicht unglücklich darüber.
Und so lange die Schulmedizin nicht endlich erkennt, dass es die Seele ist, die körperliche Krankheiten entwickelt und Schmerzen leidet: so lange wird die Wissenschaft immer auf der Stelle treten, auf der sie tritt.
Aber das ist so gewollt. Leider.

metall81
22
4.11.2010, 06:44
Sorry, aber "die Pharmaindustrie"...

...hält niemandem vor einem gesunden Lebensstil ab. Die brauchen Sie nämlich erst nachdem Sie jahrelang wenig Bewegung gemacht und somit eine verkümmerte Rückenmuskulatur haben. Außerdem geht aus Ihrem Posting nicht hervor wovon Rückenschmerzen jetzt herrühren, von einem Lebensstil mit zuwenig Bewgung als Ausgleich oder von "der Seele" (was auch immer Sie damit nicht meinen).

buena1vista1
05
4.11.2010, 09:53
Blödsinn ...

bin selbst im Fitness-Studio, Skater, mache Yoga, gehe zur Massage, etc. habe aber trotzdem Rückenschmerzen durch 30 Jahre Büroarbeit ...

Also so easy mit Lebensstil und "selbst um Gesundheit" kümmern ist's auch nicht ...

Man kann 8-10 Stunden sitzen am Tag (plus Stress)nicht mit ein bißchen Sport und Bewegung danach "wiedergutmachen".

metall81
10
4.11.2010, 10:06
Erst lesen, dann nachdenken, dann...

...gegebenenfalls posten.

Von wiedergutmachen habe ich kein Wort geschrieben. Eine starke Rückenmuskulatur vermindert die Belastung der Wirbelsäule, das ist so. Daher kann ich nur jedem raten selbige zu stärken.

stuffy
00
4.11.2010, 10:34

Sie glauben das aber nicht wirklich selber oder ...

Machen sie das mal der arbeitenden Bevölkerung vor, wie die das nach einem Arbeitstag - von dem sie fix und fertig nachhause kommen schaffen sollen. Gymnastik o.ä. danach, geht nur dann wenn sie keine Familie oder oder Freunde haben.

Und dann ist es auch egal, denn eine gestärkte Rückenmuskulatur hält ihnen auch keine Schädigung der Bandscheiben von der Sitzerei ab.
Sie müssten beim Sitzen schon dauernd die Rückenmuskulatur anspannen - das zeigen sie uns bei einem 8-10 Stundenarbeitstag mal vor - Superman!

metall81
00
4.11.2010, 14:37
Rhabarber, rhabarber, rhabarber....

Wie auf Knopfdruck kommt auf ein Posting, das einen aktiven Lebensstil propagiert, das "Das kostet ja sooooooo viel zeit und ist für arbeitende nenschen gar nicht möglich"-Argument. Meist mit einer plumpen Beleidigung hinten nach. Auf dem Niveau hab' ich längst aufgehört zu diskutieren. Schönen Tag noch.

Neuer Nick neues Glück
116
3.11.2010, 17:10

Kommen DEN Staat teuer. DEN!

schlapfn
00
3.11.2010, 20:23

rauchen hilft beim vergessen

astemp79
00
3.11.2010, 19:27
wie wahr, wie wahr ....

Quintus Beckloeffel
02
3.11.2010, 18:42
"Da Dativ muss a Weaner sein ..."

Wappen hea
00
5.11.2010, 11:45

und der Genitiv erst. Ich bin dem Genitiv sei Freind, quasi. :)

Timagoras
 
02
3.11.2010, 16:54
"kommen dem Staat teuer"

irgendwie klingt das etwas hadschert ....

buena1vista1
27
3.11.2010, 12:41
naja ...

die ganzen Büromenschen leiden darunter. Ärzte sagen "gehen sie schwimmen" ... die WGKK sagt nur nein, automatisch. Schaut bzw. untersucht nicht mal. Dann muß man "Kämpfe" ausfechten und bekommt einen Block von 10x 6 Minuten Massagen. Na toll .... das soll was bringen ....

Balkonbepflanzer
11
3.11.2010, 21:45
Mir hats was gebracht.

Der Arzt hat mich genau untersucht, die Ursache ist eben mal der Arbeitsplatz und zuwenig Bewegung. Tuts mal weh, hilft nur gezielte Gymnastik. Nach ein paar Stunden Physiotherapie war ich schmerzfrei. Nur darf man dann eben nicht aufhören mit der gezielten Bewegung.

A. Sieberer
00
4.11.2010, 08:31

Sie hatten gezielte Physiotherapie und konnten notwendige Kompetenzen erwerben, das ist ganz was anderes als Wellness auf Krankenschein (Massage, Fango, Rotlicht,....)

Wappen hea
00
5.11.2010, 11:53
wären Menschen Autos...

Ultraschall
Munari (20. Mal aufgewärmt)
Reizstrom
ahja und die obligarorischen 5-8 Minuten Ölschmirage. A fesch.

Stell man sich vor ein Auto braucht eine Reparatur, hat also ernsthafte Beschwerden, und diese Reparatur gäbe es per allgemeiner Mobilitätsversicherung.

Physio wäre dann wie:
* Lackschichtdickenmessung (Ultraschall)
* 1x aufpolieren (Munari oder Fango)
* Motorwäsche (1x 5-8 min Ölschmieren)

welches Auto kann mit so einer Behandlung lange durchhalten??? Eine Reparatur ist auch nicht durch 10x Motorwäsche erledigt, dauert eben auch schon einmal 2-3 Stunden. Wer des ned versteht, oder ned verstehen will, dass jahrelang aufgestaute Beschwerden, Verspannungen, Bewegungs- & Haltungsmuster ned in 10x 6min weggehen, der is selbst...

Balkonbepflanzer
00
4.11.2010, 18:24

Wieso? Die Physio war doch auch auf Krankenschein, und ich bin mir sicher, ein Großteil der Patienten glaubt, er müsse selbst nix machen aber es sind halt Übungen, die man daheim selbst machen muß. Tut man das nicht, wirds bald wieder schlimmer.

gärtner
20
3.11.2010, 20:36
noch mehr als die büromenschen leiden die

die bei winterkälte draussen oder in zugluft arbeiten müssen, die die
während der arbeit viel stehen müssen,
lärm ausgesetzt sind,
vibrationen,
staub,
schwere schutzkleidung tragen,
generell schwere lasten tragen
oder in anstrengenden haltungen verharren müssen.

psychisch fordernde kundenkontakte haben büromenschen auch eher selten.

das einzige was die wirklich haben ist ein dicker fauler hintern und zu viel schoki in der lade.

Der Unkurze
02
4.11.2010, 10:12

sitzen sie mal 10 stunden mehr oder minder am stück und starren sie intensiv auf einen monitor..

dank der wenigen bewegung und der unguten haltung (zb der maushand) sowie dem fürs auge nicht gerade angenehmen monitor kann es leicht zu haltungsstörungen und oder kopfschmerzen kommen

nicht das nun zb bauarbeiter keine berufsbedingten gesundheitlichen probleme hätten, sie liegen nur komplett woanders, und haben mit dem thema folglich nichts bis wenig zu tun.

schlapfn
00
3.11.2010, 20:36
na wenigstens 6 min massage

bei reizdarmsyndrom hilft gar nichts

Morpheus DerStandard
23
3.11.2010, 12:15
SoSo

Zitat: "Je sozio-ökonomisch schwächer der Betroffene, desto häufiger und intensiver die Schmerzen."

Das ökonomisch Schwächere häufiger unter Schmerzen, insbesondere Rückenschmerzen leiden, hat vielleicht etwas damit zu tun das es sich um Berufsgruppen wie Regalschlichter, Liferanten/Zusteller und dergleichen handelt? Also wirklich, diese Wissenschaft :/

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