Midterm Elections in den USA

Denkzettel für Obama: Demokraten erleiden schwere Schlappe

3. November 2010, 11:12
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    John McCain hat vor zwei Jahren gegen Obama das Rennen um die Präsidentschaft verloren. Heute hat er seinen Senatssitz in Arizona verteidigt. Das Schild in seinen Händen richtet sich gegen die Demokratin Nancy Pelosi, ...

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    ... die bis gestern Abend Sprecherin des House of Representatives war. Ihr Nachfolger wird der Republikaner John Boehner.

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    Boehner brach bei der Danksagung an seine Wähler kamerawirksam in Tränen aus.

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    Das ist Jerry Brown, ein Demokrat. Er ist der Nachfolger von Arnold Schwarzenegger als Gouverneur von Kalifornien.

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    Rand Paul, Kandidat der Tea Party, gewinnt die Senatswahlen in Kentucky.

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    Barack Obama telefoniert mit seinem neuen Widersacher John Boehner, dem republikanischen Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus. Er wird nach der Wahl nun zum Präsidenten des Repräsentantenhauses gekürt. Das macht Boehner zum drittmächtigsten Mann im Staat nach Obama und dessen Vize Joe Biden.

Republikaner erobern Mehrheit im Repräsentantenhaus, Demokraten können Senat knapp verteidigen. Neuer Vorsitzender des Repräsentantenhauses dürfte John Boehner werden

Washington, 03. Nov- US-Präsident Barack Obama und seine Demokraten haben die Wut und Enttäuschung der Wähler über die schwierige Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit massiv zu spüren bekommen. Bei den Kongresswahlen mussten sie eine der schwersten Niederlagen seit Jahrzehnten einstecken. Sie verloren Dutzende Abgeordnetenmandate an die Republikaner, die künftig das Repräsentantenhaus kontrollieren und so politische Vorhaben des Präsidenten direkt ausbremsen können. Auch im Senat ließen die Demokraten Federn, doch immerhin konnten sie ihre Mehrheit in der Kammer verteidigen. Ein völliges Wahldebakel blieb ihnen damit erspart. Aber bis zur nächsten Präsidentenwahl in zwei Jahren wird es für Obama schwierig, mit neuen Akzenten die Amerikaner wieder auf seine Seite zu ziehen.

"Das amerikanische Volk hat dem Präsidenten heute Nacht eine unmissverständliche Botschaft geschickt. Und diese Botschaft lautet: ändere den Kurs", sagte ein sichtlich gerührter Abgeordneter John Boehner, der voraussichtlich neuer Vorsitzender im Repräsentantenhaus wird und damit Obamas mächtigster Gegenspieler. Der Republikaner kündigte an, als erstes das Rekorddefizit anzugehen und die Staatsausgaben zu kürzen.

Tea Party brachte Republikanern Wahlsiege

Nach Berechnungen mehrerer TV-Sender eroberten die Republikaner mindestens 60 Sitze im Repräsentantenhaus, die bislang von Demokraten gehalten wurden. Lediglich 39 hätten sie benötigt, um die Macht in der 435-köpfigen Kammer zu übernehmen. Seit 1948 fiel ein Umschwung nicht mehr so deutlich aus. Damals mussten die Demokraten 75 Abgeordnetensitze abgeben.

Im Senat nahmen die Republikaner den Demokraten mindestens sechs Sitze ab, darunter in Illinois, wo Obama vor seiner Wahl zum Präsidenten Senator war. Viele Siege verdankten die Kandidaten der Unterstützung der Tea Party. Mit Marco Rubio in Florida und Rand Paul in Kentucky gewannen erstmals Republikaner Senatorenposten, die von der erzkonservativen Bewegung ins Rennen gebracht wurden. Doch nicht alle von der Tea Party gestützten Bewerber setzten sich durch. Harry Reid konnte sich in Nevada in einem nervenaufreibenden Duell gegen Sharron Angle behaupten. Er bleibt Mehrheitsführer im Senat.

Dennoch war der Einfluss der vor nicht einmal zwei Jahren ins Leben gerufenen Tea Party bei dieser Wahl überdeutlich. Vier von zehn Wählern gaben in Nachwahlbefragungen an, sie unterstützten die Bewegung, die in den vergangenen Monaten zu einem Auffangbecken für Millionen Amerikaner wurde, die die Politik der Regierung als zu massive Einmischung vehement ablehnen, etwa in die Rechte des Einzelnen. Obama ist für viele von ihnen zur regelrechten Hassfigur geworden. Vor allem seine wichtigste innenpolitische Reform, der umstrittene Umbau des Gesundheitswesens, brachte seine Gegner auf die Barrikaden. Der Abgeordnete Eric Cantor, die voraussichtliche Nummer zwei hinter Boehner im Repräsentantenhaus, kündigte an, die Reform rückgängig machen zu wollen. Obama könnte dagegen sein Veto einlegen, doch aufreibende Grabenkämpfe sind gewiss.

Wirtschaftskrise bestimmte Wahlkampf

Das wichtigste Thema war die schleppende Konjunktur und die damit einhergehende hohe Arbeitslosigkeit. Die meisten Wähler gaben der Regierung die Schuld, dagegen nicht genug unternommen zu haben. Die Quittung bekamen viele Kandidaten der Demokraten serviert, denn Obama selbst stand nicht zur Wahl.

Immerhin für etwas Erleichterung im Lager des Präsidenten sorgten die Nachrichten aus Kalifornien. Senatorin Barbara Boxer wurde nach einem erbitterten Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ex-Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina im Amt bestätigt. Zugleich setzte sich das demokratische Urgestein Jerry Brown in der parallel stattfindenden Gouverneurswahl gegen die Milliardärin Meg Whitman durch. Die ehemalige eBay-Chefin hatte mehr als 140 Millionen Dollar ihres Privatvermögens in ihre Kampagne gesteckt. Brown wird Nachfolger von Arnold Schwarzenegger, der nicht erneut als Gouverneur im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat antreten durfte.

Allerdings verloren die Demokraten auch einige Gouverneursposten. In mindestens zehn Staaten, die sie bislang regierten, setzten sich Kandidaten der Republikaner durch, darunter auch in Ohio. Dort leben viele Wechselwähler. Gerade dieses Ergebnis könnte ein böses Omen für Obama sein, wenn er 2012 das Weiße Haus verteidigen will. (Reuters)

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Der_Klingone
01
4.11.2010, 10:09

Irgendwie ist es schon interessant! Obwohl es gerade die Republikaner sind (Reagan, Bush I + Bush II), welche für die Wirtschaftskriste die Hautpverantwortung tragen, werden eben diese nun als die großen Retter angesehen.

Habe ich da was verschlafen oder ist der Wahlkampf in den USA soooo viel anders als in Europa??

Benno Berghammer2
01
4.11.2010, 08:49
Schlappe ist gerechtfertigt aber gefährlich...

Erinnern wir uns, das ist jemand angetreten mit dem Slogan "Yes we can". Was ist dabei herausgekommen:

Banken wurden mit über 1.000 Mrd USD gerettet, weitere Pakete sind geplant.

Die Banken borgen sich von der FED Geld um 0,25 % Zinsen, während Kreditnehmer dort 8 bis 10 % im Minimum bei erstklassiger Bonität zahlen.

Der nicht zu gewinnende Afghanistankrieg wird um hunderte MRD USD weiter geführt.

10 % der Amis sind arbeitslos.

Das Gesundheits- und Sozialsystem ist marod.

Rund 30 % der Amis haben keine vernünftige Krankenversicherung bzw. können sich eine solche leisten.

Schön reden ist eine Sache, aber den Lobbys reihenweise nur auf den Leim zu gehen, kann man keine Regierungsperformance nennen. Die Wähler
haben reagiert.

na bitte!
 
20
4.11.2010, 06:08

nur noch zwei Jahre, dann kann sich der Sozi nach Europa vertschüssen :-)))

von vielen
 
20
4.11.2010, 00:32

so eine Tea Party hätte ich bei uns auch gerne

JosefGott
00
4.11.2010, 14:11

Die Tea Party gibt es bei uns in Österreich schon. Sie wurde in Baumgartner Höhe gegründet und heißt Coffee Orgy.

Meuterei auf der Boeing
10
3.11.2010, 20:11

Und wieder ein schwarzer Tag im Leben des Barack Obama ...

N R A
30
3.11.2010, 20:01

Die schwere Wirtschaftskrise der letzten Jahre war und ist eine Schuldenkrise.

Der einfache Mann von der Straße hat erkannt, was Obama und seine Experten immer noch nicht wissen:

eine Schuldenkrise kann nicht durch noch mehr Schulden gelöst werden.

N R A
21
3.11.2010, 19:50

Wenn Obama schon mit einer satten Mehrheit ausgestattet nicht fähig war, zu regieren, frage ich mich, was er jetzt machen wird.

JosefGott
00
4.11.2010, 14:14

Bei der Gesundheitsreform haben sich die Republikanische Genossen aber ziemlich arg dagegen gestemmt.

schwede1971
04
3.11.2010, 21:26

mal gespannt was du in 2 jahren so ändert kannst...was in 10 jahren zerstörrt wurde..

sunking
01
3.11.2010, 20:04

taugt ihnen die NRA? Sie könnten sich auf Redneck nennen?

von vielen
 
10
4.11.2010, 00:28

NRA is super, sowas bräuchte es hier auch

sunking
00
4.11.2010, 17:38

ohne hirn, keine meinung!

N R A
30
3.11.2010, 19:45
Denkzettel?

Wie der Spiegel richtig schreibt, handelt es sich bei einer derartig fundamentalen Niederlage (die größte einer Präsidentenpartei in den letzten 50 Jahren) nicht um einen Denkzettel, sondern um nichts Anderes als eine Demontage.

PastaPasta
00
3.11.2010, 20:41

"die größte Niederlage einer Präsidentenpartei in den letzten 50 Jahren"...?

Warum sagen Sie das, wenn es doch schlicht nicht stimmt? Was war denn zB 1994, als die demokraten beide kammern verloren haben? Diesmal ist es hingegen nur eine.

sunking
00
3.11.2010, 19:54
die medien sollen die situation

in den usa lieber richtig analysieren und den leuten die wahrheit sagen! Demontiert sind in den USA die Massenmedien und das Bildungssystem, beides ganz absichtlich durch die republikaner.

N R A
20
3.11.2010, 20:03

Fakt ist, dass Obama massiv verloren hat.

Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu interpretieren:
a) die Republikaner sind so populär
b) Obama ist so unpopulär

Das Volk hat gesprochen.

Sternchen100
04
4.11.2010, 00:17

Sag lieber: die Wähler des neuen KKK, genannt "Tea Party", weiße Rassisten und Evangelikale, sind urblöd, unfähig zum logischen Denken und extrem ungebildet.

Alle Maßnahmen gegen die Finanzkatatrophe (verursacht von Republikanern, namentlich Georg Bush) die Obama setzt werden erst langfristig wirksam, sind aber JETZT erst im Anlaufen.

Ich glaube, die Neoliberalen, Spekulanten und Finanzgeier haben auf der Welt, weltweit, genug Zerstörung an Umwelt und Leben und Tote auf dem Gewissen, sie möge der Teufel höchstpersönlich holen.

sunking
00
3.11.2010, 23:17

fakt ist, dass die usa so tief in der krise sind, dass sie gar nicht mehr herauskommen werden. Die FED kauft heute um 600 mrd dollar us bonds. Wenn sie sich ein bisserl mit wirtschaft auskennen, wissen sie was das bei der derzeitigen situation bedeutet...Supercrash 2

An alle: WARM ANZIEHEN!

Sternchen100
01
4.11.2010, 09:18
Narzisten, Aufgehetzte und ehemalige Ku-Klux-Klan-Anhänger lieben das 19. Jhd. und das männliche evangelikale weiße reiche Bürgertum

Ja, die Frage ist, was kann einer alleine innerhalb so einer verdummten und urkonservativen (sprich: geistig unflexiblen) Gesellschaft überhaupt bewirken? Die gesamte Infrastruktur aus den 60ern (Straßen, Brücken, Kanalisation, Kabel...) ist komplett desolat, weil keiner mehr Steuern bezahlen will, was eigentlich die Pflicht eines Staatsbürgers mit Hirn ist. Denn man kann wirklich nicht sagen, dass die öffentliche Verwaltung in den USA aufgebläht und überteuert wäre - nein, das ist das Militär und der Geheimdienst, und die bekommen weiterhin ihr Geld, wetten? Und wenn man das letzte Krankenhaus zusperrt und den letzten Feuerwehrwagen verkauft.

Der Pharmaindustrie, der Gesundheitsmafia u. der Finanzmarkt hassen Obama, das sind die Feinde.

sunking
00
4.11.2010, 17:36

Sie haben natürlich Recht: Das ist genau die agenda der GOP und des greißen murdoch und einiger anderer think tanks.

N R A
51
3.11.2010, 19:19
Der Wähler hat sich verwählt

ist nicht Herr seiner Sinne, ist minderbemittelt und kurzsichtig.

- Nichts Neues, hören wir von der Linken jedes einzelne Mal, wenn sie eine Wahl verliert.

cole3
00
4.11.2010, 13:45

aber sie haben sich ja auch verwaehlt!!

sunking
02
3.11.2010, 19:38

warum schlafen viele amerikaner im auto?
Wegen der linken wahrscheinlich, sie voll....

N R A
40
3.11.2010, 19:40

Warum ist Amerika das reichste Land der Erde?

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